Was für eine Woche!! Es ist Sonntag, ich sitze auf meiner Couch. Leise läuft das Radio und ich schwelge so vor mich hin. Revue passieren lasse ich ein paar Schlaglichter aus der vergangenen Woche. Es war – zugegeben – so eine #lebenamlimit-Woche mit Konferenzen in Bonn und Berlin, haufenweise Krimskrams auf dem Schreibtisch und einer Geburtstagsfeier am Wochenende, die ich nicht verpassen wollte. Alles picke-packe voll also, wie das im Herbst oft so ist. Zwei Highlights allerdings unterschieden diese Woche von anderen Wochen im Herbst: der Projekte-Pitch für das Innovationslabor und der erste Cross Media Day des DRK.

Insight DRK – der Projekte-Pitch zum Innovationslabor

Vom Innovationslabor, diesem  drei-jähriges Lern- und Experimentierprojekt in der DRK-Wohlfahrtspflege, hatte ich ja hier schon berichtet und kurz den Auftakt sowie den Projekte-Pitch erwähnt. Der Auftakt zur Innovationsförderung im DRK – das Forum Soziale Innovation im Juni dieses Jahres – war schon richtig gut und vom Setting in einem der D-Spaces des HPI-Potsdam, mit 360-Stream und Video-Dokumentation für die DRK-Wohlfahrt auch sehr innovativ. Bei der Vorstellung der für das Innovationslabor des DRK nominierten Projekte am vergangenen Donnerstag im Quartier Zukunft der Deutschen Bank ging es allerdings noch einmal ganz anders zu!

Eingeladen hatten wir unter dem Motto „Insight DRK“, was, weil es für die Wohlfahrtspflege schon ziemlich Englisch ist, mit dem Untertitel „Ideen für soziale Innovation in der Sozialwirtschaft“ ‚übersetzt‘ wurde. Die zehn für das Innovationslabor nominierten Projekte sollten den Teilnehmenden aus der (Sozial-) Wirtschaft und dem Social Entrepreneurship authentische Einblicke in das DRK und die Gelegenheit bieten, mit Ideengebern und Innovatoren aus dem Verband ins Gespräch zu kommen.

Besonders an diesem Abend war nun, wie die nominierten Teams ihre Projektideen vorgestellt haben. Um zu lange Ergüsse über Unwesentliches zu vermeiden und mit zehn Projektvorstellungen einen kurzweiligen Abend zu gestalten, hatte ich die Nominierten Ende September gebeten, Präsentationen mit maximal 20 Powerpoint-Folien vorzubereiten, wobei jede Folie nur 20 Sekunden angezeigt wird. Die Idee dazu kam mir bei einem Pecha-Kucha-Abend im Heimathafen Neukölln, den ich äußerst kurzweilig fand. Alle Pecha-Kucha-Regeln allerdings wollte ich den Nominierten nicht zumuten. Es sollte schließlich viel Raum für kreative Ausgestaltung bleiben, der von den Teams auch gut genutzt wurde.   

Cross Media Day – das erste BarCamp im DRK

Der Cross Media Day am Samstag war das zweite Highlight dieser Woche. Auf BarCamps treibe ich mich nun schon seit einigen Jahren herum und ich habe auch schon den einen oder die anderen DRKler auf solchen „Unkonferenzen” getroffen. Im Verband allerdings ist dieses Format weitgehend unbekannt und blieb bislang entsprechend ungenutzt. Im Mai dieses Jahres stand nun aber die Entscheidung fest: Das soll sich ändern!

Mit dem Ziel Innovatoren, digital Interessierte und Social Media Kommunikatoren aus dem gesamten DRK zusammen zu bringen und zu praktischem do-it-your-self zu motivieren, haben wir – ein fünf-köpfiges Orga-Team und zahlreiche Helferinnen und Helfer aus dem DRK-Generalsekretariat – den ersten Cross Media Day des DRK auf die Beine gestellt. Auch keine ganz banale Sache! Etwa sechs Monate Vorbereitung und geduldiges Erklären des Formates sind zuvor ins Land gegangen – ohne die Unterstützung der ‚Führungsetage‘ und deren festen Willen, sich selbst auf ein solches Experiment einzulassen, wäre das nicht gelungen.

Den Cross Media Day am Samstag nun, werte ich als ein vollen Erfolg! Nebst BarCamp mit sportlich-disziplinierter Session-Planung (inkl. Begrüßung und Vorstellungsrunde nur 45 min!), 18 sehr unterschiedlichen und größtenteils sehr lebhafter Sessions sowie den üblichen Querelen (#WLAN) war unsere MachBar gut frequentiert. Hier konnten die Teilnehmenden unterschiedliche Techniken kennenlernen und selbst testen. Neben dem virtuellen Rettungswagen und einem kleinen VR-Spiel zu Forecast Based Financing, standen hier Foto-Bearbeitung und Videoschnitt, Mapping im Katastrophenschutz und Amazone Alexa zum Ausprobieren bereit. 

Weiter geht’s – und wie

Der Bedarf nach neuen Formaten des Austauschs und der Vernetzung ist im DRK riesengroß. Sowohl die persönlichen Gespräche mit den Nominierten bei Insight DRK als auch die Sessions auf dem Cross Media Day machten das deutlich. Ich bin mir sicher, dass wir diesen Weg auch weiter gehen sollten – nicht nur mit neuen Formaten für Präsenz-Veranstaltungen sondern auch in Video-Konferenzen und virtuellen Gruppen. Die auf dem Cross Media Day angebotenen Sessions geben uns wertvolle Anhaltspunkte dafür, welche Themen aktuell unter den Nägeln brennen.

Sicher wird dieser Weg nicht ohne Hürden sein, doch die ersten Schritte nicht zu gehen, weil die dritten, vierten oder fünften vielleicht ‚schwierig‘ sein könnten, finde ich ziemlich daneben. Genauso daneben übrigens wie den Versuch, Formate wie BarCamp oder Pecha-Kucha vollständig – so wie es vermeintlich ‚richtig‘ ist – auf das DRK und seine doch eigene Kultur zu übertragen.