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Sozialunternehmer!nnen für den Dritten Sektor – warum brauchen wir sie und wo sollen sie herkommen?

Julia Russau vom Blog Anerkennung-Sozial hat vorgestern einen lesenswerten Beitrag zur Ökonomisierung Sozialer Arbeit veröffentlicht. Ich habe den Beitrag erst heute Morgen gelesen, die thematische Überschneidung ihres mit dem hier folgenden Beitrag war also nicht beabsichtigt; wenngleich von Zufall wohl auch nicht zu sprechen ist …

Social Entrepreneurship – eine bequeme Lösung

Das Social Entrepreneurship wird hierzulande als eine mögliche – wenn nicht gar die – Lösung (zivil-) gesellschaftlicher Herausforderungen angesehen. Auf Seite fünf der Nationalen Engagementstrategie vom Oktober letzten Jahres ist demnach auch zu lesen, dass die Bundesregierung „diese Bewegung aufgreifen, die Innovationsfähigkeit des bürgerschaftlichen Engagements stärken und Möglichkeiten für die Entwicklung zukunftsweisender Lösungen durch und im Engagement fördern“ will. Dabei werden die etablierten Verbände der Zivilgesellschaft auf die Rolle „wichtiger Partner der Bundesregierung im Bereich der Engagementpolitik“ reduziert und die Rolle von Bund, Ländern und Kommunen als „zentrale Akteure der Engagementförderung“ hervorgehoben. Im Klartext heißt das: Förderung selbsttragender Klein- und Kleinstunternehmungen mit zivilgesellschaftlichem Ambitionen bei gleichzeitiger Ressourcenverknappung für etablierte Organisationen der Zivilgesellschaft.

Der Nationalen Engagementstrategie ist hier eine Bequemlichkeit der Bundesregierung zu entnehmen, die – hier in Anlehnung an Heribert Prantels Kommentar in „Engagement macht Stark“ (08/2009: 16) – beim Wort „Zivilgesellschaft“ einen barmherzig-gütigen Gesichtsausdruck annimmt, der im seltenen Falle der Wahrnehmung relevanter Konflikte allerdings schnell wieder einfriert. Prantel sprach des Kontrastes halber an dieser Stelle vom globalisierungskritischen Netzwerk ATTAC, an dessen Stelle aber auch zivilgesellschaftlich relevante Akteure aus der deutschen Wohlfahrtspflege oder dem (internationalen) Umweltschutz gesetzt werden könnten. Vor allem letzterer setzte die Bundesregierung in den vergangenen Monaten unter massiven Druck (Stichwort „Laufzeitverlängerungen“ und „Atomausstieg“). Für das politische System – dessen Machtakkumulation dem zivilgesellschaftlichen Einfluss skeptisch gegenüber stehen muss – sind irritierende Einmischungen von Umwelt- und Sozialverbänden schlichtweg lästig. Die Ochsentour durch die Parteigremien macht schließlich niemand, der oder die sich – oben angekommen – von zivilgesellschaftlichen Interessen herumschubsen lassen will.

Insofern ist also zu befürchten, dass die verstärkte Fokussierung auf sozialunternehmerische Ansätze auf lokaler Ebene — und nichts anderes meint “Entwicklung zukunftsweisender Lösungen durch und im Engagement” — den zivilgesellschaftlichen Einfluss auf Bundesebene beschränken wird. Für die deutsche Wohlfahrt lässt sich diese Befürchtung vereinfacht als Gebirge mit sechs hohen und vielen kleinen Bergen beschreiben, deren Spitzen – ragen sie zu hoch – peu á peu abgetragen werden.

Sozial- und Wohlfahrtsverbände in zivilgesellschaftlicher Verantwortung

Allein aus einer Perspektive, die den Staat als Finanzier zivilgesellschaftlier Organisationen in die alleinige Pflicht nimmt, würde aber verkannt, dass die Finanzierung und gesetzliche Grundlegung zivilgesellschaftlicher Organisationen allein wenig bewirken kann. Schließlich kann eine aktive Zivilgesellschaft nur befördert werden, wenn auch die entsprechenden Organisationen als Ermöglicher aktiv werden. Leider ist das vor allem in traditionellen Organisationen der Wohlfahrtspflege nur sehr bedingt der Fall. Nicht zuletzt wegen des weit verbreiteten Selbstverständnisses als Dienstleistungsbetrieb, wird freiwilliges Engagement hier häufig als (aus-) helfende Tätigkeit verstanden, für die zudem kaum Mittel freigemacht werden. Entgegen aller Rhetorik wird freiwilliges Engagement natürlich auch als kompensatorischer Faktor eingerechnet. Das jeweilige Leistungsspektrum muss schließlich erhalten und ggf. strategisch ausgebaut werden.

Nicht nur in der Nationalen Engagementstrategie fehlt es also an zivilgesellschaftlicher Perspektive, sondern auch in der deutschen Sozial-  und Wohlfahrtspflege sind entsprechende Visionen rar gesät. Mit einer gesunden Ökonomisierung – meint: Investition in Innovation – und vor allem einem Schuss sozialunternehmerischem Denken, das nicht nur auf die Bewahrung bestehender Lösungen für gesamtgesellschaftliche Probleme ausgerichtet ist, sondern auch neue anstrebt und innovativ sein will, könnte hier durch aus Abhilfe geschaffen werden.

Damit ist die Förderung des Sozialunternehmertums in Deutschland also sehr ambivalent zu betrachten: Allein vermag es sicher nicht, die Zivilgesellschaft zu stärken. Ohne aber eine gewisse (sozial-) unternehmerische Grundhaltung, die gesellschaftliche Problemlagen zu Chancen für neue Entwicklungen umdeutet, versickert auch die umfassendste Förderung.

‚Ausbildung‘ von Social Entrepreneurs

Doch lässt sich eine sozialunternehmerische Denke im Dritten Sektor überhaupt etablieren? Wenn hier – wie auch im politischen System – von sich selbst reproduzierenden Strukturen ausgegangen werden muss, ist anzunehmen, dass auch die beste Idee und der noch so gute Wille im Laufe der Zeit unterminiert wird. Das also Pinguine auch aus einem noch so bunten Straußenvogel einen der ihren machen, wenn sie ihn (oder sie) nicht ewig im Abseits stehen lassen. Das Engagement sozialunternehmerisch denkender Change Agents kommt damit einem Kampf gegen Windmühlen gleich und Innovationen entstehen nicht wegen des Systems, sondern müssen ihm mühsam abgetrotzt werden. Keine rosigen Aussichten also für Menschen die mit den Mitteln des Sozialunternehmertums etwas verändern wollen.

Eine mögliche Lösung dieses Problems ist sicherlich, die Anzahl sozialunternehmerisch Denkender Menschen in Dritt-Sektor-Organisationen zu erhöhen – meint also eine kritische Masse zu schaffen, die nicht einfach ignorieren oder zu assimilieren ist und so bestehende Strukturen zu überwinden vermag. Das Problem:

Die versäulten Formen politischer, sozialer und kultureller Arbeit und die weitgehend eindimensionale auf Profitmaximierung orientierten Muster wirtschaftlichen Handelns hemmen gesellschaftliche Innovation. Diese Muster der Spezialisierung und fehlender Konnektivität finden sich in allen Strukturebenen unseres Bildungssystems. Insbesondere das niemals grundlegend reformierte Hochschulsystem bringt unter dem Begriff der Berufsfähigkeit immer mehr kennzahlgestählte Spezialisten auf dem Markt zukünftiger Führungskräfte (Gebel/Neusüß/Stark 2009: 22)

Soll also an der Anzahl der Change Agents in Sozial- und Wohlfahrtsverbänden gearbeitet werden, müssen zuallererst die Strukturen des Bildungssystems angegangen werden. Zwar reproduzieren sich die Strukturen hier ebenso selbst (Wagner 2010), doch gibt es mithin Lichtblicke guter Lehre, die durchaus  sozialunternehmerisch denkenden Nachwuchs für den Dritten Sektor heranzuziehen vermag. Gebel, Neusüß und Stark stellen hierfür den Ansatz einer „Learning Journey“ vor, der die Hochschullehre „vom Kopf auf die Füße“ stellen soll.

Prinzipiell geht es bei diesem von der „Team Academy Finland“ inspirierten und an der Universität Duisburg-Essen entwickelten Ansatz darum, die einseitige Spezialisierung während des Hochschulstudiums zu überwinden und bei den Studierenden (sozial-) unternehmerische Haltung zu befördern. Dabei sollen die Studierenden lernen …

… eigene und fremde Ideen wertzuschätzen und ggf. zeitnahe zu erproben.

… interdisziplinär zu Arbeiten und das eigene Reflexionsvermögen dabei zu steigern.

… theoriegeleitet zu Handeln aber auch kritische Fragen aus der Praxis an die Theorie zu stellen.

An eben einer solchen „Learning Journey“ zum Social Entrepreneurship konnte ich im vergangenen Semester an der TU-Berlin teilnehmen. Als (relativ kleine) Gruppe von 13 Studierenden aus unterschiedlichsten Fachrichtungen und Semestern und in Begleitung unserer Dozentin Claudia Neusüß sowie sieben Pro-Bono-Coaches mit unterschiedlicher Praxiserfahrung, gingen wir auf eine Reise mit fünf Etappen:

  1. Potentialanalyse und Standortbestimmung: Hier ging es zunächst um das Kennenlernen in der Gruppe unter der Betonung der diversen Potentiale
  2. Seeing and Sensing: In dieser Phase der Feldanalyse wurden Herausforderungen und Handlungsfelder bestimmt und die Entwicklung eigener Projekte vorbereitet.
  3. Ideen- und Visionenentwicklung: Bei dieser Etappe beschäftigte uns vor allem die Frage, wie Innovationen in die Welt kommen und was wir dazu beitragen können. Ergebnis sollte hier ein SMARTes Projekt sein, das anschließend im Team bearbeitet werden sollte.
  4. Strategie und Projektentwicklung: In eben diesen Teams wurde ein Prototyp des erdachten Projektes entwickelt und wenn möglich auch gleich getestet.
  5. Schließlich folgten die gemeinsame Auswertung der gemachten Erfahrungen und die Präsentation der eigenen Projekte.

Auch wenn mir persönlich manch ‚alternative Lehrmethodik‘ á la „Teamreigen in rotem Tuch“ oder „Raumaneignung durch möglichst chaotische Umgestaltung der Inneneinrichtung“ sehr obskur vorkam, würde ich dem Konzept dieser Lernreise einiges an Potential beimessen. Es ist schon ein guter Ansatz Studierende so unterschiedlicher Fachrichtung wie Erziehungs- oder Bildungswissenschaft und Bautechnik in einer kreativen Atmosphäre zusammen zu bringen. Werden dann noch gemeinsame Grundlagen vermittelt, auf die sich aufbauen lässt (bei uns die „Theory U“ nach Otto Scharmer), können auch kleine Ideen ganz groß werden. Und selbst, wenn sie nicht „ganz groß“ wurden, selbst dann, wenn die gemeinsamen Ideen nur wie der zum 100sten Mal aufgewärmte Kaffee daherkommen und sich schließlich herausstellt, dass „Spaß haben und Geld verdienen“ hier nicht zusammen gehen, kommt dennoch brauchbares dabei heraus: Ersten hatten wir Spaß und waren bei der Sache (nicht alltäglich in der Universität), zweitens haben wir Erfahrungen im Team gemacht, die sich während des Studiums in diesem Ausmaß nur selten reflektieren lassen.

Zugegeben: Mir hing die ewige Reflektiererei bald aus dem Halse heraus und auf intensive (meint zeitfressende) Teamerfahrung hatte ich auch keinen großen Bock. Das mag daran liegen, dass ich schon eine ganze Weile an unterschiedlichen Hochschulen herumstudiere und entsprechend vorgeprägt bin. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mit sehr konkreten Vorstellungen zu einem möglichen Projekt in diesem Seminar aufgetaucht bin, für das anderen die Grundlagen fehlten. Oder daran, dass ich eben keine Lust auf aufgebrühten Kaffee hatte – also schon vor dem Aufbrühen meinte zu wissen, wie das Heißgetränk schließlich schmecken würde – doch begreife ich (jetzt) durchaus den Sinn dieses Unterfangens. Auch ein Lernerfolg!

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Metaanalyse der Kritik zu ‘Scrum 4 Science’ von Wolf Wagner

Mein ehemaliger Professor für politische Systeme Dr. Wolf Wagner war so freundlich, das von mir als “teutonisch” bezeichnete Feedback auf meine Seminararbeit zu “Scrum for Science” auf einer Metaebene zu analysieren. Wolf Wagner hat sich vor allem im ersten Teil seiner wissenschaftlichen Laufbahn kritisch mit den Schriften Karl Marx’ auseinander gesetzt. Seine Analyse der marxistisch geladenen Kritik an der These, Wissenschaft und Forschung seien die Grundlage für die Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft, verleiht das m.E. besonderes gewicht. Und auch sonst finde die Analyse sehr lesens- und entsprechend teileneswert. Vielen Dank lieber Wolf!

Metaanalyse der Rückmeldung von Prof. Dr. Kirsten Lehmkuhl zur Seminararbeit von Hannes Jähnert zu SCRUM

Wolf Wagner (CC-Wikipedia)Es gibt selten eine so ausführliche und wertschätzende und zugleich kritische Rückmeldung zu einer Seminararbeit. Dies spricht für die Autorin und gegen die These Jähnerts, die Uni erfülle nicht ihre Funktion.

Die Gutachterin wirft Jähnert vor allem vor, dass er unzulässig vereinfache, nämlich dass Wissenschaft und Forschung die Grundlage für die Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft seien. Sie setzt dagegen:

„Grundlage ist aber die Dynamik der wirtschaftlichen Wertschöpfung und die Aneignung des Mehrwerts durch die kapitalistischen Betriebe auf der einen Seite“ …

„Auf der anderen Seite entwickelt sich Gesellschaft ebenfalls nicht durch die Universitären Institutionen, sondern dadurch, dass sie durch politische Entscheidungen dafür sorgt, dass alle BürgerInnen am produzierten Reichtum … partizipieren.“

Wenn man schon auf Marx rekurriert und seine Wertanalyse als eine gültige Beschreibung der heutigen Weltwirtschaft zugrunde legt, dann muss man auch berücksichtigen, dass Marx immer beide Seiten des Produktionsprozesses sieht, den Arbeitsprozess bei der Produktion von Gebrauchswerten und den Wertschöpfungsprozess bei der Produktion von Tauschwerten. Gesellschaftliche Entwicklung bedeutet nicht die einfache Reproduktion auf gegebenem Niveau, sondern erweiterte Reproduktion und Investitionen. Diese können mehr vom Gleichen sein. Dann ist es keine gesellschaftliche Entwicklung, sondern Expansion. Entwicklung bedeutet Veränderung von Qualität. Wenn wir von Qualität reden, sind wir auf der Gebrauchswertseite, beim Arbeitsprozess. Es müssen neue Verfahren und/oder neue Produkte vorliegen, damit man sinnvoller Weise von Entwicklung sprechen kann. Für die ist — wieder marxistisch gesprochen — der Einsatz von Mehrwert zwar logische Voraussetzung aber nicht hinreichender Grund. Es müssen Neuentwicklungen hinzukommen und wo sollen die herkommen, außer aus Forschung und Wissenschaft? Wenn die Universitäten dabei weitgehend versagen, wie Jähnert behauptet, müssen sie anderswo herkommen. Dass sie dann aus den riesigen „Forschungs- und Entwicklungsabteilungen“ oder aus dem „Sektor kleiner innovativer Bastelbuden und Start-Ups“ kommen, ändert nichts daran, dass diese selbstverständlich auch Forschung und Wissenschaft sind, was die These nur bestätigt, dass diese Grundlage der gesellschaftlichen Entwicklung sind.

Die Gutachterin widerspricht sich auch in ihrer Umverteilungsthese:

„Auf diesen Abgaben/dieser Umverteilung von Mehrwertbestandteilen aus der kapitalistischen (Reichtums-)Produktion basiert (Grundlage!) eine Gesellschaft, die mit Bildung, Infrastruktur für Datentransfer und Verkehr, Medien, Gesundheitsversorgung und sozialer Sicherheit für einen Lebensstandard und eine Produktivität der arbeitenden Bevölkerung sorgt, die ihresgleichen sucht und einen — zumindest in den Jahrzehnten zwischen den 50er und 70er Jahren für einen relativ stabilen Rahmen ihrer Produktionsweise gesorgt hat.“

In der Marx‘schen Analyse würden „Bildung, Infrastruktur für Datentransfer und Verkehr, Medien, Gesundheitsversorgung und sozialer Sicherheit“ durchweg nicht zum Mehrwert zählen, da sie Teile der Reproduktionskosten der Arbeitskraft sind. Dass sich diese von Generation zu Generation qualitativ und quantitativ steigern, ist einerseits nach Marx dem Klassenkampf geschuldet, andererseits ein kulturell bestimmter Anteil sind und damit zum variablen Kapital zählen, der unter anderem durch die Steigerung der Produktivkraft der Arbeit erzeugt wird. Allein diese stammt aus dem Mehrwert, aus den Investitionen in qualitative Veränderungen und Rationalisierungen des Arbeitsprozesses — also aus Wissenschaft und Forschung. Die muss nicht universitär sein. Doch können sich Betriebe keine Grundlagenforschung leisten. Diese wird nur an Hochschulen und anderen staatlich finanzierten Forschungseinrichtungen geleistet.

Bei ihrer Kritik an der Forderung, Deutschland müsse den Status eines Exportweltmeisters bewahren, wechselt die Gutachterin vom ökonomischen ins moralische Fach. Rein ökonomisch gesehen bieten Exportüberschüsse durchaus die Möglichkeit, durch weitere Investitionen in Wissenschaft und Forschung also weitere gesellschaftliche Entwicklung den Produktivitätsvorsprung gegen die internationale Konkurrenz zu wahren. Die Kritik, dass damit „andere Länder in wirtschaftliche Schwierigkeiten“ getrieben würden, „in unterentwickelten Ländern gar bis zum völligen Erliegen wirtschaftlicher Entwicklung, in Teilen Afrikas zum Beispiel zur Hungersnot“ führe, ist keine Widerlegung des ökonomischen Arguments. Im Übrigen ist sie sachlich falsch: Es sind die Agrarsubventionen in USA und Europa, die es möglich machen, Agrarprodukte in Drittweltländern so billig zu verkaufen, dass sogar die dortigen sachlichen Gestehungskosten (also ohne die Löhne einzurechnen) unterboten werden. Dazu kommen noch Handelsbeschränkungen (Einfuhrquoten) der Industrieländer als hauptsächliche wirtschaftliche Ursachen der Unterentwicklung in der Welt.

Die Argumentation „Aber auch Portugal, Irland und Griechenland geraten in massive Schieflagen, wenn Exportströme, d.h. Weltmarktanteile, so klar und einseitig verteilt sind“ ist auch falsch: Man kann nur kaufen, wenn man auch verkauft. Wer wenig verkauft, kann dementsprechend wenig kaufen. Wer dennoch mehr kauft, gerät in Schulden. Das gilt für alle Länder, gleichgültig wie reich oder arm sie sind. Wenn sich Länder gegen alle Vernunft spekulativ überschulden, liegt das nicht an dem Exportüberschuss Deutschlands. Aus diesem werden bestenfalls Kredite finanziert. Der Expotüberschuss besteht im Übrigen seit dem Beginn des Wirtschaftswunders und hat in all der Zeit seither keine solchen Probleme erzeugt. Jedenfalls ist damit die These von Wissenschaft und Forschung als Grundlage der gesellschaftlichen Entwicklung nicht berührt.

Bei der Analyse der Probleme der Wissenschaft kritisiert die Gutachterin, dass die Universitätsangehörigen nicht zur Elite des Landes zählen würden. Damit hat sie vollkommen Recht. Doch das trifft nicht die Kritik des Herrn Jähnert am Wissenschaftssystem. Mit „Elitenzuwahl“ ist nicht gemeint, dass die Hochschullehrer die Elite Deutschlands ausmachen, sondern dass sich die Hochschullehrer ihre späteren Kollegen und Kolleginnen selbst aussuchen und dabei dazu neigen, sich keine allzu scharfe Konkurrenz ins Haus zu holen, also eher Mittelmaß zu fördern. Der Hauptkritikpunkt Jähnerts liegt jedoch in der Vernachlässigung des „verrückten“ und der einseitigen Überbetonung des „pedantischen“ Denkens. Auf diesen wichtigsten Punkt geht die Gutachterin gar nicht ein. „SCRUM“ wird von Jähnert aber gerade aus diesem Grund als eine strategisch entscheidende Möglichkeit gesehen, weil es das „verrückte“ Denken ermutigt und neue Wege ermöglicht.

Auf die von der Gutachterin angenommenen, etwas verschwörungstheoretisch anmutenden verschlungenen Wege der Verwertung von wissenschaftlichen Erkenntnissen kommt es Jähnert gar nicht an. Sein Problem ist, dass die Forschungsinstitutionen in Deutschland großenteils so selbstbezüglich auf innerinstitutionelle Reputationskriterien ausgelegt sind, die vor allem an Exaktheitskriterien ausgerichtet sind, dass Kreativität schon im Ansatz erschwert, wenn nicht verhindert wird. Die Kritik der Gutachterin, die

„Stärkung der Exportwirtschaft durch universitäre Innovationsförderung, käme einem Offenbarungseid der demokratischen Verfassung und Selbstverwaltung unserer Gesellschaft gleich“

geht am Hauptargument Jähnerts vorbei und ist verfassungsrechtlich unhaltbar, denn die Freiheit von Lehre und Forschung schließt eine staatliche Anstrengung um effizientere und gesellschaftlich nützlichere Hochschulen in keiner Weise aus. Siehe dazu die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum brandenburgischen Hochschulgesetz (Beschluss vom 26. Oktober 2004 BVerfGE 111, 333-365, Absatz 159):

“Solange der Gesetzgeber ein in diesem Sinne hinreichendes Maß an organisatorischer Selbstbestimmung der Grundrechtsträger sicherstellt, ist er frei, den Wissenschaftsbetrieb nach seinem Ermessen zu regeln, um die unterschiedlichen Aufgaben der Wissenschaftseinrichtungen und die Interessen aller daran Beteiligten in Wahrnehmung seiner gesamtgesellschaftlichen Verantwortung in angemessenen Ausgleich zu bringen (vgl. BVerfGE 35, 79 <116, 120>; 47, 327 <404>; 93, 85 <95>).

Für diese Aufgabe ist der parlamentarische Gesetzgeber besser geeignet als die an speziellen Interessen orientierten Träger der Wissenschaftsfreiheit. Er ist dabei weder an überkommene hochschulorganisatorische Strukturen noch an deren einzelne Elemente gebunden. Der Gesetzgeber darf nicht nur neue Modelle und Steuerungstechniken entwickeln und erproben (vgl. BVerfGE 47, 327 <404>: “Wissenschaftsmanagement”), vielmehr ist er sogar verpflichtet, bisherige Organisationsformen kritisch zu beobachten und zeitgemäß zu reformieren (vgl. BVerfGE 35, 79 <117>).“

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Spaß und Hingabe auf teutonisch – nicht ganz alltäglich im Studium

Von den Teutonen hatte ich bereits an anderer Stelle berichtet. Im Rahmen einer früheren Runde der NPO-Blogparade berichtete ich von dem witzigen Essay Johan Galtungs über intellektuelle Stile.  Der ca. 20-seitige Aufsatz ist zwar schon so alt, wie ich selber bin, hat von an seiner Aktualität aber wenig eingebüßt. Vor allem an den Texten „sachsonischer“ und „teutonischer“ Autorinnen und Autoren lässt sich erkennen, dass es entscheidende Unterschiede im akademischen Gebaren gibt, die den jeweiligen Umgang miteinander prägen. Ein Musterstück eines solchen Textes will ich an dieser Stelle einmal vorstellen. Bevor ich damit aber beginne, muss zunächst die Geschichte dazu erzählt werden.

Der Hintergrund

Ich hatte letztes Semester das ‚Vergnügen‘ zwei Mal in der Woche eine psychoanalytische Supervision über mich ergehen zu lassen. Reflektiert wurde das zweimonatige Praktikum, das ich in Teilzeit über das gesamte Semester hinweg im Zentrum für Technik und Gesellschaft der TU-Berlin absolvierte. Schwerpunktmäßig ging es in diesem Forschungspraktikum um eine Vorstudie zur Personal-, Team- und Organisationsentwicklung an deutschen Hochschulen. Mit einer Methode namens „Scrum“ arbeiteten wir an einer Übersicht zu Hochschulgovernance sowie den Notwendigkeiten und Herausforderungen für eine hochschulinterne Personal- und Organisationsentwicklung.

Wie es eben üblich ist, musste auch das Modul „Praktikum und  Supervision“ mit einer benoteten Arbeit abschließen. Wir Teilnehmenden sollten einen Essay von nicht mehr zehn Seiten fabrizieren, in dem wir uns einem bestimmten Aspekt unseres Praktikums herausgreifen und auf entsprechend hohem Niveau (theoriegeleitet) reflektieren sollten. Schon früh beschloss ich mich mit der empirischen Prozesssteuerung in der Wissenschaft – und genauer mit der Methode „Scrum“ – zu beschäftigen, was ich schließlich auch tat.

Mein Essay eröffnete ich mit einem Zitat der amtierenden Präsidentin der deutschen Hochschulrektorenkonferenz Margret Wintermantel, das die Wichtigkeit der Wissenschaft und Forschung für das gesellschaftliche Fortkommen betonen sollte. Hier setzte ich an und bemühte mich schlüssig aufzuzeigen, dass die „Produktion“ von Innovationen die zentrale Aufgabe universitärer Forschung ist. M.E kann die Universität als „Gelertenrepublik“ dieser Aufgabe nicht gerecht werden. Notwendig sind – und darauf wollte ich hinaus – Organisationsentwicklungen, die eine fehlerfreundliche Kultur des Miteinanders ermöglicht.

Als Selbstversuch stellte ich unser Scrum-Projekt vor, wofür ich die Methodik zunächst erläuterte und den Einsatz dieser empirischen Prozesssteuerung schließlich reflektierte – mit dem Ergebnis, dass einiges Mehr als nur guter Wille und gute Tools dazugehören, um produktive Teamarbeit in der Universität garantieren zu können.

Nach dem ich das Thema Scrum in der Supervisionsrunde einmal reflektierte, blieb es bei der verantwortlichen Professorin offenbar im Gedächtnis. Immer wieder kam sie darauf zurück und wirkte dabei sehr interessiert. Sie sagte mir auch, dass sie sich auf meine Arbeit freue und gern mehr über diese Methode erfahren möchte. Offenbar hatte ich einen Nerv getroffen und damit beste Voraussetzungen für einen gelungenen Modulabschluss.

Feedback zum Essay

Tatsächlich hatte meine Professorin die Arbeit aufmerksam gelesen und anstatt der üblichen drei Zeilen-E-Mail mit der Note ein recht ausführliches Feedbaack-Papier (4 Seiten) geschickt. Schon dass sie sich dazu hat hinreißen lassen, zeigte mir, dass sie sich für das Thema wirklich interessierte. Wie sie sich dann aber mit meinem Essay auseinandersetzte und wie das entsprechende Feedback aussah, fand ich bezeichnend für die deutsche – die teutonische – Art von Spaß und Hingabe.

Zunächst freute es mich natürlich zu lesen, dass sie meine Arbeit „sprachlich sehr klar und verständlich geschrieben“ fand und sie „unter formalen Aspekten“ als „sorgfältig verfasst“ ansah.

Der Aufbau der Arbeit ist ebenfalls gut nachvollziehbar und formal eine gute Lesehilfe. Inhaltlich verführt Ihre Stringenz in der Argumentation Sie aber vielleicht dazu, etwas zu dogmatisch Ihren/den Gedanken durchzubuchstabieren: Innovation ist die Grundlage gesell. Wohlstandes – Forschung ist die Grundlage der Innovation – Für die Forschung ist die Uni zuständig – die funktioniert aber sehr schlecht – die Exportvizeweltmeisterschaft wird verlorengehen, wenn sich die Uni nicht ändert – SCRUM könnte eine Lösung sein Unis zu effektivieren.

„Ja“, dachte ich mir, deutlicher hätte ich mich wohl nicht ausdrücken können – zumindest nicht in einem zehnseitigen Essay. Doch hätte ich das wohl nicht so leichtfertig „durchbuchstabieren“ sollen. Einige meiner Argumente, so wurde nun nämlich moniert, sind nämlich nicht plausibel (das Subjekt des Gegenübers fehlt auch im Original).

Sie halten sich an die Position Wintermantels, einer Hochschulrektorin, die von entsprechend interessierter Seite aus behauptet, Wissenschaft und Forschung seine unstrittig (!?) die Gundlage für die Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft. – Grundlage ist aber die Dynamik der kapitalistischen Wertschöpfung und die Aneignung des Mehrwerts durch die kapitalistischen Betriebe auf der einen Seite: Sie leisten sich riesige Forschungs- und Entwicklungsabteilungen bzw. kaufen sich Patente und Innovationen aus dem Sektor kleiner innovativer Bastelbuden und Start-Ups ein. Auf der anderen Seite entwickelt sich die Gesellschaft ebenfalls nicht durch die Universitären Institutionen, sondern dadurch, dass sie durch politische Entscheidungen dafür sorgt, dass alle BürgerInnen am produzierten Reichtum durch Umverteilung (Steuern und Soziallohn) partizipieren. Auf diesen Abgaben/dieser Umverteilung von Mehrwertbestandteilen aus der kapitalistischen (Reichtums‑)Produktion basiert (Grundlage!) eine Gesellschaft, die mit Bildung, Infrastruktur für Datentransfer und Verkehr, Medien, Gesundheitsversorgung und sozialer Sicherheit für einen Lebensstandard und eine Produktivität der arbeitenden Bevölkerung sorgt, die ihresgleichen sucht und einen – zumindest in den Jahrzehnten zwischen den 50er und 70er Jahren für einen relativ stabilen Rahmen ihrer Produktionsweise gesorgt hat.

So fand sie also schon Anstoß in den ersten Zeilen meines Essays, die noch nicht einmal von mir selbst stammten, sondern lediglich als Auftakt zitiert wurden. Vielleicht meint Wintermantel ja wirklich, dass Wissenschaft und Forschung die Grundlage für Wirtschaft und Gesellschaft ist. Aus der Eröffnungsrede einer Fachtagung lässt sich das schwer herauslesen. Ich schrieb jedenfalls das Wissenschaft und Forschung die wichtigste Grundlage (was nicht „die einzige“ heißt) für das nationale Fortkommen ist. Aber sei’s drum! Auf die erste Seite meiner Einleitung passt leider nur eine „unterkomplexe Analyse, die Dynamik wirtschaftlicher Entwicklung den Unis zuzuschreiben

Genauso eindimensional ist aber auch die Selbstverständlichkeit, mit der Sie fordern, den Status der Exportweltmeisterschaft Deutschlands für die Zukunft fortzuschreiben. Es ist gerade dieses Handelsbilanzdefizit, das andere Länder in wirtschaftliche Schwierigkeiten treibt, in unterentwickelten Ländern gar bis zum völligen Erliegen wirtschaftlicher Entwicklung, in Teilen Afrikas zum Beispiel zur Hungersnot führt, weil die Agrarindustrie Deutschlands Produkte dorthin exportiert, die dann die heimischen Märkte und damit die nationale Agraproduktion in den betroffenen Entwicklungsländern zerstören.

Auch auf die ethische Reflexion wissenschaftlicher Entwicklungen – ob aus F&E-Abteilungen internationaler Konzerne, aus „Bastelbuden und Start-Ups“ oder der universitären Forschung – konnte ich leider nicht ausführlich eingehen. Ich finde es aber etwas kurz gedacht, die „Produktion von Innovation“ allzu wörtlich zu nehmen und nicht auch die Reflexion wissenschaftlicher Erkenntnisse einzubeziehen. Zumindest stimmt mir Frau Professorin darin zu, „dass es vielleicht ja auch sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse/Innovationen sein könnten, die aus dieser Lage herausführen könnten.“ Wenn ich nicht dieses schlagende, ja populistische Argument des Erhalts unseres Wohlstands durch die Reproduktion sozialer Schieflagen genannt hätte, wäre mir wohl nicht nur darin zuzustimmen.

Zum Glück – dachte ich mir beim Lesen – trifft meine Analyse des Wissenschaftssystems zumindest „in Teilen“ zu. Zumindest von der Überrepräsentanz der Pedanterie im Wissenschaftsbetrieb kann ich schließlich Lieder singen. Doch ist es wohl wahr, dass Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer nicht zur gesellschaftlichen Elite gehören. „HochschullehrerIn ist ein sozialer Aufstiegsberuf“, die Elite des Landes, das sind andere. Da ich mich aber auf die Hochschule und ganz speziell auf die universitäre Forschung  konzentrierte, stimme zumindest ich mir zu, dass Professorinnen und Professoren in diesem gesellschaftlich nicht unwichtigen Teilsystem durch aus die Elite sind. Das Problem, dass ich – übrigens in Anschluss an Wolf Wagner – darin sehe, ist, dass mit dem Verweis auf die Wissenschaftsfreiheit eine fatale Selbstbezüglichkeit reproduziert wird, die der gesellschaftlichen Verantwortung der Universität (s.o) mitnichten gerecht wird.

[Doch] ist die Freiheit von Forschung und Lehre keine hohle Phrase. Die Vereinnahmung der Universität für Ihr eindimensionales und – unter Aspekten des internationalen Friedens und gleichberechtigter Entwicklungschancen aller Nationen und Kontinente  ethisch schlecht begründbares – Ziel der Stärkung der Exportwirtschaft durch universitäre Innovationsförderung, käme einem Offenbarungseid der demokratischen Verfassung und Selbstverwaltung unserer Gesellschaft gleich.

Sicher: Wissenschaft allein für die Exportweltmeisterschaft zu verzwecken, kann nicht das Ziel der Weiterentwicklung der Organisation Hochschule sein. Das wäre wirklich eindimensional. Wissenschaftliche Forschung und ihrer Ressourcen aber allein der Reputation von Professorinnen und Professoren zu opfern finde ich auch nicht gerecht und bleibe dabei: In Sachen Effektivität und Effizienz muss sich in der Hochschule etwas tun. Zum Beispiel durch die Einführung moderierter Prozesssteuerungstools wie Scrum.

Gerade hier bleibt Ihre Analyse aber zu sparsam: Dieses Methapher des scrum müsste nun ausinterpretiert werden, das Problem, das sie lösen soll, müsste in Analogie zum Rugby, diesem Spiel und seinen speziellen Regeln (z.B. der bemerkenswerten, dass der Ball immer nur nach hinten abgegeben werden darf!!!) analysiert bzw. dargestellt werden. – Da wäre hilfreich gewesen, wenn Sie die Idee, die an Ihrer Praktikumsstelle verfolgt wurde, plastischer gemacht hätten.

Dabei wäre Sie dann und sind es ja teilweise auch auf die Problematik der Unterfinanzierung und der Destabilisierung der Unis durch diese Unterfinanzierung gestoßen: Teilzeitkräfte, befristete Kräfte, Praktikanten – allein die Einarbeitung dieser MitarbeiterInnen kostet viel Zeit, die dann für  die tatsächliche Forschung, bei der es eben auch auf einen langen Atem und auf die Ausbildung der Nachwuchskräfte (den Ball nach hinten abgeben und sich dabei gemeinsam nach vorne bewegen – ein tolles Bild finde ich!) ankommt, fehlt. Dadurch wird der bescheidene Forschungsoutput Besonderheiten des Verhaltens zugeschrieben, wo sie tatsächlich logische Folge schlechter Rahmenbedingungen sind. Gut ausgestattete universitäre Fachgebiete und Institute sind eine überaus lebendige, kommunikative und kreative Angelegenheit. Das macht ja auch die Faszination der Forschung an den Hochschulen aus, sonst hätten wir für diese unsicheren Stellen und bei der über lange Jahre eher mageren Bezahlung (Teilzeitstellen!!!) gar keine InteressentInnen mehr.

Hier lässt sich tatsächlich schwer widersprechen. Schon deshalb nicht, weil sie mir in gewisser Weise zustimmt (oder doch nicht?). Ob das Bild des Scrum nun wirklich weiter auszuinterpretieren sei, bezweifle ich zwar – es ist lediglich eine Metapher für die effektive Zusammenarbeit eines heterogen besetzten Teams – doch ist tatsächlich etwas dran, dass wissenschaftlich Mitarbeitende irgendwas an ihrer faktisch prekären Beschäftigung in universitären Forschungseinrichtungen finden müssen. Würde ich diesem Argument aber konsequent folgen, müsste ich fragen, warum nicht so gut laufenden, nicht so gut ausgestatteten Einrichtungen und Instituten die Mitarbeitenden dann nicht schon lange weg gelaufen sind …

Fazit

Ich habe dieses Beweisstück teutonischer Hingabe am Montagmorgen bekommen und vor lauter Neugier gleich am Frühstückstisch gelesen. Auch wenn es nicht das Anliegen dieses Beitrags war, kam ich doch nicht umhin, meine Gedanken dazu nieder zu schreiben. Ich bin eben auch ein Teutone, der ganz intuitiv auf die (vermeintlichen) Schwachpunkte der Argumentation des Gegenübers achtet und eben auch geneigt ist, entsprechend zu reagieren. Auch wenn ein Gros der Aussagen meiner werten Professorin nicht unbedingt anerkennend klingt, hat mir die Beschäftigung mit diesem Papier doch einiges an Spaß bereitet. Vielleicht ebensolchen Spaß, wie der meiner Gegenüber;  Spaß und Hingabe auf teutonisch – nicht ganz alltäglich im Studium.

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