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		<title>New Volunteer Management &#8212; ein zielgruppenorientiertes Framework</title>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 18:10:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>foulder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Online-Freiwilligenarbeit]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[
<p>Die <a title="Webseite der re:campaign" href="http://www.recampaign.de/" target="_blank">re:campaign am 06. und 07. Mai</a> stand für mich ganz im Zeichen des freiwilligen Engagements in der Kampagnenarbeit. Mit meinem eigenen <a title="Sprecherprofil von Hannes Jähnert auf recampaign.de" href="http://www.recampaign.de/sprecher/hannes-jaehnert" target="_blank">Vortrag zum New Volunteer Management</a> im Gepäck war ich besonders gespannt auf die Inputs von <a title="Sprecherprofil von Betsy Hoover auf recampaign.de" href="http://www.recampaign.de/sprecher/hannes-jaehnert" target="_blank">Betsy Hoover</a> (<a href="http://www.recampaign.de/blog/betsy-hoover-obama-online-und-offline">Doku</a>, <a href="https://vimeo.com/65581982">Video</a>), <a title="Sprecherprofil von Dr. Felix Kolb auf recampaign.de" href="http://www.recampaign.de/sprecher/dr-felix-kolb" target="_blank">Felix Kolb</a> (<a href="http://www.recampaign.de/blog/mehr-als-clicktivism-acht-fragen-strategische-online-kampagnen">Doku</a>) und <a title="Sprecherprofil von Yussi Pieck auf recampaign.de" href="http://www.recampaign.de/sprecher/yussi-pick" target="_blank">Yussi Pieck</a> (<a href="https://soundcloud.com/oxfam/yussi-pick-was-wir-von-us-kampagnen-lernen-koennen">Audio</a>), die von der Mobilisierung Freiwilliger, von der strategischen Fragen zur Kampagnen-Vorbereitung und von möglichen Learnings aus den USA sprachen (in dieser Reihenfolge). Einiges der Inputs konnte ich gleich mit in meine Session einbauen. Hier die vier wichtigsten Punkte:</p>
<ul>
<li><strong>Ladder of Engagement: </strong>Die Ladder of Engagement beschrieb Betsy Hoover mit den Schlagworten <em>„share”, „donate”, „advocate”, „attend an event” </em>und<em> „become a leader“</em>. Angefangen also vom Klick auf Facebook bis zur Gestaltung eigener Volunteer-Projekte sollten Freiwillige im Laufe einer Kampagne also ‚nach oben klettern‘ können.</li>
<li><strong>Supported Journey:</strong> Mit dem Schlagwort supported journey wies Yussi Pieck darauf hin, dass das Commitment sporadisch engagierter Volunteers entwickelt werden muss und nicht zu früh mit zu viel Ballast behängt werden darf.</li>
<li><strong>Small Data:</strong> Das Schlagwort Small Data setzte Pieck dem US-amerikanischen Big Data entgegen. Es ist in Europa (noch) nicht möglich, im Campaigning offene Daten zum Wahlverhalten o.ä. zu nutzen. Deshalb, so Pieck, sei man hierzulande darauf angewiesen, mit übersichtlicheren Datensätzen zu arbeiten, um Zielgruppen sinnvoll zu segmentieren.</li>
<li><strong>Was vererbst du? </strong>Nach der Kampagne ist vor der Kampagne stellte Felix Kolb fest und fragte, was den Moment der Kampagne (der durchaus lang sein kann) überdauert. Reputation zahlt sich freilich aus, eine Gewahrmachung neuer Möglichkeiten des Einmischens für die Unterstützerinnen und Unterstützer sicherlich auch.</li>
</ul>
<p>Es gab natürlich noch viel mehr als diese vier Punkte. Da waren zum Beispiel noch die zentralen Prinzipien Hoovers <em>„relationship based organizing“</em>: <em>„empowerment“</em>, „<em>partizipation“</em> und <em>„force multipliers“, </em>da waren einige Hinweise zum Storytelling und da war schließlich auch die Feststellung <em>„there is no more online or offline organizing &#8212; there is just organizing“. </em>Und auch das, was mir nicht oder nicht wirklich viel begegnete, war aufschlussreich: Gamification spielte keine besondere Rolle in den Keynotes und Inputs, die ich besuchte (übrigens auch nicht auf dem BarCamp am nächsten Tag). Doch wie dem auch sei, hier geht es mir nicht um eine Doku der gesamten re:campaign, ich will hier lieber noch einmal auf das Framework des New Volunteer Managements eingehen, in dem sich die wichtigsten Punkte rund um die Unterstützer!nnen-Mobilisierung wiederfinden.</p>
<h1>Die Hintergründe</h1>
<p>In die Hintergründe zum Modell hatte ich mich in meinem Vortrag ein bisschen verrannt. Warum eigentlich? Hatte ich das nicht <a title="Hintergründe zum New Volunteer Management hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/05/04/new-volunteer-management-auf-der-rc13/" target="_blank">vor der Konferenz schon in meinem Blog beschrieben</a>? Das hatte ich! Doch empfand ich das Szene-Engagement eben nicht nur als nützliches AdOn des New Volunteer Managements, sondern als einen der zentralen Punkte. Es sollte ja gerade nicht nur darum gehen, wie man Menschen dazu bekommt, mit Freude, Pathos und ohne Absicht eigener Bereicherung für die Kampagne / die Organisation zu arbeiten, sondern darum, über den Prozess des freiwilligen – selbstbestimmten (!) &#8212; Engagements <em>„Small Data“ </em>zu generieren und so die eigene Zielgruppe besser kennen und segmentieren zu lernen.</p>
<p>Freiwilliges Engagement &#8212; auch das im Campaigning &#8212; hat definitiv die Schwäche der Homophilie. Gleich und gleich gesellt sich gern! Wenn es (nur) darum geht, Jobs erledigt zu bekommen, fällt es mir am leichtesten, mit jenen zu arbeiten, die ähnlich gestrickt sind wie ich; die sich für ähnliche Themen interessieren und ähnliche Probleme im Engagement kennen (z.B. starre Strukturen). Geht es aber darum, neue Zielgruppen kennen zu lernen, ist dieser ‚Weg des geringsten Widerstandes‘ nicht der beste. Hier geht es darum, <em>andere </em>Sinnhorizonte zu erforschen. Den Leidvollen <a title="Kulturschock Social Web - Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2012/04/26/kulturschock-social-web-soziale-medien-kennen-und-leben-lernen/" target="_blank">Prozess des Kulturschocks</a> nicht zu scheuen und neue Verknüpfungen zwischen meinem Anliegen und den ‚normalen Aktivitäten‘ meiner Zielgruppen anzulegen.</p>
<p>Dieser Prioritätenwechsel sollte nicht falsch verstanden werden. Die Prinzipien und Modelle des Freiwilligenmanagements sind gut und richtig. Vor allem als Handwerkszeug für die Projekte vor Ort oder im Netz sollten sie eingesetzt werden. Geht es aber eben darum, den Freiwilligen den ‚Vortritt‘ zu geben und ihnen selbstbestimmte Projekte zu ermöglichen, können die eigenen Vorstellungen vom richtigen Unterstützen nicht mehr als Maßstab herangezogen werden.</p>
<h1>Das Framework</h1>
<p>Das New Volunteer Management besteht aus acht Schritten, die in einem Kreislaufmodell angeordnet sind. Vor dem Kreislauf steht das Kampagnenthema, das Anliegen, auf das es ankommt. Das Kampagnenthema habe ich absichtlich nicht in den Kreislauf eingebettet, weil es in diesem Modell die Sache der Organisation oder Initiative ist. Nichtsdestotrotz können Themen auch von ‚außen‘ an das Kampagnenteam herangetragen werden. Wichtig war mir hier, dass Kampagnenthemen nicht danach ausgewählt werden sollten, was bei der Zielgruppe gerade am besten ankommt, sondern danach, was im Sinne der Grundsätze der Organisation gerade wichtig ist &#8212; noch einmal: der Weg des geringsten Widerstandes ist nicht immer der Beste.</p>
<p><em>Insight: Bei der #drosselkom Kampagne geht es im Kern um die Netzneutralität. Die Telekom will künftig nur noch Tarife anbieten, bei denen die Übertragungsgeschwindigkeit &#8212; ähnlich wie bei den S- und M- Tarifen der Mobil-Web-Anbieter &#8212; nach einem gewissen Datenvolumen gedrosselt wird. Da die Angebote der Telekom selbst davon unberührt bleiben sollen, steht ein Eingriff in die neutrale Übertragung aller Daten zu befürchten, dem sich über kurz oder lang auch andere Anbieter anschließen dürften. </em></p>
<h2>(1) Die Zielgruppe</h2>
<p>Ist das Kampagnenthema bestimmt, gilt es die Zielgruppe zu identifizieren und (soweit möglich) sinnvoll zu segmentieren. In welche Unterstützergruppen kann ich meine Zielgruppe aufteilen?</p>
<ul>
<li>Gibt es geographische Schwerpunkte, mit denen z.B. Rückschlüsse auf genutzte Social Networking Dienste, auf Netzaffinität und mögliche Folgeaktionen vor Ort denkbar wären?</li>
<li>Gibt es Schwerpunkte bei Alter und Bildungshintergrund ([angestrebter] Abschluss, Studienrichtungen usw.) mit denen erste Anhaltspunkte ausgemacht werden könnten, wie z.B. geschrieben werden muss und inwiefern Differenzierungen angebracht sind?</li>
<li>Lassen sich schon Freizeit-Themen wie Musikgeschmack, Sportarten o.ä. ausmachen, über die ich Zielgruppensegmente ansprechen kann?</li>
</ul>
<p>Nicht selten ist die Zielgruppe im Campaigning riesig groß. Da sollen dann einfach <em>alle </em>angesprochen werden. Wenn es darum geht, möglichst breiten Protest auf die Straße zu bringen oder möglichst viele Unterschriften zu übergeben, ist das natürlich auch sinnvoll. Nichtdestotrotz sollte man sich überlegen, ob die eigenen Ressourcen ausreichen, die ganze Welt zur Zielgruppe zu erklären.</p>
<p><em>Insight: Für die Obama-Kampagnen in den USA konnte auf umfangreiche Datensätze zurückgegriffen werden, die eine Segmentierung (fast) der gesamten Wahlbevölkerung möglich machte. Wer z.B. hat wann Republikaner, wer hat wann Demokraten gewählt? Wo wohnen diese Leute und wo liegen die jeweiligen ‚Hochburgen‘ der Lager? In Deutschland bzw. Europa ist das nicht möglich. Hier verlegt man im Campaigning mehr auf das Testen: </em><a title="Webseite zum A-B-Testing" href="http://abtests.de/" target="_blank"><em>A-B-Tests für Webseiten</em></a><em> z.B. die Aufschluss darüber geben, ob der Spendenbutton oben rechts in grün oder unten links in blau besser ankommt (Natürlich sehr vereinfacht!). Auch Mailings werden getestet, indem unterschiedliche Gruppen unterschiedliche Mails (mit verschiedenen Betreffzeilen und Texten) geschickt und der Rücklauf gemessen wird. Belastbare Rückschlüsse auf unterschiedliche Unterstützergruppen aber lassen sich &#8212; schon wegen der zufälligen Auswahl &#8212; damit nicht formulieren. </em></p>
<h2>(2) Die Aufbereitung des Kampagnenthemas</h2>
<p>Der Identifizierung und Segmentierung der Zielgruppe folgt die Aufbereitung des Kampagnenthemas. Nicht alle Zielgruppen lassen sich über Webseiten oder über das Social Web ansprechen. Manche werden bei Online-Kampagnen sogar wegen fehlender Anschlüsse oder mangelndem Netzausbau ausgeschlossen. Auch fühlen sich manche von der Komplexität politischer Themen &#8212; mithin auch der der Entscheidungsfindung in den Parlamenten &#8212; überfordert, wohingegen andere Kampagnen-Sprech á la BILD Zeitung affektiv wegklicken. Wie also lässt sich das Kampagnenthema zielgruppenadäquat aufbereiten?</p>
<ul>
<li>Welche Medien, welche Kanäle, welche Dienste nutzen die verschiedenen Unterstützergruppen? Ist z.B. Facebook wirklich <em>der </em>Player oder sollten wer-kennt-wen, Tumblr, Twitter und andere Dienste nicht auch in Betracht gezogen werden?</li>
<li>Wie einfach / wie komplex darf es sein? Adressiere ich Menschen mit hohem Bildungsabschluss könnte ich mit dumpfen Parolen schnell scheitern. Mache ich es zu komplex, erreiche ich die die anderen nicht.</li>
<li>Was sind die Themen, an die ich anschließen kann? Welche Themen sind (a) gerade in der Presse und mit welchen Themen beschäftigen sich (b) meine Unterstützergruppen? Es ist sicherlich sinnvoll auf Tagesaktuelles anzuschließen, schaffe ich es aber das Kampagnenthema mit dem zu verbinden, womit die Leute in ihrer Freizeit abschalten, okkupiere ich einen weiteren, nicht unwesentlichen Teil ihres Alltags.</li>
</ul>
<p><em>Insight:  Auch wenn Spendenläufen eher zum Fundraising denn zum Campaigning gehören, geben sie doch ein gutes Beispiel ab. Zum einen wird hier ein Hobby, bei dem die Leute normalerweise vom Alltag abschalten, mit einem Anliegen (Fundraising) verbunden, sodass das Engagement doppelt motiviert wird. Zum anderen können solche Läufe auch so in Szene gesetzt werden, dass sie zusätzlich ein bestimmtes Image transportieren. Oxfam z.B. inszeniert den Trailwalker-Spendenlauf als Lifestream im Netz und zeigt so z.B., dass ALLES &#8212; auch Aktivitäten tief im Wald &#8212; ins Netz geholt werden kann (Ein Schauer für manche!). Bei der Frage nach Einfachheit und Komplexität wird im Campaigning zumeist eine Balance gesucht. Der Auftakt ist immer recht einfach. Bei #drosselkom wird zunächst nicht das mega-komplexe Thema Netzneutralität sondern das „Marktverletztende“ der #drosselkom betont. Erst wenn man über den ersten Call hinaus liest, kommt die Netzneutralität zur Sprache. </em></p>
<h2>(3) Die Engagierten-Profile</h2>
<p>Mit der Identifikation der Zielgruppen und der Aufbereitung des Kampagnenthemas ist die Vorbereitung beim New Volunteer Management noch nicht abgeschlossen. Weiter geht es mit dem Entwurf von Engagierten-Profilen. Freiwilliges Engagement gibt es nicht umsonst. Deshalb müssen Ressourcen für Freiwilligenprojekte von vornherein eingeplant werden. Überdies lässt sich schlecht von einem strategischen Management sprechen, wenn die Zielmarken nicht zu Beginn gesetzt werden, sondern während der Kampagne nur noch ‚gewurschtelt‘ wird. Im Gegensatz zu den Engagementprofilen im Freiwilligenmanagement, sind Engagierten-Profile allerdings keine Festlegungen von Jobs, die zu tun sind, sondern Aufrisse von Tätigkeiten, mit denen die Kampagne unterstützt werden kann.</p>
<ul>
<li>Was also könnten Freiwillige tun, um die Kampagne zu unterstützen? Was ist der Kern dieser Tätigkeit? Sollen sie Botschaften senden, bei Aktionen vor Ort helfen, Projektgruppen anleiten, andere Freiwillige Schulen oder Trainieren usw.</li>
<li>Welche Fähigkeiten, welche Kompetenzen, welche Eigenschaften sollten die Freiwilligen mitbringen?</li>
</ul>
<p>Außerordentlich wichtig bei den Engagierten-Profilen ist die Skalierbarkeit des Engagements. Wie gesagt, es geht noch nicht um konkrete Aufgaben, es geht darum, was die Tätigkeit im Kern ausmacht. Geht es bspw. um die Arbeit mit Bildmaterial ist eine große Spannbreite der Engagementintensität denkbar: von der Verschlagwortung bis zur Konferenzdokumentation.</p>
<p><em>Insight: Betsy Hoover berichtet von zwei Engagementprofilen, die beide in einem Engagierten-Profil zusammengefasst werden können: von Voluneers, die von Tür zu Tür gehen, um Leute von ihrem Kandidaten überzeugen und von Leuten, die potentielle Wäher!nnen am Telefon gewinnen. Im Kern geht es also um Überzeugungsarbeit, die (a) über unterschiedliche Medien und in unterschiedlichen Strukturen geleistet werden kann und (b) auch Engagement in unterschiedlicher Intensität zulässt: Vom Share auf Facebook über die Überzeugungsarbeit in der eigenen Familie oder im eigenen Freundeskreises bis zum öffentlichen Redenschwingen und der Organisation von Kundgebungen usw. </em></p>
<h2>(4) Die (Micro-) Engagementangebote</h2>
<p>Mit der Identifizierung und Formulierung von Online- und Mico-Volunteering-Tasks wird es beim New Volunteer Management nun konkreter. Prinzipiell geht es hier darum, einen ausreichend großen Pool zielgruppenadäquater Engagementangebote &#8212; meint echte Engagementgelegenheiten &#8212; anzulegen, sodass auch kurzfristig motivierte Volunteers schnell versorgt werden können. Worauf man im Allgemeinen bei Engagementangeboten achten sollte, wird z.B. auf der Webseite von <a title="How To Write a Volunteer Position Description" href="http://www.volunteermarlborough.org.nz/resources/managers-of-volunteers/114-how-to-write-a-volunteer-position-description.html" target="_blank">Volunteer Marlborough</a> beschrieben. Was das Online- und Micro-Volunteering im Speziellen anbelangt, finden sich auf dem <a title="Weblog zur ZiviCloud - SMARTe Engagementangebote" href="http://zivicloud.roteskreuz.at/blog/index.php/smarte-engagementangebote/" target="_blank">Blog zur ZiviCloud</a> nützliche Hinweise. Es lohnt sich für Engagementangebote, die häufig wiederkehren (z.B. Übersetzung von Kampagnen-Mails oder Newslettern, Illustration von Daten und Fakten usw.) recht ausführliche Engagementbeschreibungen anzulegen und sie ggf. anhand der Nachfragen zu ergänzen bzw. auszudifferenzieren. Je mehr hier gesammelt wird, desto eher lassen sich die Tasks so beschreiben, dass keine oder nur noch wenige Nachfragen nötig sind.</p>
<p>Doch das Online- und Micro-Volunteering ist nur das Vehikel auf der <em>„supported journey“</em>. Insofern sollten bei den Inhalten folgende Fragen beantwortet werden:</p>
<ul>
<li>Passen die (Micro-) Engagementangebote zu den Engagierten-Profilen? Ist das Engagement, das hier gefragt ist, inhaltlich eine Ausprägung dessen, was zuvor als Unterstützerengagement identifiziert wurde?</li>
<li>Lässt sich das Engagement überhaupt weiterentwickeln oder ist es darauf angelegt ‚flach‘ zu bleiben? Gamification und Crowdsourcing können beim Online- und Mirco-Volunteering durchaus sinnvoll eingesetzt werden. Sie können die Weiterentwicklung des Engagements aber auch behindern. Das Beispiel <a title="Google reCAPTCHA" href="http://www.google.com/recaptcha" target="_blank">reCAPTCHA</a>: Es ist sicherlich ein Engagement nicht OCD-fähige Texte zu transkribieren. Werde ich mich aber irgendwann intensiver für Google engagieren, <em>weil</em> ich von Webseitbetreibern genötigt wurde, nachzuweisen, dass ich keine Maschine bin?</li>
<li>Sind die Engagierten, die die Tasks erledigen, zu identifizieren? Es ist durchaus sinnvoll über Wikis, Etherpads und ähnliches mit Online-Volunteers zu arbeiten. Die Option, sich auch Anonym zu engagieren gilt im Netz als guter Ton (ist moralisch gewollt). Wer das Engagement seiner Volunteers aber über einen bestimmten Zeitraum tracken will, könnte damit Schwierigkeiten bekommen.</li>
</ul>
<p>Es kann sein, das bei einem Brainstorming auch Aufgaben auftauchen, die sich nicht in die vorher formulierten Engagierten-Profile einpassen. In diesem Falle ist es kein Problem zurück zu den Engagierten-Profilen zu gehen und zu überlegen, zu was sich dieses Engagement weiterentwickeln lässt. Wichtig ist dabei aber, dass wenn ein neues Profil geschrieben wird, dieses auch bis zum Ende durchdacht &#8212; heißt auch die Ressoucenfrage gestellt &#8212; wird.</p>
<p><em>Insight: Für die #drosselkom Kampagne könnten z.B. Botschafter gesucht werden, die die Kampagne vor Ort und/oder über das Internet verbreiten. Mögliche Tasks, die in dieses Profil passen, reichen vom einfachen Share auf Facebook oder dem Retweet auf Twitter über das Ändern von Avataren und dem Schreiben von Leserbriefen oder Blogbeiträgen bis zur Unterstützung und/oder Organisation von Aktionen vor Ort. Anregungen für Online- und Micro-Volunteering-Tasks gibt es vielenorts; z.B. bei den </em><a href="http://www.onlinevolunteering.de" target="_blank"><em>United Nation Volunteers</em></a><em> (#onlinevolunteering Stream auf Twitter), in den Materialien von </em><a href="http://www.helpfromhome.org" target="_blank"><em>Helpfromhome</em></a><em>, dem </em><a title="Training Resources zum Online-Volunteering " href="http://cambridgehub.org/xwiki/bin/view/Cambridge+Hub/Training+Resources" target="_blank"><em>Cambridge-Hub</em></a><em> oder auch bei </em><a href="http://www.sozialer-funke.de"><em>Sozialer Funke</em></a><em> und der auf der </em><a href="http://www.zivicloud.de"><em>ZiviCloud</em></a><em>.</em></p>
<h2>(5) Das Community-Engagement</h2>
<p>Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, kann es damit los gehen, die Engagementangebote in der eigenen Community zu bewerben. Das kann einerseits über die eigenen Kanäle geschehen, wie es z.B. das <a title="Analyse von Online-Engagementangebote auf Facebook - Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2011/03/07/%E2%80%9Esuche-online-volunteers%E2%80%9C-engagementangebote-auf-facebook-im-vergleich/" target="_blank">Österreichische Rote Kreuz und 2aid.org</a> vorgemacht haben. Andererseits können auch intermediäre Organisationen wie <a title="Liste mit Freiwilligenagenturen auf der Webseite der BAGFA" href="http://bagfa.de/index.php?id=71" target="_blank">Freiwilligenagenturen</a> oder Engagementdatenbanken wie <a title="Freiwilligendatenbank von Aktion Mensch" href="http://www.freiwilligendatenbank.de" target="_blank">Aktion Mensch</a> oder <a title="Zeitspendeplattform von Betterplace" href="https://www.betterplace.org/de/discover-volunteering" target="_blank">Betterplace</a> zum Einsatz gebracht werden. Wie die eigene Community am besten erreicht werden kann, ist eine Frage, die schon am Anfang des New Volunteer Managements beantwortet werden sollte. Dementsprechend können durchaus auch Anzeigen, Plakate, Abreißzettel, QR Codes oder NFC Chips und vieles andere zum Einsatz kommen.</p>
<p>Das hauptsächliche Ziel beim Community-Engagement ist es, herauszufinden, welche Unterstützer!nnen zu den Engagierten-Profilen passen und inwiefern ihr Engagement und Commitment entwickelt werden kann. Wichtig ist es, die Engagierten nicht gleich zu Beginn zu überfordern. Nur weil jemand einmal einen Inhalt auf Facebook geteilt hat, heißt das nicht, dass er oder sie auch gleich bereit wäre, eine Aktion vor Ort zu organisieren. Dementsprechend vorsichtig sollte hier ein Schritt nach dem anderen gemacht werden. Sinnvoll ist es außerdem, die Engagierten in kleineren Gruppen anzusprechen und mit Angeboten für den nächsten Schritt zu versorgen.</p>
<p><em>Insight: Die Ansprache von Freiwilligen sollte nicht zu unkonkret sein. „Wir brauchen deine Hilfe“ ist ein üblicher Satz bei der Engagiertenansprache. Bleibt allerdings unklar, wofür man wie helfen soll, folgt in den meisten Fällen keine nennenswerte Reaktion. Auch zu spezifisch sollte es nicht sein, weil es dann (a) zu viel zu lesen gibt und (b) der Gestaltungsspielraum für die Freiwilligen leidet. Es kommt also wieder auf die Balance an, die beim Campaigning auch in „Action Alerts“ gesucht wird. </em></p>
<h2>(6) Die Auswahl von Engagierten</h2>
<p>Von 100 Unterstützer!nnen &#8212; so heißt es &#8212; engagieren sich neun über den Klick oder Like hinaus und eine(n) packt es richtig. Anderswo liest man, dass rund 20% der Unterstützer!nnen etwa 80% der Arbeit machen. Und wieder an anderer Stelle findet man den <a title="SMARTes Engagement -- Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2009/11/01/das-smarte-engagement/" target="_blank">Verweis auf den Long Tail</a>. All diese Faustregeln deuten darauf hin, dass sich wenige Unterstützer!nnen aus der Community als besonders engagiert hervortun. Eine gute Nachricht! Mit 1.000en Volunteers, die alle eigene Projekte machen wollen, hätte man auch wenig Freude (weil das z.B. das geplante Budget sprengen würde). So kann man sich im New Volunteer Management zunächst auf diese Hochengagierten konzentrieren und sie mit allem, was sie für ihr Engagement brauchen ausstatten. Bei der Auswahl von Engagierten geht es allerdings nicht nur darum, vielversprechende Volunteers zu identifizieren, sondern auch darum, im Gespräch mehr über sie zu lernen.</p>
<ul>
<li>Bevor man sich persönlich zu einem Gespräch im Café, im Büro, zum geneinsamen Hangout oder für eine Skype-Session verabredet, sollte man sich einen guten Überblick über die Aktivitäten des Volunteers verschaffen. Was hat er oder sie in der Vergangenheit alles gemacht &#8212; lässt sich das in Zahlen ausdrücken (immer gut für den Wow-Effekt)? Was macht er oder sie sonst so (Hobbys, Schule, Studium usw.)? Aus dem, was man nicht weiß oder in Erfahrung bringen kann, kann man dann Fragen formulieren, die auch ehrliches Interesse signalisieren. Nichts ist schlimmer als so zu tun, als wüsste man schon alles, weil man einen Blog oder Twitter-Feed gelesen hat.</li>
<li>Im Gespräch sollte man sich auf jeden Fall auch selbst vorstellen und für ein Gleichgewicht sorgen. Niemand sollte sich ausgefragt oder analysiert fühlen (Die Analyse läuft als Skript im Hintergrund!). Man muss das nicht übermäßig in die Länge ziehen, sollte aber auch nichts überstürzen, bevor man zum Kern des Gespräches kommt &#8212; zur Frage, ob man sich eine intensivere Zusammenarbeit vorstellen kann (… und zwar beiderseits!).</li>
<li>Besteht das Interesse und die Möglichkeit, zur Zusammenarbeit können die Einzelheiten konkreter Besprochen werden. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Wie sieht es mit dem Budget, mit Netzwerkpartnern usw. aus? Wie soll weiter verfahren werden? Gibt es z.B. ein nächstes Treffen &#8212; vielleicht ein Engagierten-Coaching?</li>
</ul>
<p>Das Ziel des Gespräches ist es, herauszufinden, ob ein intensiveres Engagement gewünscht und möglich ist. Man sollte hier ehrlich und nicht zu gierig sein. Schüler!nnen und Studierende überschätzen sich schnell; sehen z.B. nicht die Prüfungen am Ende des Semesters. Es ist einerseits eine Frage der Fairness gegenüber seinen Volunteers aber auch eine Frage des guten Managements, auch Nein zu sagen und Interessierte zu enttäuschen. Niemandem ist mit einem überforderten Teamleader vor Ort oder einer Grafikerin, die nicht nachkommt, geholfen.</p>
<p><em>Insight: Aus dem </em><a title="Webaplication zum Team Österreich" href="http://apps.teamoesterreich.at/" target="_blank"><em>Team Österreich</em></a><em>, einem Engagiertenpool der inländische Katastrophenhilfe z.B., tun sich ab und an Freiwillige hervor, die von den Verantwortlichen persönlich angesprochen und mit weiteren Aufgaben ausgestattet werden. Die Gespräche dazu können, müssen aber nicht, vor Ort stattfinden. Es ist durchaus möglich, ein Erstgespräch im Google Hangout zu machen. Man sollte dabei allerdings die speziellen Rahmenbedingungen nicht unbeachtet lassen. So gut die Video- und Audio-Übertragung auch ist, bei der Online-Kommunikation fehlt immer mindestens die Hälfte: keine Haptik (auch kein Handschlag drauf!), kein Geruch (trotz </em><a title="Aprilscherz 2013 von Google " href="http://www.google.com/landing/nose/" target="_blank"><em>Google Nose</em></a><em>). Dementsprechend braucht es bei Konferenzen regelmäßig mehrere kurze Sessions &#8212; heißt insgesamt mehr Zeit. </em></p>
<h2>(7) Das Empowerment</h2>
<p>Information, Qualifizierung und Vernetzung sind wichtige Faktoren im freiwilligen Engagement. Sie ermöglichen nicht nur Handlungssicherheit, sondern können auch als Form der Anerkennung wirken und dazu beitragen, dass alle am selben Strang ziehen. Qualifizierung allerdings sollte maßgeschneidert sein. Toolboxes und Manual-Samlungen sind gut und wichtig, wer allerdings übermäßig viel Zeit darauf verwenden muss, das Passende für sich auszuwählen, wird sich schnell allein gelassen und als Freiwilliger wenig anerkannt fühlen. Im Ergebnis entsteht das das ‚Berlin Syndrom‘: Es gibt einfach so viele Möglichkeiten, da mach ich lieber gar nichts. Robert Dürhager und Sophie Scholz haben dazu einmal den <a title="prezi zum &quot;Kommunikativen Verbandskasten&quot;" href="http://prezi.com/p3avragujsbr/der-kommunikative-verbandskasten/" target="_blank"><em>„Kommunikativen Verbandskasten“</em></a><em> </em>vorgestellt. Die Idee dahinter: Schlage zunächst nur die Tools vor, mit denen möglichst viele vertraut sind oder die extrem einfach zu nutzen sind, erkläre diese Tools aber noch mal genau, um Missverständnisse zu vermeiden (Es ist kaum zu glauben, wie viele Nutzungsweisen es allein bei Doodle gibt).</p>
<p>Noch ein paar weitere Anregungen:</p>
<ul>
<li>Qualifizierungsmaßnahmen können von den Volunteers unterschiedlich aufgenommen werden. Von jüngeren Freiwilligen werden sie oft dankbar für die Berufsorientierung angenommen. Ältere dagegen suchen häufig die Gemeinschaft oder wollen einfach mal was Neues erfahren.</li>
<li>Auch im Austausch wird gelernt &#8212; BarCamps sind das beste Beispiel dafür. Wer seinen Volunteers regelmäßige Netzwerktreffen möglich macht, fördert so den Wissenstransfer und kann Themen für das nächste Training identifizieren.</li>
<li>Online-Konferenzen sind ein guter Ort, um auch mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die man sonst nicht trifft. Bei Vereinen oder Verbänden einmal den Vorstand vor die Kamera zu holen, ist dementsprechend einfacher als bei Vor-Ort-Veranstaltungen mit Anreisezeit und allem was dazugehört.</li>
</ul>
<p><em>Insight: Die Zusammenarbeit mit freiwilligen Trainer!nnen und Expert!nnen über das Netz ist ein gangbarer Weg, allen beteiligten Zeit und Mühe zu sparen. Allerdings gilt hier Gleiches wie bei den Erstgesprächen: Die besonderen Rahmenbedingungen sollten nicht außer Acht gelassen werden! Der Hangout funktioniert nicht immer und Skype stürzt auch mal ab. Wer regelmäßig Online-Konferenzen machen will, sollte sich deshalb auf jeden Fall über die Investition in proprietäre Systeme Gedanken machen (z.B. </em><a href="http://www.adobe.com/products/adobeconnect.html"><em>Adobe Connect</em></a><em> oder </em><a href="https://www.readytalk.com/"><em>Ready Talk</em></a><em>). </em></p>
<h2>(8) Die Volunteer Projekte</h2>
<p>Das New Volunteer Management zielt auf Projekte, mit denen Freiwillige die Kampagne selbst unterstützen. Eine Utopie des Freiwilligenmanagements? Ja und nein! Ja, weil ohne gründliche Vorarbeit und einiges an Ressourceneinsatz das selbstständige Engagement für andere nicht zu mobilisieren ist. Nein, weil im New Volunteer Management genau diese Vorbereitungen mitgedacht werden. Schon bei Schritt drei, den Engagierten-Profilen, sollte klar werden, dass das Engagement nicht umsonst zu haben ist. Deshalb gilt es auch schon früh Ressourcen dafür einzuplanen. Als Ressource ist hier nicht nur Geld gemeint. Auch Netzwerke und Kontakte bzw. die eigene Reputation sind wertvolle Ressourcen für Volunteer Projekte. Inwiefern diese Ressourcen allerdings genutzt werden, hängt von den Freiwilligen ab. Ganz wesentlich ist hier schließlich, dass den Freiwilligen zwar ein gewisser Rahmen, nicht aber das konkrete Wie ihres Engagements, vorgegeben wird. Wer seine Freiwilligen in diesem Modell als bloße Erfüllungsgehilfen benutzt, verbaut sich die Chance, seine Zielgruppe noch besser kennen zu lernen &#8212; meint: von Punkt (1) im Modell wieder einzusteigen.</p>
<p>Besser ist es, die Volunteers ihren eigenen Weg gehen zu lassen und die Kampagne auf ihre Art zu unterstützen. Die Rolle des Hosts ist es hier, das Geschehen genau zu beobachten und über das, Was, Wie getan wird, zum Warum zu kommen und zu lernen, wie die Unterstützer!nnen-Netzwerke (die Volunteers und ihre Freunde) zum Schwingen zu bringen sind.</p>
<ul>
<li>Das <em>Was </em>ist auch im New Volunteer Management vorgegeben (Engagierten-Profile). Wenn es darum geht, Botschaften zu senden, ist das allerdings relativ weit gefasst. Die Aufgabe kann von den Volunteers gut ausgestaltet kann.</li>
<li>Das <em>Wie </em>ist dementsprechend nicht weiter vorgegeben und kann Rückschlüsse auf das Warum geben. Welche Plattformen z.B. werden benutzt, um Botschaften zu senden? Wie wird die Botschaft verpackt? Welche Aufhänger werden benutzt usw. Wichtig ist auch, darauf zu achten, was überrascht! Warum z.B. erzählen Sport-Videos so selten eine Geschichte?</li>
<li>Das <em>Warum </em>schließlich ist das Ziel der Untersuchung. Es gilt den Sinnhorizont der Volunteers und ihrer Netzwerke auszumachen, um daran wiederum mit sinnvollen Engagementangeboten anschließen zu können (siehe <a title="Hintergründe zum New Volunteer Management hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/05/04/new-volunteer-management-auf-der-rc13/" target="_blank">hier</a>).</li>
</ul>
<p><em>Insight: Sich allein zu engagieren macht in der Regel keinen Spaß. Bei sporadischen Projekten ist das kein Problem, da werden kurzerhand die Freundinnen und Freunde mit ins Boot geholt. Bei schwierigeren Angelegenheiten, gilt es aber Teams zu bilden. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, Leute zusammenzubringen, die sich (a) untereinander verstehen (vielleicht auch schon kennen) und (b) nicht alle führen wollen. Nur Häuptlinge in einem Indianerstamm, das kann nicht gut gehen. Zum Team-Building hat Sophie Scholz vor zwei Jahren auf der re:campaign die </em><a title="prezi zum Bürgerforum 2011 " href="http://prezi.com/krkelong-dx0/recampaign/" target="_blank"><em>Learnings aus dem Bürgerforum 2011</em></a><em> vorgestellt. Die Teams wurden hier aus drei Online-Moderatoren, einem Supervisor und einem Feedbackmoderator zusammengesetzt, was vor allem deshalb ganz gut funktioniert hat, weil es eine (für die einzelnen) relativ übersichtliche und beständige Struktur war. </em></p>
<h1>Kritische Punkte</h1>
<p>Mit dem Framework des New Volunteer Management wollte ich einen Versuch wagen, das organisationszentrierte Modell des Freiwilligenmanagements auf die Zielgruppe in der Kampagnenarbeit umzustricken. Die Gefahr, dass Freiwillige als Erfüllungsgehilfen gesucht und eingesetzt werden, besteht allerdings weiterhin. Der Trost: Ohne den Willen, seine Zielgruppe besser kennen zu lernen, macht es wenig Sinn, dem Modell des New Volunteer Managements zu folgen, weil das des Freiwilligenmanagements schlicht etwas einfacher ist.</p>
<p>Weiterhin kritisch sind die Punkte Policy-Entwicklung und Kontrolle. Wie beim Social Media Einsatz auch müssen die, die Freiwillige mit eigenen Projekten los schicken, einiges Vertrauen vorschießen. Es geht schließlich auch um die Reputation der Organisation, wenn Politiker nicht überzeugt sondern nur noch angepöbelt werden oder Steine durch Fensterscheiben fliegen. Allerdings kann das auch im ‚herkömmlichen‘ Freiwilligenmanagement passieren. Vorbeugen kann man dem eigentlich nur, mit gekonnter Auswahl, einem gewissen Gespür für seine Freiwilligen und der gemeinsamen (!) Entwicklung von Policys bzw. einem Verhaltenskodex.</p>
<h1>Mein Fazit</h1>
<p>Das Modell des New Volunteer Managements integriert die Methoden(sätze) und Prinzipien, die aus dem Freiwilligenmanagement schon lange bekannt sind. An vielen Stellen werden ihnen einfach nur neue Namen gegeben (z.B. supported journey für strategische Personalentwicklung im Ehrenamt). Das zeigt aber eigentlich nur, dass viele aus der Zunft der Online-Campaigner!nnen schlicht in einem anderen Kulturkreis zu Hause sind als manche Freiwilligenmanager!nnen und das Sprache immer auch ein Stückweit die Grenzen unserer Welt definieren. So möge man mir also verzeihen, dass ich hier vom New Volunteer Management und nicht vom Freiwilligenmanagement im Campaigning schreibe, denn schließlich gibt es dafür auch einen handfesten Grund: Durch seine Organisationszentriertheit avanciert das Freiwilligenmanagement in seiner Praxis nicht selten zur Durchlaufverwaltung für Volunteers. Das New Volunteer Management ist darauf angelegt, die eigene Zielgruppe besser kennen zu lernen und rückt die Organisation in den Hintergrund. Es ist also dieser ‚mind shift‘ (oben hieß es noch Prioritätenwechsel), der das New Volunteer Management vom Freiwilligenmanagement abgrenzt; Freiwilligenmanagement 2.0 sozusagen.</p>
<div class="wpcvp-poll wpcvp-wrap" id="wpcvp-1"><form class="wpcvp" name="wpcvp-1 action="" method="post"><h2>Dein Fazit:</h2><div class="pdesc">Was meinst du zum New Volunteer Management? Auf einer Skala von 1 bis 5 -- 1 = "genau so mache ich das jetzt" | 5 = totaler Käse!</div><div class="poll-wrap"><div class="qdesc2"><h3>Vote! <em title="This Question is Mandatory">&#42;</em></h3><span class="qdesc"></span></div><table><tr><td style="width:20%;background-color:#cccccc;color:#000000;"><input name="aqid2" class="aqid"  rel="required"  id="radio-2-1" alt="2" type="radio" value="1" /> <small> &nbsp;<label style="color:#000000;" class="wpcvp-label" for="radio-2-1">5</label></small></td><td style="width:20%;background-color:#cf2a27;color:#ffffff;"><input name="aqid2" class="aqid"  rel="required"  id="radio-2-2" alt="2" type="radio" value="2" /> <small> &nbsp;<label style="color:#ffffff;" class="wpcvp-label" for="radio-2-2">4</label></small></td><td style="width:20%;background-color:#ffff00;color:#000000;"><input name="aqid2" class="aqid"  rel="required"  id="radio-2-3" alt="2" type="radio" value="3" /> <small> &nbsp;<label style="color:#000000;" class="wpcvp-label" for="radio-2-3">3</label></small></td><td style="width:20%;background-color:#b6d7a8;color:#000000;"><input name="aqid2" class="aqid"  rel="required"  id="radio-2-4" alt="2" type="radio" value="4" /> <small> &nbsp;<label style="color:#000000;" class="wpcvp-label" for="radio-2-4">2</label></small></td><td style="width:20%;background-color:#38761d;color:#ffffff;"><input name="aqid2" class="aqid"  rel="required"  id="radio-2-5" alt="2" type="radio" value="5" /> <small> &nbsp;<label style="color:#ffffff;" class="wpcvp-label" for="radio-2-5">1</label></small></td></tr></table><input type="hidden" id="qid0" class="qid" value="2" /><input type="hidden" class="cvpcount" id="cvpcount-1" value="1-5" /><input type="hidden" class="wpcvpqi" value="1" /></div><input type="button" class="button wpcvp_vote" id="v-1" value="Vote!" /><a class="wpcvp_results" id="a-1" onclick="wpcvp_results_click(this);return false;">Show me the results</a>
	
	</form>
	<div id="saveResult"></div></div>
<p>Hinweise und Kritik bitte in die Kommentare oder auf Twitter <a title="Twitterstream zum New Volunteer Management " href="https://twitter.com/search?q=%23rc13%20%23nvm&amp;src=typd" target="_blank">#rc13 #nvm</a></p>
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		<title>New Volunteer Management auf der #rc13</title>
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		<pubDate>Sat, 04 May 2013 11:31:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>foulder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Online-Freiwilligenarbeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Nächste Woche bin ich zum dritten Mal auf der re:campaign anzutreffen. Die „kleine Schwester“ der re:publica, mit dem verheißungsvollen Untertitel „die besten Kampagnen im Netz“, hat sich seit 2010 zu einer Art „Klassentreffen des digital-sozialen Sektors“ entwickelt. Wie die Netz-Kommunikation &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/05/04/new-volunteer-management-auf-der-rc13/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss'>

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				<content:encoded><![CDATA[
<p>Nächste Woche bin ich zum dritten Mal auf der <a title="re:campaign 2013 - die besten Kampagnen im Netz" href="http://www.recampaign.de" target="_blank">re:campaign</a> anzutreffen. Die <em>„kleine Schwester“ </em>der <a title="re:publica 2013" href="http://re-publica.de/" target="_blank">re:publica</a>, mit dem verheißungsvollen Untertitel <em>„die besten Kampagnen im Netz“, </em>hat sich seit 2010 zu einer Art <a title="Pressetext zur re:campaign" href="http://de.scribd.com/doc/134196810/Pressetext-re-campaign-2013" target="_blank"><em>„Klassentreffen des digital-sozialen Sektors“</em></a><em> </em>entwickelt. Wie die Netz-Kommunikation zu mehr politischer Mitbestimmung führen kann, ist die Frage, auf die sich die Veranstaltung konzentriert. Die letzten Male habe ich die re:campaign als Doku-Blogger und O-Ton-Mitschneider unterstützt, dieses Mal bin ich mit einer eigenen Session am Start &#8212; selbstverständlich mit meinem liebsten Thema: <a title="Was ist Online-Volunteering? (PDF)" href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2012/03/nl05_jaehnert_online-volunteering.pdf" target="_blank">Online- und Micro-Volunteering</a>.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2293" src="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/wp-content/uploads/Keiner-Spürt-es-so-wie-du.jpg" alt="Aus der Hornbach-Werbekampagne &quot;Keiner spürt es so wie du&quot;" width="640" height="279" /></p>
<p>Unter dem Titel <a title="Sessionbeschreibung auf recampaign.de" href="http://www.recampaign.de/sprecher/hannes-jaehnert" target="_blank"><em>„Mach‘ es zu ihrem Projekt &#8212; New Volunteer Management im Campaigning“</em></a> will ich versuchen, Freiwilligenmanagement und Campaigning miteinander zu verknüpfen. Ich habe die Session lila &#8212; ‚für Fortgeschrittene‘ &#8212; markieren lassen, weil ich diesmal gern über die Basics der Mobilisierung von Freiwilligen mit dem Einsatz von Internet und Social Media hinaus gehen und eher das Volunteer Management und die Entwicklung von Engagement und Comitment in den Blick nehmen würde. Die Stunde dafür ist günstig! Das große Interesse an der Mobilisierung freiwillig Engagierter aus dem letzen Jahr haben die Veranstalter!nnen dieses Jahr aufgenommen und <a title="Sprecherin Besty Hoover auf recampaign.de" href="http://www.recampaign.de/sprecher/betsy-hoover" target="_blank">Betsy Hoover</a> mit einer Keynote zu Freiwilligen-Mobilisierung eingeladen.</p>
<p>Hoover wird sicherlich interessante Learnings aus der Obama-Kampagne 2012 mit nach Berlin bringen, ich befürchte allerdings, dass sich der <em>„Obama-Effekt“</em> nicht eins zu eins nach Deutschland übertragen lässt. Für eine derart breite Mobilisierung fehlt es in Deutschland einerseits an OpenData und andererseits an einer gewissen ‚Hans-Dampf-Mentalität‘, die <a title="Hörsaal-Podcast zum Obama-Effekt bei DRadio Wissen." href="http://wissen.dradio.de/soziale-medien-ii-obama-effekt-nicht-uebertragbar.88.de.html?dram:article_id=240265" target="_blank">Christoph Bieber im Hörsaal-Podcast von DRadio-Wissen</a> anspricht. Weiterhin &#8212; und auch davon Spricht Bieber in seiner wirklich hörenswerten Vorlesung &#8212; hat das Obama Kampagnenteam schon vor Jahren ganz klein angefangen, den Long Tail rückwärts zur Maße zu gehen; und zwar über Pflege der eigenen Community und die datenbasierte Zielgruppensegmentierung.</p>
<p>Eben diese Aspekte des Campaigning verbinde ich in der Session zum New Volunteer Management mit meinen Leearnings zur freiwilligen Engagement, dem Online- und Micro-Volunteering sowie der Theorie ‚posttraditionaler Vergemeinschaftung‘ in Szenen. Eine der zentralen Fragen ist, wie der <em>Anflug</em> engagierter Unterstützer!nnen erfolgreich gemanaget werden kann. Die Metapher der Flugzeuglandung hatte ich schon das eine oder andere Mal bemüht; unter anderem in meinem Ad-hoc-Vortrag auf der Berliner SocialBar.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/46278910" frameborder="0" width="601" height="338"></iframe></p>
<h1>Der Beginn: über den Sinn freiwilligen Engagements</h1>
<p>Die These hinter der Metapher ist die, dass sich Commitment und Engagement sukzessive entwickeln und dementsprechend gepflegt werden müssen. Wer seine Unterstützer!nnen gleich zu Beginn überfordert wird es mit hohen Abbruchraten &#8212; metaphorisch gesprochen: mit <em>Bruchlandungen </em>und <em>Durchstartern</em> &#8212; zu tun bekommen. Diese sukzessive Entwicklung von Engagement und Commitment ist kein neues Phänomen unserer Zeit. Das war schon immer so! Auch die Hochengagierten unserer Tage haben dereinst klein begonnen; informell in der Nachbarschaft, in der Kirche oder im Jugendclub. Über die Zeit haben sie ihr Engagement aufrecht erhalten und ausgeweitet &#8212; vielleicht weil sie Spaß daran hatten, vielleicht, weil es sie auch persönlich oder beruflich weitergebracht hat, vielleicht, weil sie sich irgendwie verpflichtet fühlten …</p>
<p>Die Motivation, die freiwilliges &#8212; unentgeltliches (!) &#8212; Engagement antreibt, ist individuell verschieden und wandelt sich mit der Zeit. Mithin beginnen Freiwillige ein Engagement aus altruistischem Antrieb, merken dann, dass es auch ihnen etwas bringt und bleiben aus egoistischen Motiven im Engagement. Manchmal ist es andersherum. Das Freiwilligenmanagement ist deshalb sehr darauf angewiesen, die Freiwilligen und ihren Lebenswandel gut zu kennen. Im Campaigning kann sich das schwierig gestalten. Zwar ist die Zusammenarbeit mit einer übersichtlichen Schar von Freiwilligen in der Kampagnenarbeit möglich und sinnvoll, doch geht es ja häufig gerade darum, größere Gruppen zu mobilisieren. Hier ist die Frage, was die einzelnen antreibt, müßig. Hier geht es eher darum, zielsicher passende Engagementangebote unterbreiten zu können. Die Zielgruppe zu segmentieren und sie mit Themen und Aufregern zu versorgen, auf die sie schon früher angesprungen sind. Es geht viel darum die Resonanz aus dem Netzwerk aufnehmen zu können &#8212; meint, die eigene Community (nicht jeden Einzelnen) zu kennen.</p>
<p>Mein Vorschlag also: Wir verfolgen den Strang der individuellen Motivation freiwilligen Engagements vorerst nicht weiter und nehmen stattdessen den des Sinns freiwilligen Engagements auf. Sinn ist etwas anderes als Motivation! Motivation ist der Antrieb in eine bestimmte Richtung, Sinn ist der Rahmen, in dem wir uns (sicher/unauffällig/wie selbstverständlich) bewegen. Für passende Engagementangebote &#8212; vom sekundenschnellen <em>Clicktivism </em>bis zum jahrzehntelangen Ehrenamt &#8212; heißt das, dass sie für die Adressat!nnen sinnvoll sein müssen.</p>
<h1>Das Modell: Szenen als Issue-Netzwerke</h1>
<p>So banal es nun klingen mag, dass nur sinnvolle Angebote auf Resonanz stoßen, so schwierig kann es sein, herauszufinden, was für andere sinnvoll ist. Warum z.B. schreiben manche Menschen stets ins Netz, was sie gerade machen oder denken? Warum klettern manche ohne Not auf hohe Berge? Warum rennen andere am Morgen oder zum Feierabend durch den Park? Und warum tun sie es so häufig gemeinsam?</p>
<p>Einen Eindruck davon, welcher Sinn hinter dem Tun von Menschen steckt, liefert das <a title="Modell der Sinus-Milieus " href="http://www.sinus-institut.de/loesungen/" target="_blank">Modell der Sinus Milieus</a>. Hier wird die Gesellschaft auf den Achsen Grundorientierung (von traditionell bis postmodern)  und soziale Lage (Unter-, Mittel- und Oberschicht) in Milieus oder Lebenswelten geclustert. Wer ein wenig sucht, kann sich einen relativ guten Überblick darüber verschaffen, wie die Angehörigen unterschiedlicher Milieus ‚ticken‘ &#8212; welchen Sinn sie z.B. im Ehrenamt sehen. Sehr viel mehr als einen ersten Einblick aber kann man sich mit den Sinus-Milieus nicht verschaffen. Insbesondere dann, wenn es darum geht, treffsicher sinnvolle Engagementangebote zu entwerfen, wird es schwierig. Mit so allgemeinen Dingen wie <em>„Flexicurity“ </em>(neu orientierte Mittel- und Oberschicht), <em>„Distinktion“ </em>(traditionelle und moderne Oberschicht) oder <em>„Resignation/Delegation“ </em>(moderne Unterschicht) kommt man hier nicht weit.</p>
<p>Zum Glück liefert die Sozialwissenschaft auch noch andere Modelle &#8212; z.B. das der <em>„Szene“</em>. Szenen sind soziale Gebilde, die durch kollektive Inszenierung öffentlich sichtbar werden und sich selbst stabilisieren. Sie bestehen zunächst aus dem, was einst das Publikum war (<a title="Jay Rosen in der Huffington Post" href="http://www.huffingtonpost.com/jay-rosen/the-people-formerly-known_1_b_24113.html" target="_blank"><em>„The people formaly known as audience“</em></a>) &#8212; einem Kollektiv ähnlich ‚gestrickter‘ Menschen, die ein bestimmtes <em>„Erlebnisangebot“ </em>(vom Block Buster im Kino bis zur Antifa-Demo)<em> </em>gemeinsam konsumieren (<a title="Die Erlebnisgesellschaft bei Google Books" href="http://books.google.de/books?id=Oo3KSW0fJtAC&amp;q=Publikum#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Schulze 2005: 460</a>). Szenen kommen ohne Institutionen aus. Allein durch das gemeinsame Tun &#8212; die kollektive Inszenierung &#8212; entwickeln sie z.B. eine gemeinsame Sprache. Durch eben diese gemeinsame Sprache &#8212; aber auch durch Standardthemen, -techniken und -formen (dem <em>„Was“, </em>dem <em>„Wie“ </em>und dem <em>„Womit“</em>) &#8212; grenzen sich Szenen nach außen ab und schaffen nach innen das Wir-Gefühl einer Gemeinschaft, die sich selbst gegenwärtig und damit mächtig werden kann (<a title="Peter Kruse zu revolutionären Netzen" href="http://youtu.be/e_94-CH6h-o" target="_blank"><em>„revolutionäre Netze“</em></a>).</p>
<p>Das Interessante an dem Modell der Szene ist nun, dass es sich um ein <em>„zentralistisches Gebilde“ </em>handelt, das sich um einen Szenekern strukturiert (<a title="&quot;Leben in Szenen&quot; bei Amazon.com" href="http://www.amazon.de/Leben-Szenen-Formen-jugendlicher-Vergemeinschaftung/dp/3531145126" target="_blank">Hitzler et al. 2005: 27</a>). Den Szenekern bildet die <em>„organisatorische Elite“, </em>diejenigen, die (auch mit kommerziellem Antrieb) Erlebnisangebote schaffen. Um diese Eliten gruppieren sich die <em>„Friends“</em> der Organisator!nnen und die<em> „Heavy-User“, </em>zwei Gruppen, die die Erlebnisangebote kennen und regelmäßig nutzen. Und um diese <em>Stammgäste </em>schließlich gruppieren sich die <em>„Szenegänger“</em>, jene Personengruppe, die auf Events der Szene kurz mal auftaucht um dann gleich wieder zu verschwinden. Egal aber wie kurz oder lang jemand in der Szene auftaucht, er oder sie inszeniert das Schauspiel nach dem Vorbild und in Interaktion mit den anderen. Anders ausgedrückt: Szenen sind relativ einfach wähl- und abwählbare, vororganisierte Erfahrungsräume, die von außen zwar nicht recht zu greifen, nach innen aber relativ stabil sind, was u.a. an den Netzwerken liegt, die &#8212; ausgehend vom Szenekern &#8212; mit der Zeit geknüpft werden.</p>
<p><a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/wp-content/uploads/szenemodell_mit-netzwerk.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2294" src="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/wp-content/uploads/szenemodell_mit-netzwerk.jpg" alt="Modell einer Szene als zentralistisches Gebilde aus Netzwerken." width="640" height="378" /></a></p>
<p>Um seine Zielgruppe nach Sinnhorizonten zu segmentieren ist das Modell der Szene nützlich. Einerseits kann anhand weniger Fälle untersucht werden, was eigentlich sinnvolle Engagementangebote sind, andererseits sind Szenen sehr gut vernetzt und dementsprechend für virale Kampagnen geeignet. Trifft man den Nerv &#8212; das Issue &#8212; der Gemeinschaft, beginnt das Netzwerk zu schwingen. Um diesen Nerv aber treffen zu können, ist die Untersuchung von Szenen, in denen Teile der eigenen Community aktiv sind, notwendig. Dabei geht es gar nicht so sehr um das <em>„Was“, </em>sondern vielmehr um das <em>„Wie“</em> und <em>„Warum“ </em>etwas getan wird. Ein gutes Beispiel dafür sind Spendenläufe. Was getan wird ist klar: die Teilnehmenden laufen. Wie sie es tun wird schnell offensichtlich: sie tun es gern gemeinsam. Warum sie es aber tun ist wirklich interessant: Einerseits tun sie es, um fit zu bleiben oder ggf. einem verbreiteten Schönheitsideal nahe zu kommen, andererseits steht im Hintergrund aber auch Möglichkeit, damit etwas Gutes zu tun.</p>
<h1>Das Management: Zielgruppen besser kennen lernen</h1>
<p>Wie beim freiwilligen Engagement im Allgemeinen läuft das, was in der Gesellschaft als gut und nützlich gilt, also auch beim Szeneengagement eher im Hintergrund. Im Vordergrund steht die irgendwie sinnvolle Tätigkeit mit anderen &#8212; der Spaß oder die Freude, um im Jargon der Engagementförderung zu sprechen. Nun gibt es neben den Spendenläufen natürlich  noch viel mehr sinnvolle Engagementangebote. Da gibt es z.B. das Engagement als Botschafterin oder Botschafter einer guten Sache, die Mitarbeit &#8212; vll. als Spende von Zeit oder Manpower &#8212; in Projekten, die Unterstützung durch kreative Ideen und sicherlich noch einiges mehr. Die Frage, die beim New Volunteer Management im Vordergrund steht, ist die, welche Engagementangebote am besten zu welchem Zielgruppensegment passen, bzw. wie Engagementangebote eigentlich gestrickt werden müssen, dass sie von den einzelnen Zielgruppensegmenten als sinnvoll wahrgenommen werden.</p>
<p>Um den Sinnhorizont &#8212; das <em>„Warum“ &#8211;</em> anderer Menschen zu erforschen, werden in der Sozialwissenschaft Relevanzen untersucht. Man lässt die anderen einfach mal machen &#8212; bei narrativen Interviews erzählen &#8212; und beobachtet genau, was sie wie tun, um dann Schlüsse auf das Warum zu ziehen. Auf das Management von freiwillig Engagierten ist das nicht ganz einfach umzumünzen, weil das Was getan werden soll zumindest im Groben vorher feststeht. Möglich ist es allerdings den Unterstützerinnen eigene Projekte zu ermöglichen und dann zu beobachten, wie sie diese umsetzen. Mit <a href="http://greenaction.org/" target="_blank">Greenaction</a> macht Greenpeace z.B. so etwas möglich. Würde man nun beobachten, wie die Engagierten bei Greenaction die Projekte im Einzelnen umsetzen, könnte man Schlüsse darauf ziehen, warum sie es überhaupt tun und daran anschließend wiederum neue (sinnvolle) Engagementangebote &#8212; vom sporadischen Micro-Volunteering, über die Projektleitung bis zum Engagement in Gremien und AGs &#8212; erarbeiten.</p>
<p>Im Kern ist das New Volunteer Management also ein an die <a title="Wikipediaartikel zum Lemma &quot;Grounded Theory&quot;" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grounded_Theory" target="_blank">Grounded Theory</a> angelehnter Forschungsprozess, mit dem Ziel seine Unterstützer-Community datenbasiert zu segmentieren und die einzelnen Segmente mit sinnvollen Engagementangeboten zu versorgen. Das Engagement selbst &#8212; ‚the done work‘ &#8212; ist anders als beim Freiwilligenmanagement beim New Volunteer Management das Nebenprodukt der Entwicklung von Commitment und Engagement. Das hehre Ziel ist es, <a title="Wikipediaartikel (EN) zum Leamma &quot;Virtual Team&quot; " href="http://en.wikipedia.org/wiki/Virtual_team" target="_blank">(auch virtuelle)</a> Unterstützer-Gruppen zu bilden, die die Kampagne auf ihre eigene Weise in ihren eigenen Netzwerken verbreiten.</p>
<p><strong>tl;dr:</strong> <em>Aus einer Mixtur meiner Arbeits- und Interessenfelder der letzten Jahre, dem Online- und Micro-Volunteering, posttraditionaler Vergemeinschaftung und der empirischen Sozialforschung entsteht eine Art Freiwilligenmanagement 2.0. Das Modell des New Volunteer Management stelle ich Montagabend auf der re:campaign vor<br />
</em></p>
<p><strong>PS:</strong> <em>Twitter- und G+ Feedback bitte mit den Hashtags #rc13 &amp; #nvm versehen. Danke!</em></p>

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		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 12:20:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>foulder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Online-Freiwilligenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Community-Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwiligenmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Volunteering]]></category>
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</ol>
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				<content:encoded><![CDATA[
<p>Vor gut zwei Wochen ist <a title="Webseite von Slalomplace" href="http://www.slalomplace.de/" target="_blank">www.slalomplace.de </a>online gegangen. Slalomplace ist die Freestyle Slalom Community Berlins und war &#8212; abgesehen vom regen geposte auf Facebook &#8212; seit dem Sommer letzten Jahres ohne eigenen Internetauftritt. Ein Relaunch stand an und ich dachte mir, das ist die Gelegenheit, die <a title="ZiviCloud" href="http://zivicloud.roteskreuz.at/" target="_blank">ZiviCloud</a> einmal für ein ehrenamtliche Website-Projekt auszuprobieren. Webseiten zu erstellen, ist ja eine der naheliegensten Aufgabenfelder beim Online-Volunteering. Ob das aber klappt, ob die Online-Volunteers also die einzelnen Tasks brav erledigen, wollte ich bei diesem Praxis-Projekt herausfinden.</p>
<p><a href="http://www.slalomplace.de" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-2282" src="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/wp-content/uploads/Screenshot_Slalomplace-start.jpg" alt="Screenshot_Slalomplace-start" width="600" height="498" /></a></p>
<h2><em>Die Projektziele</em></h2>
<p>Es ist durchaus sinnvoll Online-Volunteering-Projekte als Lerngelegenheiten zu verstehen. <a title="Projektskizze der ZiviCloud hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2012/03/05/online-und-micro-volunteering-im-deutschsprachigen-europa/" target="_blank">Die ZiviCloud ist genau dafür da!</a> Notwenig für das Lernen sind allerdings Vorstellungen darüber, was man eigentlich lernen will. Wie gesagt, herausfinden wollte ich ganz allgemein, ob und wie sich Webseiten als Online-Volunteering-Projekte mit der ZiviCloud realisieren lassen. Doch zu welchem Zweck? Warum die Webseite nicht einfach in die Welt stellen und der Community zum Geschenk machen? Warum nicht ein bisschen Charity für&#8217;s Ego? Die zwei wesentlichen Gründe:</p>
<ul>
<li><em>Fehlende Ressourcen:</em> Ich habe schon den einen oder anderen WordPress-Blog aufgesetzt. WordPress halte ich für geeignet, wenn es um kleine (auch statische) Webseiten geht. In Sachen Design ist mit einigen wenigen Klicks schon viel getan. Was allerdings die Anpassung über die Standardeinstellungen hinaus anbelangt, was also das betrifft, was die Webseite von der Masse abheben soll, da fehlt mir einfach das Know How. Nun hätte sich Slalomplace natürlich auch ein schönes Template kaufen können; eines das nicht jeder hat. Dafür fehlt aber das Geld. Und auch die Kontakte zu Sponsoren, die hätten helfen können, so etwas zu realisieren, hatten wir nicht.</li>
<li><em>Nachhaltigkeit:</em> Mit dem Blick über das Projekt hinaus war mir klar, dass ich die Webseite nicht ewig pflegen kann und im vollen Umfang auch nicht gar pflegen will. Als <em>„Geschenk an die Community“ </em>aber, wäre sie irgendwie doch immer meine Webseite geblieben. Ein Projekt, das früher oder später hätte eingestampft werden müsste, weil mir eben die Zeit fehlt. Was die Nutzung der Webseite als Kommunikationsplattform &#8212; nicht als &#8216;Community&#8217; &#8212; anbelangt befürchtete ich außerdem, dass ja sowieso nur ein kleiner Teich neben dem großen Ozean Facebook angelegt wird, in den die Fische nur dann schwimmen, wenn es ihr Teich ist.</li>
</ul>
<p>Die Ziele des Projektes also kurz zusammengefasst: Zum einen ging mir darum, herauszufinden, ob und wie die in der Community vorhanden Ressourcen (Zeit, Geld und Know How) zu mobilisieren und so zu bündeln sind, dass sich das Projektvorhaben umsetzen lässt. Zum anderen wollte ich herauszufinden, ob über die Beteiligung von Online-Volunteers der Nutzen und die Nutzung der neue Webseite nachhaltig sicher gestellt werden kann.</p>
<h2><em>Die Herangehensweise </em></h2>
<p>All zu große Sprünge sollte man bei Volunteer-Projekten erfahrungsgemäß nicht erwarten. Es kann passieren, dass die Sache zum Selbstläufer wird und man das Projekt dann &#8216;nur noch&#8217; koordinieren muss. Das ist dann natürlich schön, wahrscheinlicher ist aber, dass vergleichsweise wenigen Volunteers ein Gros der Arbeit machen. Diese Engagierten gehören dann meist zum harten Kern der Community. Sie sind diejenigen, die in der <em>Szene</em> den Ton angeben und Projekte wie die Erstellung einer neuen Homepage <em>zu ihrem Projekt </em>machen.</p>
<p>Wenn es um Szenen als <a title="Sammelband zum Thema bei AMAZON" href="http://www.amazon.de/Posttraditionale-Gemeinschaften-Theoretische-ethnografische-Erlebniswelten/dp/3531157310" target="_blank"><em>„posttraditionale Gemeinschaften“ </em></a>geht ist die Beteiligung der sog. <em>„organisatorischen Eliten“ &#8212; </em>jenen, die die Szene mit ihrem Stil und ihren Vorstellungen vom &#8216;guten&#8217; Miteinander am meisten prägen &#8212; unglaublich wichtig, weil ohne sie gar nichts geht. Dementsprechend war die erste Station im Projekt, die Vorstellungen dieses organisatorischen Kerns der Community aufzunehmen &#8212; und zwar auch um den Preis, &#8216;nur&#8217; ihr Wohlwollen, nicht aber ihre komplette menpower zu bekommen.</p>
<p>Die Fragen waren hier eher konzeptioneller Art: Wen soll die Webseite überhaupt ansprechen? In welcher Rangfolge stehen diese Zielgruppen? Welche Funktionalitäten soll es geben? Spielt Social Media eine Rolle und wenn ja welche? Welche (positiven und negativen) Vorbilder gibt es? etc. pp Es ging hier vor allem darum, wie der Stil der Gemeinschaft authentisch wiederzugeben sein könnte. Wie also Konzept und Design gestrickt sein müssen, damit die Community die Webseite auch als eine aus der Szene erkennt und Nutzen.</p>
<p>Mit den konzeptionellen Fragen verknüpft waren auch Aspekte des Projektmanagements. Als Zielgruppe wurden die Freestyle Slalom Skaterinnen und Skater aus Berlin und Brandenburg, interessierte Fußgänger und potentielle Unterstützer definiert. Damit war z.B. klar, dass es für das Projekt eine &#8216;natürliche&#8217; Deadline gibt: Zum Saisonauftakt muss die Seite im Netz stehen. Außerdem wurden auch gleich Leute genannt, die sich abzeichnende Aufgaben übernehmen konnten und welches Material es dafür schon gibt.</p>
<p>Der zweite Schritt bestand dann darin, die leere Webseite aufzusetzen und einzelne Tasks zu basteln. Im Grunde wäre ein Nebeneinander von Technik und Inhalten möglich gewesen. Ich habe allerdings bald gemerkt, dass ein Nacheinander sinnvoller ist. Zum einen waren unsere Vorstellungen von Konzept und Design der Webseite bei Weitem nicht so klar, dass sie technisch einfach hätten umgesetzt werden können &#8212; was, nebenbei gesagt, auch wenig attraktiv für den ehrenamtlichen Programmierer gewesen wäre. Zum anderen war es eine Frage der Responsivität: Wer einen Text für eine Webseite schreibt, die noch gar nicht existiert &#8212; die vielleicht auch nie existieren wird &#8212; geht ein großes Risiko ein, für die <em>Ablage P</em> zu arbeiten. Viel attraktiver ist es, einen Text für eine Webseite zu schreiben, die schon im Netz steht. Man kann sich das konkrete Arbeitsergebnis bildlich vorstellen und es dauert auch nicht lang, bis man das Produkt anderen zeigen kann. Einzig problematisch daran, <em>die Angst vor dem leeren Blatt&#8230; </em></p>
<h2><em>Die Umsetzung </em></h2>
<p>Der erste Schritt des Projektes bestand im Wesentlichen aus einem ausgiebigen gemeinsamen Brunch. Es wurde geplaudert, was einmal war, was gerade ist und was da vielleicht noch kommen könnte. Wünsche für die neue Saison ließen sich hier recht einfach formulieren. Die Umsetzung des Projektes &#8212; meint also die Arbeit die damit verbunden war &#8212; war ja noch fern. Es sollte eine einfache, übersichtliche Webseite werden. Im Gegensatz zu anderen Plattformen aus der Szene hell und mit vielen und vor allem großen Bildern. Interessierte Fußgänger (die zweitwichtigste Zielgruppe) sollten sofort wissen, um was es auf der Webseite geht. Außerdem sollte es ein kleines Forum geben, in dem die Trainings, Events und Shows verabredet werden. Bemerkenswerter Weise sollten Facebook, Twitter &amp; Co nicht eingebunden werden&#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2283" src="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/wp-content/uploads/screen_vorbereitung-slalomplace-und-zivicloud.jpg" alt="" width="553" height="177" /></p>
<p>Für den zweiten Schritt habe ich natürlich versucht, die <a title="Slalomplace-Projekt auf der ZiviCloud" href="http://zivicloud.roteskreuz.at/#/projects/29/" target="_blank">ZiviCloud für die Kommunikation der Aufgaben</a> &#8212; insbesondere der inhaltlichen Tasks &#8212; zu organisieren. Das hat nicht wirklich geklappt. Es gab es ganz einfach keinen Grund, sich auf der ZiviCloud für die Erledigung einer Aufgabe zu melden. Viel einfacher war es, mich persönlich anzusprechen. Außerdem waren die Aufgaben, die von Anfang an klar waren &#8212; zunächst nur acht an der Zahl &#8212; so schnell untereinander aufgeteilt, das ich kaum mit dem Schreiben hinterher kam. Nichtsdestotrotz nutzte ich die ZiviCloud als eine Art Pinnwand, an die ich Aufgaben, die mir noch zu erledigen schienen, anhängte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ohne diese Pinnwand etwas vergessen hätte, zweifelsohne hat es aber geholfen, passende Engagements parat zu haben. Es hilft tatsächlich Engagementangebote zu veröffentlichen, auch wenn man davon ausgehen muss, dass sie keiner liest. Die Gefahr, sich mit irgendwelchem Kauderwelsch zu blamieren, ist einfach zu groß.</p>
<p>Und so ist es dann auch geschehen, dass ich von gefragt wurde, ob es denn noch etwas zu tun gäbe. Klar! Da ist noch die <a title="Bildergalerie auf Slalomplace.de" href="http://www.slalomplace.de/galerie/" target="_blank">Galerie</a>; eine kurze Absprache, eine technische Einweisung und dann kann&#8217;s los gehen &#8212; alles in allem nicht mehr als drei Stunden. Da sind noch die <a title="Das Slalomplace Team auf slalomplace.de" href="http://www.slalomplace.de/team/" target="_blank">Steckbriefe</a>; Entwurf machen, Dummy testen und dann die Leute über Facebook abklappern &#8212; könnte sich ein bisschen hinziehen braucht insgesamt aber nicht mehr als vier Stunden. Da ist auch noch der Flyer auf der Startseite (s.o); Maße 360 mal 380 Pixel, ein Grafikprogramm los geht’s &#8212; sollte nicht mehr als 90 Minuten dauern. Das <a title="Impressum auf Slalomplace.de" href="http://www.slalomplace.de/Impressum/" target="_blank">Impressum</a>…</p>
<h2>Die Evaluation</h2>
<p>Zu einem Projekt gehört eine Evaluation. Mein Projekt war, die Webseite <a href="http://www.slalomplace.de/" target="_blank">www.slalomplace.de</a> mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen online zu bringen und dabei darauf hinzuwirken, dass die Webseite auch genutzt wird. Über die Nutzung lässt sich noch nicht viel sagen. Die Seite steht erst seit zwei Wochen im Netz und erst seit etwa einer Woche gibt es einen Grund im Forum zu schreiben: gutes Wetter bei dem man sich <a title="Forum auf Slalomplace.de" href="http://www.slalomplace.de/forums/forum/forum/" target="_blank">im Park verabreden</a> kann. Die Seitenbesuche allerdings zeigen einen anständigen Start und die Verweildauer weist darauf hin, dass einige der <em>„returning visitors“ </em>die Seite nebenbei laufen lassen, um keine News im Forum zu verpassen. Außerdem &#8212; so einige Berichte &#8212; scheint die Webseite wieder ein Identifikationsobjekt der Berliner Freestyle Slalom Szene zu werden. Man gehört gern zu Slalomplace und verweist auch auf die <em>gemeinsame Webseite.</em></p>
<p>Alles in allem also ein guter Start. Die Frage ist nur, ob das mit dem Einbezug der Online-Volunteers zusammenhängt. Tatsächlich waren es ja vergleichsweise wenige Leute, die viele der Aufgaben erledigt haben. Wenn die Bündelung der Ressourcen also gelappt hat, dann vor allem die des harten Kerns der Community. Von den Leuten, die die Angebote der Szene &#8212; z.B. die gemeinsamen Sessions in den Berliner Parks, die <a title="Seite &quot;Training&quot; auf www.slalomplace.de" href="http://www.slalomplace.de/training/" target="_blank">markierten Spots </a>oder die Video-Tutorials im Netz &#8212; eher konsumptiv nutzen, kamen (wenn überhaupt) &#8216;schlaue Ratschläge&#8217;, die bisweilen allerdings auch umgesetzt werden konnten, oder tendenziell fatalistische Einschätzungen (Forum statt Facebook klappt nie), die gekonnt zu übergehen waren.</p>
<p>Ein Abschließendes Urteil lässt sich also m.E. noch nicht formulieren. Für mich steht aber fest, dass die Webseite als &#8216;Geschenk&#8217; nicht so gut angenommen worden wäre, wie es jetzt den Anschein macht. Einerseits, weil alle, die während des Projektzeitraums einen Beitrag dazu geleistet haben die Seite mindestens auch ein Stück als <em>ihr </em>Projekt ansehen. Andererseits, weil mir für viele der Webseiten-Inkremente (Banner, Texte, Bilder usw.) einfach das Know How oder das Material gefehlt hätten. Hätte ich die Webseite allein gemacht, sähe sie ganz bestimmt anders aus. Ob die Community sie dann überhaupt als ein Teil von ihr erkannt und genutzt hätte, bezweifle ich.</p>
<h2>Die Learnings</h2>
<p>Auf Google+ hatte ich kürzlich gefragt, ob man dieses Projekt als <a title="Post auf Google+" href="https://plus.google.com/104663960775753129588/posts/iRwR154pLmT" target="_blank"><em>„furios gescheitert“ </em></a>betrachten könnte. Zum einen zog es sich über ganze fünf Monate, zum anderen konnte ich nur vergleichsweise wenige Volunteers mobilisieren. Mittlerweile mag ich nicht mehr von Scheitern reden, wenngleich auch &#8216;furios&#8217; nicht das richtige Attribut für den Projekterfolg ist. Ich habe ich den Eindruck gewonnen, dass das Engagement des harten Kerns der Community, was die Nachhaltigkeit des Projektes anbelangt, eine gewisse Strahlkraft in die breiten Flatterränder der Szene hatte. Doch wie dem auch sei, statt des Scheiter-Cases hier abschließend ein paar Learnings:</p>
<ul>
<li>Das Involvement der sog. <em>organisatorischen Eliten </em>war in diesem Projekt entscheidend. Ich denke, das lässt sich auch auf andere Community-Projekte übertragen, herausfordernd ist allerdings die Identifikation der Eliten &#8216;von außen&#8217;.</li>
<li>So wichtig das Involvement des Szene-Kerns so problematisch die vorschnelle Verteilung der Aufgaben an die <em>„Friends“.</em>Volunteer-Tasks sollten niemals &#8216;aufgebürdet&#8217;, sondern immer aus freien Stücken und im Bewusstsein des Zeitaufwandes angenommen werden. Insbesondere bei Online-Engagements, bei denen es keinen drängelnden Unterton gibt, ist anderenfalls die Prokrastination sehr nah.</li>
<li>Tech fist! Gute Rahmenbedingungen für das Online-Engagement, sind u.a. responsiv. Deshalb sollte bei Website-Projekten immer zu erst die Technik stehen und dann die inhaltlichen Tasks verteilt werden.</li>
<li>Schreiben bildet! Es nötigt uns zum verständlichen Ausdruck und zu durchdachter Struktur. Volunteer-Tasks zu veröffentlichen hilft uns, sie dann parat zu haben, wenn danach gefragt wird. Über die Funktion als digitale Pinnwand hinaus, war die ZiviCloud in diesem Projekt allerdings nicht weiter nutzbringend. Zu einfach waren die anderen Wege und zu wenig &#8216;virtuell&#8217; war das Team.</li>
<li>Eine &#8216;natürliche&#8217; Deadline &#8212; eine Frist, die sich aus dem Projekt selbst ergibt und nicht &#8216;künstlich&#8217; gesetzt wird &#8212; ist der ultimative Motivator. Wenn sie allerdings verstreicht, ohne dass das Projekt zum (vorzeitigen) Abschluss gebracht werden konnte, wird’s schwierig.</li>
<li>Locker bleiben! Nur weil sich das Online- und Micro-Volunteering durch sporadisch, zeitbegrenzte, teilweise schnell zu erledigende Aufgaben auszeichnet, heißt das nicht, dass Online- und Micro-Volunteering Projekte schnell zum Abschluss gebracht werden müssen. Beteiligung braucht Zeit und die sollte man auch mitbringen.</li>
</ul>
<p><strong>tl;dr: </strong><em>Mit Online-Volunteers Webseiten zu erstellen wirkt nachhaltig und hilft Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln. Weniger arbeits- und zeitintensiv macht es Projekte aber nicht. </em></p>

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</ol></p>
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		<title>Blick ins Buch: Motivation und Anerkennung im freiwilligen Engagement</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 08:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>foulder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wesentlicher Aufgabenbereich im Freiwilligenmanagement. Um neue Freiwillige zu gewinnen, ist es einfach sinnvoll, potentiell Interessierte von seinen Engagementangeboten wissen zu lassen. Allein aber solche Offerten als „Gesuche“ auf der eigenen Webseite oder Engagementdatenbanken zu publizieren und &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/04/09/blick-ins-buch-motivation-und-anerkennung-im-freiwilligen-engagement/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss'>

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				<content:encoded><![CDATA[
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<p>Eine strategisch geplante und gut durchdachte Öffentlichkeitsarbeit ist im Freiwilligenmanagement dementsprechend notwendig. Genau diese wird in den <a title="Online-Bibliothek hier im Blog - Abteilung Monographien und Sammelbände" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/literatur/#buecher" target="_blank">einschlägigen Publikationen</a> aber häufig nur am Rande behandelt. <a title="Xing Profil von Lisa Katrin Schürmann" href="https://www.xing.com/profile/Lisa_Schuermann3" target="_blank">Lisa Katrin Schürmann</a> schreibt in ihrer <a title="Publikation &quot;Motivation und Anerkennung im freiwilligen Engagement&quot; bei Springer VS" href="http://www.springer.com/springer+vs/soziologie/book/978-3-658-01752-1" target="_blank">nun veröffentlichten Masterarbeit</a>:</p>
<blockquote><p>Auffällig ist, dass die Öffentlichkeitsarbeit […] meist nur ein kleiner Unterbereich des umfassenderen Kapitels ‚Freiwilligenmanagement‘ ist. Im Handbuch ‚Gemeinde &amp; Presbyterium: Systemische Ehrenamtsarbeit‘ widmet der Leitfaden ‚Ehrenamt mit System‘ dem Thema ‚Ehrenamtliche gewinnen‘ beispielsweise nur einen Abschnitt (Schürmann 2013: 95).</p></blockquote>
<p>Ähnliches gilt auch für das erst letztes Jahr neu aufgelegte ‚Standardwerk‘ für das Freiwilligenmanagement in der Sozialen Arbeit von Doris Rosenkranz und Angelika Weber (<a title="Freiwilligenarbeit in der Sozialen Arbeit bei Google Books" href="http://books.google.de/books?id=EU_vvm6Zwj0C&amp;lpg=PA73&amp;dq=Freiwilligenmanagement%20rosenkranz&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=Freiwilligenmanagement%20rosenkranz&amp;f=false" target="_blank">ebd.: 2012</a>). Hier widmen sich gerade einmal zwei kurze Beiträge explizit der Öffentlichkeitsarbeit (Bönte 2012: 90ff.; Deeg 2012: 98ff.), wobei lediglich die Grundlagen und einige (ernüchternde) Praxisbeispiele aus der Sozialen Arbeit zusammengestellt werden. Mit ihrem Praxisleitfaden <em>„13 Schritte für eine online-gestützte Öffentlichkeitsarbeit“</em> unternimmt Lisa den Versuch, diese Lücke zu füllen.</p>
<h1>Aufbau und Herangehensweise</h1>
<p>Ihre Arbeit, die insgesamt acht Kapitel umfasst, ist in drei größere Teile gegliedert: Grundlagen, Fallbeispiele und Praxisleitfaden. Lisas Vorgehen ist deduktiv, wobei sie die wesentlichen Aspekte der (theoretischen) Grundlagen in Zwischenfazits zusammenfasst und später wieder aufnimmt:</p>
<ul>
<li>Am Anfang stehen die Grundlagen zum freiwilligen Engagement, wobei Lisa dem Interneteinsatz hier eine besondere Bedeutung beimisst und auch dem Online-Volunteering ein Unterkapitel widmet (S. 54). In den Vordergrund stehen in diesem ersten Teil aber motivationspsychologische Grundlagen. Hierfür werden zuerst die Erkenntnisse von Edward L. Deci und Richard M. Ryan (<a title="Wikipediaartikel zum Lemma &quot;Selbstbestimmungstheorie&quot;" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstbestimmungstheorie_der_Motivation" target="_blank">Theorie der Selbstbestimmung</a>) sowie Mihaly Csikszentmihalyi (<a title="Wikipediaartikel zum Lemma &quot;Flow (Psychologie)&quot;" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_%28Psychologie%29" target="_blank">Flow-Erleben</a>) zu intrinsischer Motivation mit dem <em>„letztgültiges Ziel“</em> der Kompetenzsteigerung (S. 35; Schiefele/Streblow 2005: 53) umrissen, bevor anschließend auf aktuelle Untersuchungen zur Motivation freiwillig Engagierter eingegangen wird. Als Grundlage ihrer weiteren Arbeit beschreibt Lisa abschließend die sechs Dimensionen des funktionalen Ansatzes nach <a title="Understanding and Assessing the Motivations of Volunteers: A functional Approace (PDF)" href="http://www.comm.umn.edu/~akoerner/courses/5431-S13/Clary%20et%20al.%20%281998%29.pdf" target="_blank">Clary et al. (1998: 1517ff.; </a>S. 41ff.).</li>
<li>Im zweiten Teil ihrer Arbeit analysiert Lisa drei Kampagnen, die im Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 in Deutschland, Schweden und der Schweiz durchgeführt wurden (S. 56ff.). Die Analysen umfassen jeweils das freiwillige Engagement sowie der Internet und Social Media Einsatz innerhalb der untersuchten Organisationen, die Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit vor 2011 und die Aktivitäten im Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit. Den Schwerpunk legt Lisa in diesem Teil auf die jeweilige Kampagne von 2011, die sie auf ihre Aufmachung (z.B. Titelbild), den Internet und Social Media Einsatz sowie die Rolle der Freiwilligen während der Kampagne untersucht.</li>
<li>Im dritten Teil ihrer Arbeit trägt Lisa die Erkenntnisse aus den vorangegangenen Kapiteln zusammen und formuliert 13 Schritte für die Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel neue Freiwillige zu gewinnen und bereits Engagierte in ihrer Tätigkeit zu bestärken.</li>
</ul>
<blockquote><p>Dieser Leitfaden kann dazu dienen, eine Öffentlichkeitsarbeit bzw. eine Kampagne zum Thema freiwilliges Engagement im Bereich Internet/ Social Web anzugehen und wichtige Aspekte nicht aus dem Blick zu verlieren. Primär richtet sich der Leitfaden dabei an Freiwilligenorganisationen. Aber auch Freiwilligenagenturen und engagierte Einzelpersonen können ihn anwenden (Schürmann 2013: 108).</p></blockquote>
<p>Ihren Leitfaden will Lisa nicht als abschließende Handlungsanweisung verstanden wissen. Vor dem Hintergrund der sich rasch ändernden Gegebenheiten bei der Öffentlichkeitsarbeit im Social Web wäre ein solch statischer Ablaufplan wenig nützlich. Allerdings &#8212; so Lisa (S. 108) &#8212; macht es durchaus Sinn die einzelnen Fragen der Reihe nach zu beantworten, weil diese auch aufeinander aufbauen.</p>
<h1>Motivation und Anerkennung</h1>
<p>Die Lektüre dieses Büchleins mit seinen gerade 112 Seiten hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich hatte von Lisa seit Mai 2011 immer wieder Updates zu ihrer Masterarbeit und der Veröffentlichung bekommen und war dementsprechend gespannt auf das Endergebnis. Der Versuchung, gleich zum Leitfaden vor zu blättern, musste ich ein wenig wiederstehen, habe aber so ‚nebenbei‘ auch einige neue Erkenntnisse gewonnen; z.B. zu den motivationspsychologischen Grundlagen. Mit der Theorie des Flow-Erlebens hatte ich mich im Rahmen meiner Diplomarbeit intensiv befasst. Von der Theorie der Selbstbestimmung dagegen hatte ich bisher nur am Rande gehört und die Klammerung mit dem <em>„letztgültigen Ziel“ </em>der Kompetenzsteigerung war mir noch völlig neu. Von dieser Stelle aus, werde ich sicherlich noch etwas weiter recherchieren.</p>
<p>Wie aber alles auf der Welt hatte auch das disziplinierte Von-Vorn-Nach-Hinten-Lesen seine dunkle Seite. Ich habe mich durch Kapitel gelesen, deren Inhalt mir zu großen Teilen bekannt war, womit sich der Blick schnell auf das Ringsherum richtet. Ein paar kritische Punkte seien dazu kurz angemerkt:</p>
<ul>
<ul>
<li>Etwas anstrengend fand ich die bisweilen künstlich-umständliche Sprache. Die gut nachvollziehbaren Befunde, die Lisa regelmäßig in ihren Zwischenfazits zusammenfasst, wären in klarer einfacher Sprache m.E. besser aufgehoben.</li>
<li>Wenig begeistert war ich von der vielen sekundären und grauen Literatur. Es machst das &#8216;Eintauchen&#8217; in die Materie nicht einfach, wenn man befürchten muss interessante Fakten und Befunde (z.B. das <em>„letztgültige Ziel“</em>) dreimal um die Ecke recherchieren zu müssen.</li>
<li>Den Argus-Augen nicht entgangen sind ein paar ärgerliche Zahlendreher bei der aktuellen Lage freiwilligen Engagements in Deutschland (S. 26f.). Die Engagementquote in Deutschland ist seit 1999 &#8212; nicht seit 2004 &#8212; von 34% auf 36% gestiegen und die Enquete-Kommission &#8220;Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements&#8221; wurde 1999 eingesetzt &#8212; nicht 2002.</li>
<li>Schade fand ich, dass im Grundlagen-Teil die Auseinandersetzung mit dem Begriff der Anerkennung fehlte. Lisa scheint Motivation und Anerkennung irgendwie gleich zu setzen. Das kann man durchaus so sehen, angesichts des <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2012/12/02/anerkennung-und-wertschatzung-was-ist-das-und-was-bringt-das/">manigfaltigen Verständnisses von Anerkennung im freiwilligen Engagement</a> hätte ich mir ein kurzes Statement dazu gewünscht.</li>
</ul>
</ul>
<p>Bemerkenswert finde ich die Selbstverständlichkeit, mit der Lisa den Adressatenkreis der Öffentlichkeitsarbeit über neue Freiwillige hinaus auch auf bereits Engagierten ausweitet. In den wenigen Publikationen, in denen die Öffentlichkeitsarbeit als wesentliches Aufgabenbereich des Freiwilligenmanagements behandelt wird, liegt der Fokus eher darauf, Interessierte anzusprechen bzw. über die aktuellen Angebote zu informieren. Dabei muss eine gute Öffentlichkeitsarbeit durchaus zur Anerkennungskultur in Freiwilligenorganisationen gezählt werden &#8212; das zumindest ist in den Kapiteln zur Anerkennungskultur immer wieder zu lesen. Beides, sowohl Anerkennung durch Öffentlichkeitsarbeit als auch die Öffentlichkeitsarbeit zur Gewinnung neuer Freiwilliger, &#8212; das zeigt Lisa &#8212; können sich gut ergänzen.</p>
<h1>Fazit</h1>
<p>In ihrer Arbeit befasst sich Lisa mit der Motivation und Bindung freiwillig Engagierter mit den Mitteln und Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit; ein Themengebiet, das in letzter Zeit in ganz unterschiedlichen Engagementbereichen entdeckt wurde und zu dem wohl auch künftig Expertise nachgefragt werden wird. Mit den Kampagnen zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 in Deutschland, Schweden und der Schweiz hat Lisa interessante Fallbeispiele ausgewählt, mit denen sie auch aufzeigen konnte, was in Deutschland ‚normalerweise‘ unter den Tisch fällt (z.B. die Freiwilligentätigkeit bei der Organisation von Kampagnen). Besonders gefallen hat mir das Beispiel aus Deutschland. Hier nahm Lisa die Jahreskampagne des Diakonischen Bundesverbandes <a href="http://www.diakonie-mitteldeutschland.de/pdflash-da-sein-nah-sein-mensch-sein.html">„Da sein, nah sein, Mensch sein“</a> unter die Lupe.</p>
<p>Wenngleich die Analyse-Ergebnisse im Einzelnen etwas ernüchternd sind, finde ich außerdem Lisas Einbezug des Online-Volunteering lobenswert. Zwar war das freiwillige Engagement über das Internet bei keiner der drei untersuchten Kampagnen von Bedeutung, doch steigt mit der gesellschaftlichen Relevanz des Netzes und seinen Sozialen Medien auch die Bedeutung des wirksamen Einbezugs von Online-Volunteers. In ihrem Fazit weist Lisa auf das Potential dieser neuen Wege zum Engagement hin und ergänzt:</p>
<blockquote><p>Sich diesen Entwicklungen offen und transparent zu stellen, auf Augenhöhe zu kommunizieren und freiwillig Engagierte nicht nur zu informieren, sondern (z.B. durch Angebote des Online-Volunteering) auch einzubeziehen, sind Aufgaben, die ein großes Maß an zeitlichem, personellem und strategischen Planungsaufwand bedürfen (Schürmann 2013: 111).</p></blockquote>
<p><strong>Und zum Schluss:</strong> Lisas Arbeit zu <a href="http://www.springer.com/springer+vs/soziologie/book/978-3-658-01752-1">„<em>Motivation und Anerkennung im freiwilligen Engagement. Kampagnen und ihre Umsetzung in Internet und Social Media“</em></a><em> </em>ist beim Springer Verlag für Sozialwissenschaften erschienen und kostet 29,99 €. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Arbeit mit einem profunden, praxisnahen Ergebnis, das nun aber auch in der Praxis erprobt und weiterentwickelt werden müsste. Für Freiwilligenmanagerinnen und -manager lohnt sich der Blick in den Leitfaden ganz bestimmt. Für Studierende der Kommunikationswissenschaften, Soziologie und (Medien) Pädagogik ist die Lektüre m.E. aber nicht geeignet.</p>

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</ol></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Online- und Micro-Volunteering im Freiwilligensurvey 2014?</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 18:34:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>foulder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Online-Freiwilligenarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Aufmerksam lauschte ich gestern Abend Julia Simonson vom Deutschen Zentrum für Altersfragen. Sie sprach im Unterausschuss bürgerschaftliches Engagement über Zielsetzung, Konzeption und Zeitplanung für den neuen Freiwilligensurvey, der 2014 zum vierten Mal durchgeführt wird. Der Freiwilligensurvey ist eine der bedeutensten &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/21/online-und-micro-volunteering-im-freiwilligensurvey-2014/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss'>

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</ol>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[
<p>Aufmerksam lauschte ich gestern Abend Julia Simonson vom <a title="Webseite des DZA" href="http://www.dza.de/" target="_blank">Deutschen Zentrum für Altersfragen</a>. Sie sprach im <a title="Webseite des Unterausschusses bürgerschaftliches Engagement auf Bundestag.de" href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a13/buerger_eng/index.jsp" target="_blank">Unterausschuss bürgerschaftliches Engagement</a> über Zielsetzung, Konzeption und Zeitplanung für den neuen Freiwilligensurvey, der 2014 zum vierten Mal durchgeführt wird. Der <a title="Wikipedia Artikel zum Lemma Freiwilligensurvey" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwilligensurvey" target="_blank">Freiwilligensurvey</a> ist eine der bedeutensten &#8212; wenn nicht gar <em>die </em>bedeutenste &#8212; Erhebung zum freiwilligen Engagement in Deutschland. Für Engagementforschung und Engagementpolitik, für Theorie und Praxis sind die Daten und Befunde dieses Surveys von großer Bedeutung. Und das nicht nur, weil sie schlagkräftige Argumente liefern, mit denen schon <a title="Online-Volunteering: Engagement für busy people?! Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2012/02/07/online-volunteering-engagement-fur-busy-people/" target="_blank">der eine oder andere (schief gewachsene) Zahn</a> zu ziehen war, sondern auch, weil damit der Blick auf relevante Themen gelenkt wird &#8212; Themen, die im freiwilligen Engagement nicht länger übergangen werden können.</p>
<p>In den letzten Wellen des Freiwilligensurveys wurde das Internet &#8212; das <em>Megathema </em>der letzten zehn Jahre und im freiwilligen Engagement <a title="Zum 3. Freiwilligensurvey: Interneteinsatz im freiwilligen Engagement | Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2010/12/02/zum-freiwilligensurvey/" target="_blank">nachweislich bedeutsam </a>seit 2008/09 <em>&#8211; </em>sträflich vernachlässigt. Man hat es nicht recht vorausgesehen, schreibt Sibylle Picot im <a title="Webseite zur Ausgabe des FJSB" href="http://www.fjnsb.org/jahrgaenge/2012heft4" target="_blank">Forschungsjournal Soziale Bewegung (4/2012: 88)</a>. <em>„Vielleicht haben einige darauf gewartet, dass etwas passiert mit dieser angeblich oder tatsächlich so angepassten Generation“,</em> meint die Jugendforscherin und ergänzt, dass man wohl befürchtete, das Thema Internet zu früh aufzugreifen und das knappe Gut öffentlicher Aufmerksamkeit ohne Not zu verschwenden. Diese Befürchtung ist 2013 aus der Welt! Vielleicht konnte man bei der Planung der dritten Welle des Freiwilligensurveys (2007/08) noch zu der Ansicht gelangen, dieser <em>Web 2.0 Hype</em> geht vorbei. Heute disqualifiziert man sich mit derartigen Aussagen als weltfremd. Das Internet und ganz besonders die Sozialen Medien sind kein <em>Ad-Ons</em> des täglichen Lebens mehr, sie sind<em> Plug-Ins</em>. Sie werden nicht mehr nach Bedarf an oder ab geschaltet, sie sind <em>always on &#8212; </em>sie<em> </em>durchziehen nicht nur die Lebenswirklichkeit vieler Millionen Menschen, sie sind auch <em>natürlicher</em> Begleiter im Engagement.</p>
<p>Nun haben Simonsons Ausführungen vor dem Unterausschuss nicht so detailliertes Material geliefert, um hier mehr als Orakelei zu betreiben. Nichtsdestotrotz seien ein paar Grundlagen für ebendiese zusammengestellt, die darauf hoffen lassen, dass das ortsunabhängige Engagement im und über das Internet (Online-Volunteering) mit in den neuen Freiwilligensurvey aufgenommen wird.</p>
<ul>
<li><em>Die Rahmenbedingungen:</em> In 10 bis 15 Minuten Redezeit müssen sich die geladenen Expert!nnen in Gremien wie dem Unterausschuss bürgerschaftliches Engagement stets auf die (wichtigen) Oberthemen und Schwerpunkte konzentrieren. Umso erfreulicher ist es, dass Simonson dem Fokus auf neue Engagementformen in ihrem Vortrag einigen Raum gab. Das, gepaart mit dem Eindruck, viel mehr als die Oberthemen stünden noch gar nicht fest, deutet nämlich auch darauf hin, dass dieser Schwerpunkt von Beginn an mit in die Planung der vierten Welle des Freiwilligensurveys einbezogen wurde.</li>
<li><em>Die anderen Themen:</em> Studien wie der Freiwilligensurvey sind immer retrospektiv. Das betrifft nicht nur die Aussagen die gemacht, sondern auch die Themen die aufgenommen werden. Neben den neuen Engagementformen nannte Simonson als Schwerpunktthemen u.a. auch Lernprozesse im Engagement (ein gar nicht so altes Thema), die Monetarisierung und ihre Auswirkungen auf das Engagement (insbesondere seit den <a title="Knapp vorbei ist auch daneben -- Kommentar zum GemEntBG hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/02/05/knapp-vorbei-ist-auch-daneben-zum-neuen-gesetz-zur-starkung-des-ehrenamts/" target="_blank">Gesetzen zur Stärkung des Ehrenamts 2007 &amp; 2013</a> relevant), biographische Aspekte des Engagements (der Begriff <em>Engagementbiographie </em>ist in der Literatur noch nicht mal näher definiert) und dessen Auswirkungen auf Lebensglück und &#8212; man höre und staune &#8212; <a title="Ehrenamt macht gesund, reich und schön | ironischer Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/15/ehrenamt-macht-gesund-reich-und-schon/" target="_blank">Gesundheit</a>.</li>
<li><em>Das Erhebungsdesign: </em>Die Erhebungsmethodik des Freiwilligensurveys war immer wieder der <em>natürliche </em>Angriffspunkt für Kritik. Im ersten Freiwilligensurvey war die Anzahl der Befragten zu klein, im zweiten auch. Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Festnetztelefon waren systematisch unterrepräsentiert. Die Interviews umfassten 2009 zwar 20 Minuten, waren aber nicht lang genug, um dem individuellen Engagement der Befragten gerecht zu werden. All das soll sich im neuen Freiwilligensurvey ändern: Mindestens sollen 25.000 Befragte in die Stichprobe eingehen (Aufstockung durch die Länder und privatwirtschaftliche Geldgeber exklusive), 7.500 davon werden auf dem Mobiltelefon angerufen, die Interviews sollen 30 Minuten umfassen und bei Bedarf in einer von fünf verschiedenen Fremdsprachen geführt werden können.</li>
</ul>
<p>Was können wir also erwarten vom neuen Freiwilligensurvey? Mit einiger Sicherheit hat das ausgebaute Erhebungsdesign Auswirkungen auf die Engagementquote. <em>„Je detaillierter die Nachfragen zur Freiwilligenarbeit, desto eher geben Menschen an, engagiert zu sein“ </em>zitiert <a title="Die Vielfalt der Freiwilligenarbeit bei Google Books (inkl. Vorschau)" href="http://books.google.de/books?id=3htS6s9KbacC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=vielfalt+der+freiwilligenarbeit&amp;ei=Lk1LUZP_EsTgUbOegKgP&amp;cd=1&amp;redir_esc=y" target="_blank">Johannes Emmerich in seiner Doktorarbeit</a> <a title="Measurement of Volunteering | Artikel aus &quot;Nonprofit and Voluntary Sector Quarterly&quot; (3/2002) (PDF)" href="http://smallboxdev.philanthropy.iupui.edu/files/research/measurement_of_volunteering_-_a_methodological_study_using_indiana_as_a_test_case.pdf" target="_blank">Steinberg et al. (2002: 449)</a>. <a title="Freiwilliges Engagement von Türkinnen und Türken in Deutschland (PDF)" href="http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/engagementtuerkisch/01-Redaktion/PDF-Anlagen/gesamtdownload,property=pdf,bereich=engagementtuerkisch,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank">Menschen mit Migrationshintergrund</a> sowie <a title="Freiwilliges Engagement mit Behinderungen | Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/02/24/freiwilliges-engagement-mit-behinderung-reprasentativ-umfrage-von-aktion-mensch/" target="_blank">Menschen mit Behinderungen </a>und auch Menschen ohne Festnetzanschluss sind durchaus aktiv in der Zivilgesellschaft. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr Engagement die Quote insgesamt beeinflusst, doch angesichts des Fokus auf neue Engagementformen, halte es zumindest für nicht unwahrscheinlich.</p>
<p>Auch werden wir mehr erfahren über die (Wechsel-) Wirkung der &#8212; so oft geforderten &#8212; Engagementinfrastruktur wie Freiwilligenzentren und -agenturen, Mehrgenerationenhäuser und Stadtteilbüros, deren Wirkungsgrad &#8212; das nehme ich an &#8212; mit dem lokalen Umfeld (z.B. Größe und Lage der Kommune, sowie die Zusammensetzung ihrer Einwohner) korrespondiert. Schon lange ist bekannt, dass das freiwillige Engagement in den Speckgürteln der Ballungszentren verbreiteter ist als anderswo. Gemeindezentren dürften hier, wo viele Häuslebauer und Bildungsbürger zusammen wohnen, besser funktionieren als in den <em>Problemkiezen </em>deutscher Großstädte (zum Engagement in Problemvierteln ein Blick wert: <a title="&quot;Entbehrliche der Bürgergesellschaft&quot; beim transcript Verlag" href="http://www.transcript-verlag.de/ts1789/ts1789.php" target="_blank">Klatt/Walter 2011</a>).</p>
<p>Und schließlich werden wir auch mehr über die Rolle des Internets im freiwilligen Engagement erfahren. Sicherlich wird wieder gefragt werden, welche Bedeutung die Engagierten dem Internet beimessen. Das hatten wir auch schon im letzten Freiwilligensurvey &#8212; <a title="Zum 3. Freiwilligensurvey: Interneteinsatz im freiwilligen Engagement | Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2010/12/02/zum-freiwilligensurvey/" target="_blank">mit bekanntem Ergebnis</a>. Zu erwarten ist, dass diesmal etwas detaillierter auf den Einsatz der Mittel und Möglichkeiten des Internets eingegangen und handfestere Befunde formuliert werden. Welche Rolle bspw. spielen die Webseiten der Freiwilligenorganisationen, Projekte und Initiativen? Wirken sie überhaupt bei der Gewinnung von Freiwilligen oder sind sie vielleicht &#8216;nur&#8217; Anlaufstellen für bereits Engagierte? Selbiges gilt für die derzeitige Praxis der dialoglosen Spiegelung von Website-Inhalten in Social-Networking-Diensten. Hier ist auch die Frage interessant, ob die Sozialen Medien als Motor weiterer Individualisierung des Engagements wirken und so die Nachfrage nach (biographisch, thematisch, situativ) passenden Engagementangeboten perpetuieren &#8230;</p>
<p>Mich persönlich interessiert natürlich brennend, ob das Online-Engagement in Deutschland eigentlich schon eine nennenswerte Größe ist oder weiterhin Zukunftsmusik bleibt. Ich hatte meiner Hoffnung, dass das Online-Volunteering in der vierten Welle des Freiwilligensurveys untersucht wird, ja schon <a title="Was ist Online-Volunteering? Beitrag im BBE-Newsletter (PDF)" href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2012/03/nl05_jaehnert_online-volunteering.pdf" target="_blank">hier</a> und <a title="Was ist Online-Volunteering? Gekürzter Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2012/02/24/was-ist-online-volunteering/" target="_blank">da</a> Ausdruck verliehen. Ich halte es für ein wichtiges Thema und glaube, dass sich schon viele Freiwillige ausschließlich oder teilweise über das Internet engagieren, ohne es <em>Online-Volunteering </em>zu nennen. Der Irrtum ist aber nie ausgeschlossen! Weite Teile des Dritten Sektors haben sich lange Zeit als äußerst resistent gegenüber ePartizipation gezeigt und taten sich bislang auch schwer damit, das Internet für den Aufbau von Unterstützer-Communitys und den <a title="Definition bei Wordnik.com" href="http://www.wordnik.com/words/polylog" target="_blank">Polylog</a> auf Augenhöhe zu nutzen. Allerdings habe ich in den letzen Jahren immer mehr Online-Engagementprojekte gefunden, die nicht nur von der Avantgarde der Zivilgesellschaft organisiert werden, sondern an etablierte NPOs wie die Caritas angedockt sind.</p>
<p>Was bleibt ist der Zweifel während die <a title="Wikipedia Artikel zum Lemma Eule der Minerva" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eule_der_Minerva" target="_blank">Eule der Minerva, </a>die <em>&#8220;erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug&#8221;</em> beginnt (<a title="Wikipedia Artikel zum Lemma Georg Friedrich Hegel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Friedrich_Hegel" target="_blank">Hegel</a>), fliegt. Und sie fliegt noch eine ganze Weile! Die Zeitplanung sieht vor, den Freiwilligensurvey erst Ende 2015 an das BMFSFJ zu übergeben&#8230;</p>
<p><strong>tl;dr:</strong> <em>Neue Engagementformen werden ein Fokus im neuen Freiwilligensurvey. Und auch sonst deutet viel darauf hin, dass wir mehr erfahren zum Online- und Micro-Volunteering in Deutschland. </em></p>

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		</item>
		<item>
		<title>About Volunteer Management in the German&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Mar 2013 11:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Jahnert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz Notiert]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwilligenmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[About Volunteer Management in the German speaking Europe One of the most important tings while working with new forms of volunteering is volunteer management. Without volunteer management it is utopian to think about Online- and Micro-Volunteering as a part of &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/19/about-volunteer-management-in-the-german/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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<p><b>About Volunteer Management in the German speaking Europe</b></p>
<p>One of the most important tings while working with new forms of volunteering is volunteer management. Without volunteer management it is utopian to think about Online- and Micro-Volunteering as a part of a volunteer programm. The more important it is, that sometimes so called volunteer managers are asked about their profession. During 2012 volunteer consult asked and got not really surprising answers:</p>
<p>Overall volunteer management is one of many tasks for professionals in NPOs. About 50% of the respondents are free for less than 10 hours a week. Not more 20% are full time volunteer managers&#8230;</p>
<p>It&#039;s really amazing, most of the volunteer managers feels accepted and recognized by their peers and superiors, but in the NPO they are established factually precarious: Tere have very diverse jobprofiles by hardly average earning. Okay thats often seen in the social sector but that in 58% of the cases the volunteer management do not appear in the organizational chart for me it is a sign for disregarding. And even more: If there is a budget &#8212; even in 38% of the cases, the rest have to beg for everything &#8212; at least in a part it is really low; 10 to 30€ per volunteer <img src='http://hannes-jaehnert.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a href="http://www.beratergruppe-ehrenamt.de/ea-neu/wp-content/uploads/2012/08/Online_Umfrage.pdf">http://www.beratergruppe-ehrenamt.de/ea-neu/wp-content/uploads/2012/08/Online_Umfrage.pdf</a></p>



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		</item>
		<item>
		<title>Großes Potential für Kirchenengagement</title>
		<link>http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/19/groses-potential-fur-kirchenengagement/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=groses-potential-fur-kirchenengagement</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Mar 2013 11:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Jahnert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz Notiert]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Sinus-Milieus]]></category>

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		<description><![CDATA[Großes Potential für Kirchenengagement In einem kurzen Video erklärt Marc Clambach, einer der Autoren der Sinus-Jugendstudie, dass insbesondere in den traditionellen und liberalintellektuellen Milieus &#8212; in der Sinus-Jugendstudie zu überwiegenden Teilen die &#34;konservativ Bürgerlichen&#34; und die &#34;Sozialökologischen &#8212; einiges Engagementpotential &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/19/groses-potential-fur-kirchenengagement/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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<p><b>Großes Potential für Kirchenengagement</b></p>
<p>In einem kurzen Video erklärt Marc Clambach, einer der Autoren der Sinus-Jugendstudie, dass insbesondere in den traditionellen und liberalintellektuellen Milieus &#8212; in der Sinus-Jugendstudie zu überwiegenden Teilen die &quot;konservativ Bürgerlichen&quot; und die &quot;Sozialökologischen &#8212; einiges Engagementpotential schlummert. Es bestehe ein starker Wunsch, Institutionen wie die Kirche &#039;von unten&#039; mit zu gestalten.</p>
<p>Wieder einmal zeigt sich, dass Mitgestaltung einer der Triebfedern im <i>bürgerschaftlichen</i> Engagement ist. Mit welchen Mitteln sich Angehörige der restlichen Milieus zum Engagement aber &#039;verführen&#039; lassen, lässt Clambach offen. Ich habe da so meine Vermutungen &#8230;</p>
<p><a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2012/12/15/online-und-micro-volunteering-wer-denkt-sich-sowas-aus/" class="ot-anchor" rel="nofollow">http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2012/12/15/online-und-micro-volunteering-wer-denkt-sich-sowas-aus/</a></p>
<p><a href="http://blog.gemeindemenschen.de/ehrenamt/ehrenamtliche-wollen-in-kirche-mitbestimmen">Video: Ehrenatmliche wollen in Kirche mitbestimmenSinus-Milieu-Studie: Ehrenamtliche wollen Kirche mitgestalten</a></p>
<p>Video-Interview mit dem Studienleiter der Sinus-Milieu-Studie über die Ergebnisse: Ehrenamtliche wollen in ihrer Kirche mitbestimmen und sie demokratisieren.Wertorientierungen gehen dabei ebenso in di&#8230;</p>



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		<title>Das Ehrenamt macht schlank und schön &#8230;</title>
		<link>http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/19/das-ehrenamt-macht-schlank-und-schon/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=das-ehrenamt-macht-schlank-und-schon</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Feb 2013 17:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Jahnert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz Notiert]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; das zumindest wollen amerikanischer Wissenschaftlerinnen herausgefunden haben. Die einen Untersuchten 106 kanadische Jugendliche zwischen 15 und 16 Jahren, die anderen ein Sample von ca. 423 verheirateten Paaren bei denen der Mann mindestens 65 Jahre alt war. Für die älteren &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/19/das-ehrenamt-macht-schlank-und-schon/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss'>

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</ol>
</div>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[
<p>&#8230; das zumindest wollen amerikanischer Wissenschaftlerinnen herausgefunden haben. Die einen Untersuchten 106 kanadische Jugendliche zwischen 15 und 16 Jahren, die anderen ein Sample von ca. 423 verheirateten Paaren bei denen der Mann mindestens 65 Jahre alt war.</p>
<p>Für die älteren Paare konnte festgestellt werden, dass sich die Mortalität derer, die angaben, freiwillig engagiert zu sein, gegenüber denen, die sich nicht engagieren, signifikant ins Positive verschiebt. Kurz: Freiwillige leben länger. Bei den Jugendlichen konnte gezeigt werden, dass die Engagierten unter ihnen einen niedrigeren Cholesterin-Spiegel, weniger Entzündungsanzeichen sowie einen geringeren Body-Mass-Index aufwiesen. Kurz: jugendliche Freiwillige leben gesünder.</p>
<p>Erklärt wird das unter anderem mit der Verbesserung von schlechter Stimmung, der Vorbeugung von Depressionen und der Steigerung des Selbstvertrauens durch freiwilliges Engagement.</p>
<p>Die These, Freiwilligenarbeit würde zu einem längeren und gesünderen Leben verhelfen, hällt sich beharrlich. Ich bin mal gespannt, wann das erste Mal neben der Demographie und den Vorerkrankungen auch der sozioökonomische Status der Befragten mit in die Statistik einbezogen wird. Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass hier ein Zusammenhang besteht.</p>
<p>Die Studien:<br />
- <a class="ot-anchor" href="http://archpedi.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1655500" rel="nofollow">http://archpedi.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1655500</a><br />
- <a class="ot-anchor" href="http://pss.sagepub.com/content/14/4/320" rel="nofollow">http://pss.sagepub.com/content/14/4/320</a></p>
<p>Siehe auch:<br />
- <a class="ot-anchor" href="http://bit.ly/Wrvjjn" rel="nofollow">http://bit.ly/Wrvjjn</a></p>
<p><a href="http://wissenschaftundschreie.wordpress.com/2013/02/26/freiwilligenarbeit-hilf-herz-und-kreislauf/">Freiwilligenarbeit hilf Herz und Kreislauf</a></p>
<p>Wer ehrenamtliche Tätigkeiten ausführt, unterstützt damit nicht nur andere Menschen oder Tiere. Auch das eigene Herz-Kreislauf-System kann davon profitieren. Das belegt eine Studie dreier Forscheri&#8230;&#8230;</p>



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		<title>Geloggt: Shift happens &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Mar 2013 14:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Jahnert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz Notiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Geloggt: Shift happens &#8230; Heute bin ich auf einen lesenswerten Artikel zur politischen Bildung im Zeitalter von Web 2.0 und Social Media von Jöran Muuß-Merholz aufmerksam geworden. Der Autor beschreibt die grundlegende kulturelle Transformation unserer Gesellschaft durch das Aufkommen Sozialer &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/19/geloggt-shift-happens/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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<p><strong>Geloggt: Shift happens &#8230;</strong></p>
<p>Heute bin ich auf einen lesenswerten Artikel zur politischen Bildung im Zeitalter von Web 2.0 und Social Media von Jöran Muuß-Merholz aufmerksam geworden. Der Autor beschreibt die grundlegende kulturelle Transformation unserer Gesellschaft durch das Aufkommen Sozialer Medien und leitet daraus mögliche Implikationen für die politische Bildung ab:</p>
<p>Kurz um:</p>
<ul>
<li>Die politische Bildung muss vor Gefahren aufklären und Selbstbestimmung ermöglichen.</li>
<li>Die politische Bildung muss Potentiale nutzen, Partizipation und Transparenz ermöglichen.</li>
<li>Die politische Bildung muss sich als eine Plattform für den Austausch über die anstehenden Transformationen verstehen.</li>
<li>Die politische Bildung muss das Web 2.0 als Werkzeug nutzen.</li>
</ul>
<p>Während Muuß-Merholz die ersten beiden Zugänge dem <em>state-of-the-art</em> der politischen Bildung beschreibt, sieht er im dritten und vierten noch Nachholbedarf.</p>
<p>Der Artikel ist 2010 erschienen. Inzwischen hat sich einiges getan. Soziale Medien werden zunehemnd in der politischen Bildung eingesetzt, ob sich das Selbstverständnis politischer Bildung als <em>Plattform für den Austausch über anstehende Transformationen</em> aber schon durchgesetzt hat, weiß ich nicht.</p>
<p><a href="http://www.joeran.de/shift-happens-was-web-2-0-fur-gesellschaft-und-bildung-bedeutet/">Shift happens – Was Web 2.0 für Gesellschaft und Bildung bedeutetShift happens – Was Web 2.0 für Gesellschaft und Bildung bedeutet</a></p>
<p>Folgenden Text erscheint in der (Print-(only))Zeitschrift &#8220;Praxis Politische Bildung&#8221; als Leitartikel für das Themenheft &#8220;Web 2.0 und politische Bildung&#8221;. Jöran hat ihn geschrieben. &#8220;Shift happens&#8221;&#8230;</p>



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		<title>Verberuflichung des Sportvereinswesens?!</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Mar 2013 11:05:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Jahnert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz Notiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Verberuflichung des Sportvereinswesens?! Lutz Thieme sagt nein. Mit seinem theoretischen Modell lässt sich argumentieren, dass die Verberuflichung im Sportvereinswesen deshalb nicht so schnell voranschreite, weil sich Ausdifferenzierung der Angebote und zur Verfügung stehenden Ressourcen die Waage halten; sich also immer &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/19/verberuflichung-des-sportvereinswesens/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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<p><b>Verberuflichung des Sportvereinswesens?!</b></p>
<p>Lutz Thieme sagt nein. Mit seinem theoretischen Modell lässt sich argumentieren, dass die Verberuflichung im Sportvereinswesen deshalb nicht so schnell voranschreite, weil sich Ausdifferenzierung der Angebote und zur Verfügung stehenden Ressourcen die Waage halten; sich also immer genügend Ehrenamtliche für die neuen Angebote zur Verfügung stellen.</p>
<p>Betriebswirtschaftlich ausgedrückt: Solange die <i>&quot;Lohnspende&quot;</i> &#8212; das ist bei Thieme die Differenz aus eingesparten Mitteln durch Nicht- bzw Weniger-Bezahlung Ehrenamtlicher (Haben) und der Kosten für das Einwerben und die Bewirtschaftung der Ressource Ehrenamt (Soll) &#8212; postitiv ist lohnt sich der Ausbau ehrenamtlicher oder quasi-ehrenamtlicher Angebote eher als die Schaffung regulärer Beschäftigung.</p>
<p><i>Thieme, Lutz (2012). Effizienzverzicht durch Ehrenamt &#8211; Ist die Absorption von Hauptamtlichkeit in Sportvereinen funktional? Sport und Gesellschaft, 9. Jahrgang, Heft 2, S. 161 bis 192</i></p>
<p><a href="http://www.sportundgesellschaft.de/index.php/sportundgesellschaft/article/view/169" class="ot-anchor" rel="nofollow">http://www.sportundgesellschaft.de/index.php/sportundgesellschaft/article/view/169</a></p>
<p><a href="http://idw-online.de/de/news521988">Effizienzverzicht durch Ehrenamt &#8211; Warum Sportvereine keine Jobmotoren sind</a></p>
<p>Der von Experten seit den 90iger Jahren vorhergesagte Boom hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den mehr als 90.000 deutschen Sportvereinen ist bis heute ausgeblieben. Wenn Lutz Thieme, &#8230;</p>



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		<title>Anerkennung im Ehrenamt &#8212; Blick in eine&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Mar 2013 11:05:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Jahnert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz Notiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Anerkennung im Ehrenamt &#8212; Blick in eine Längsschnittstudie der ETH-Zürich Bei ihrer Forschung zu freiwilligem Engagement verfogt die Gruppe &#34;Frei-gemeinnützige Tätigkeit&#34; am Zentrum für Organisations- und Arbeitswissenschaften der ETH-Zürich einen arbeitspsychologischen Ansatz. Das ist insofern interessant, als hiermit insbesondere motivationale &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/19/anerkennung-im-ehrenamt-blick-in-eine/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss'>

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</ol>
</div>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[
<p><b>Anerkennung im Ehrenamt &#8212; Blick in eine Längsschnittstudie der ETH-Zürich</b></p>
<p>Bei ihrer Forschung zu freiwilligem Engagement verfogt die Gruppe <i>&quot;Frei-gemeinnützige Tätigkeit&quot;</i> am Zentrum für Organisations- und Arbeitswissenschaften der ETH-Zürich einen arbeitspsychologischen Ansatz. Das ist insofern interessant, als hiermit insbesondere motivationale Aspekte individuellen Engagements und die entsprechende Gestaltung des organisationalen Umfeldes in das Blickfeld rücken. In der Studie <i>&quot;Freiwillig 2011. Erfolgsfaktoren in der Freiwilligenarbeit&quot;</i> wird explizit die Tätigkeits- und Organisationsgestaltung in der ehernamtlichen Sozialarbeit untersucht.</p>
<p>Ziel der Studie war es, _&quot;den Prozess der freiwilligen Tätigkeit im Rahmen einer Längsschnittstudie (drei Zeitpunkte) zu untersuchen [...] [und] zu erklären, wie sich die Gestaltung von Aufgaben und Rahmenbedingungen in der Freiwilligenarbeit auf die Selbstbestimmtheit der Freiwilligen, ihre Zufriedenheit, ihre Identifikation mit der jeweiligen Organisation, die Bereitschaft zu weiterem Engagement und auf die Entwicklung einer Identität<br />als Freiwillige/r auswirken&quot; (Ooslander et al. 2012: 2)_</p>
<p>Folgende <i>Erfolgsfaktoren</i> wurden in der Studie untersucht:</p>
<p><b>Tätigkeitsbeschreibung</b> (Autonomie, Feedback, Bedeutsamkeit, Vielfalt und Ganzheitlichkeit)<br /><b>Organisationale Merkmale</b> (Wertkongruenz, Prestige, Informationsfluss, Unterstützung und Ansprechpersonen)<br /><b>Anerkennung</b> (vonseiten der Klienten, direkter Ansprechpersonen, Angetellten und dem privaten Umfeld)</p>
<p>Besonders interessant finde ich den Erfolgsfaktor <i>Anerkennung</i>. Güntert, einer der Autoren der Studie, ist bereits in seiner Dissertation zu dem  bemerkenswerten Befund gelangt, dass die Anerkennung seitens der Organisation von den Freiwilligen weniger positiv &#8212; eher belastent &#8212; wahrgenommen wird als vonseiten der Klienten bzw. den Hilfeempfängern (Güntert 2007).</p>
<p>In der vorliegenden Studie zeigt sich, dass die befragten Freiwilligen von mehr Anerkennung seitens der Klienten, der direkten Ansprechpersonen und aus dem privaten Lebensumfeld berichten. Die Anerkennung vonseiten der Angestellten hingegen liegt deutlich unterhalb des Gesamtdurchschnitts. Im Bericht muss offen bleiben, warum das so ist, es wird allerdings darauf hingewiesen, dass die Anerkennung vonseiten der Klienten auf der Seite der Hilfeempfänger und die vonseiten der direkten Ansprechpersonen und Angestellten auf Organisationsseite weniger zur Zufriedenheit der Freiwilligen im Engagement beiträgt als zur Identifikation mit der Organisation.</p>
<p>Kurzum: Dass die Anerkennung vonseiten der Angestellten, die nicht direkt Ansprechpartner der Freiwilligen sind, weniger intensiv wahrgenommen wird als die der anderen Personengruppen, vertreibt die Freiwilligen sicherlich nicht aus ihrem Engagement (crowding out). Sie wirkt sich allerdings negativ auf die Identifikation mit der Organisation aus, was den vielbesprochenen <i>Wandel des Ehrenamts</i> &#8212; z.B. die sinkende Bereitschaft zur Übernahme von Leitungs- und Führungsämtern &#8212; ggf. weiter vorantreibt.</p>
<p><a href="http://www.volunteering.ethz.ch/box_feeder/Gesamtbericht_final.pdf" class="ot-anchor" rel="nofollow">http://www.volunteering.ethz.ch/box_feeder/Gesamtbericht_final.pdf</a></p>
<p><a href="http://www.volunteering.ethz.ch/box_feeder/Gesamtbericht_final.pdf">,¨&#8217;4&#8242;Š¦&#8217;Š¦&#8217;Š¦&#8217;Š¦!Æª³E;‚ ÁÓ!ŒÅ U¬û ;‚oªñH$Š/`HRØg³*” Ûíü Jk² &#8230;</a></p>
<p>,¨&#8217;4&#8242;Š¦&#8217;Š¦&#8217;Š¦&#8217;Š¦!Æª³E;‚ ÁÓ!ŒÅ U¬û ;‚oªñH$Š/`HRØg³*” Ûíü Jk²&#8217;”aW&amp;RÎµ&amp;üS…à ºÝ ‹RoNtâ MÊ$âÊ ‚†»zøÒQ§6fUÏqUj R&amp;‡ ½Û1&lt;2|‡Û&quot;õZ-Pz7j:†l´°6©°6©°6©°6©°6ò´2R ;lC8&amp;amp&#8230;</p>



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		<title>Gelernt: Homer Simpson sollte man nicht&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Mar 2013 11:05:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Jahnert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz Notiert]]></category>
		<category><![CDATA[Crisatunity]]></category>

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		<description><![CDATA[Gelernt: Homer Simpson sollte man nicht alles glauben Ich betue mich gerade (mal wieder) im äußerst spannenden Feld des Campaigning. First of all habe ich mal das Webinar mit +Paula Hannemann zu den Basics des Campaigning nachbereitet und meinen Zettelkasten &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/19/gelernt-homer-simpson-sollte-man-nicht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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<p><b>Gelernt: Homer Simpson sollte man nicht alles glauben</b></p>
<p>Ich betue mich gerade (mal wieder) im äußerst spannenden Feld des Campaigning. First of all habe ich mal das Webinar mit <span class="proflinkWrapper"><span class="proflinkPrefix">+</span><a href="https://plus.google.com/108050242742478466677" class="proflink">Paula Hannemann</a></span> zu den Basics des Campaigning nachbereitet und meinen Zettelkasten um ein weiteres Inkrement zum Weltwissen erweitert. Dabei bin ich auf einen interessanten Essay von Victor H. Mair, einem Professor für chinesische Sprache an der University of Pennsylvania, gestoßen. Mair erklärt das Missverständnis aus dem die Wortschöpfung <i>&quot;Crisatunity&quot;</i> bzw. <i>&quot;Crisitunity&quot;</i> hervorgegangen ist.</p>
<p>Crisatunity steht für die Verbindung von Krise und Chance, die &#8212; fälschlicher Weise &#8212; aus der chinesischen Sprache (dem Mandarin) abgeleitet wird. Prominentester &#039;Ausrufer&#039; der Crisatunity ist wohl Homer Simpson. Der erwiederte in einer Folge aus dem Jahr 1994 auf die &#8212; ebenfalls falsche Feststellung &#8212; seiner Tochter Lisa, die Chinesen würden ein und dasselbe Wort für Krise und Chance benutzen, <i>&quot;Yes Crisatunity!&quot;</i></p>
<p><b>Danger + Opportunity ≠ Crisis</b></p>
<p>Mair erläurtert, dass diesem Missverständnis gleich drei Ursachen zugrunde liegen: Zum Ersten wird das chinesische Schriftzeichen für wēi (危), dem ersten Teil des Wortes für Krise, unsinniger Weise in seine Bestandteile zerlegt. Chinesische Schriftzeichen sind keine Ideogramme deren Sinn &#8212; ähnlich wie bei Piktogrammen &#8212; Teil für Teil zu ergründen wäre. Sie sind wie unsere Buchstaben, stehen aber nicht nur für Laute (wie bei uns), sondern für Silben. So wenig man den Sinn eines unserer Buchstaben also aus seiner Form &#8212; oder teilen davon &#8212; entziffern könnte, sowenig kann man den Sinn aus dem oberen und unteren Teil von wēi (危) ergründen.</p>
<p>Zum Zweiten besteht das Wort für Krise im Mandarin aus zwei Schriftzeichen wēi (危) und jī (机). Nur aus dem ersten aber wird versucht die komplette Bedeutung zu lesen. Das ist als würde man versuchen aus der deutschen Silbe &quot;Kri&quot; die Bedeutung &quot;Krise&quot; herauszuinterpretieren. Da liegt der (Kurz)Schluss eigentlich nahe, alle möglichen Worte, die mit &quot;Kri&quot; anfangen mit der Bedeutung von &quot;Krise&quot; gleichzusetzen. Gleichbedeutend wäre im Deutschen dementsprechend Krise, Kriminell, Kriterium und Kritik (&#8230; sagt der Duden).  </p>
<p>Und zum Dritten: Auch wenn die zweite Silbe jī (机) tatsächlich für eine Art Wendepunkt steht, was man für sich genaommen als Chance interpretieren könnte, muss sie doch im Kontext der ersten Silbe wēi (危), die, wieder für sich genommen, Gefahr bedeutet, interpretiert werden. Das Wort Krise &quot;wēijī&quot; (危 机) wird im chinesischen nunmal aus den Silben für Gefahr und  Wendepunkt gebildet und bedeutet damit soviel wie gefährlicher Wendepunkt (so einfach ist das <img src='http://hannes-jaehnert.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Eine Chance ist da nur noch mit viel Phantasie raus zu lesen. Und wenn man&#039;s doch versucht müsste man nach der selben Logik  das deutsche Wort &quot;Krise&quot;, das ja auch aus &quot;Kri&quot; und &quot;se&quot; besteht, so interpretieren können, dass die Krise immer als Selbstläufer niemals zu vermeinden ist, weil die Silbe &quot;se&quot; auch in &quot;per se&quot; [von selbst, aus sich heraus] vorkommt. Das wär&#039; dann wohl das komplette Gegenteil der &quot;Crisatunity&quot;.</p>
<p><a href="http://pinyin.info/chinese/crisis.html">danger + opportunity ≠ crisis</a></p>
<p>“Crisis” Does NOT Equal “Danger” Plus “Opportunity”. How a misunderstanding about Chinese characters has led many astray. There is a widespread public misperception, particularly among the New Age sec&#8230;</p>



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		<title>Ehrenamt macht gesund, reich und schön!</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Mar 2013 16:32:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>foulder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kausalität]]></category>
		<category><![CDATA[Korrelation]]></category>
		<category><![CDATA[Reichtum]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Text stellt den Versuch dar, das &#8216;schöne Argument&#8217; freiwilliges Engagement mache gesund, zu widerlegen. Da mir leider die Mittel für eine empirische Beweisführung fehlen, wende ich die Methode der Übertragung an, um zu zeigen, dass wenn Ehrenamt gesund und &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/03/15/ehrenamt-macht-gesund-reich-und-schon/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss'>

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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Dieser Text stellt den Versuch dar, das &#8216;schöne Argument&#8217; freiwilliges Engagement mache gesund, zu widerlegen. Da mir leider die Mittel für eine empirische Beweisführung fehlen, wende ich die Methode der Übertragung an, um zu zeigen, dass wenn Ehrenamt gesund und schön macht, es auch reich machen müsste. Auch diese These ist schließlich eine schöne und könnte &#8212; weil so herrlich paradox &#8212; medienwirksam zum Engagement verführen. </em></p>
<p>Es macht gerade wieder die Runde: <a title="Freiwilligenarbeit hilft Herz und Kreislauf" href="http://wissenschaftundschreie.wordpress.com/2013/02/26/freiwilligenarbeit-hilf-herz-und-kreislauf/" target="_blank">Freiwilliges Engagement hat positive Effekte auf die Gesundheit</a>. Freiwillig engagierte jugendliche &#8212; so hieß es kürzlich erst <a title="Effect of Volunteering on Risk Factors for Cardiovascular Disease in Adolescents" href="http://archpedi.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1655500" target="_blank">aus Kanada</a> &#8212; hätten einen niedrigeren Cholesterinspiegel und einen besseren Body Mass Index. <a title="Providing Social Support May Be More Beneficial Than Receiving It" href="http://pss.sagepub.com/content/14/4/320" target="_blank">Aus den USA hieß es schon vor einer ganzen Weile</a>, ältere Volunteers weisen eine niedrigere Mortalitätsrate auf als die Hilfeempfänger. <em>„Fünffach positiver Effekt auf Ihre Gesundheit“ </em>wird der Psychologie-Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer im <a title="Freiwilliges Engagement von Menschen mit Behinderungen (PDF) " href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2013/01/nl02_gastbeitrag_may_scharf.pdf" target="_blank">BBE-Newsletter</a> zitiert. Und, wenn man sich so anschaut, <a title="Geben ist seliger als nehmen (p &lt; 0.05)" href="http://www.schattauer.de/de/magazine/uebersicht/zeitschriften-a-z/nervenheilkunde/inhalt/archiv/issue/623/manuscript/7474/download.html" target="_blank">was der Herr Dr. Dr. da in der Zeitschrift Nervenheilkunde schreibt</a>, scheint er recht zu haben: <em>„Geben ist seliger als Nehmen (p &lt; 0,5)“</em>.</p>
<h2>Ehrenamt macht gesund.</h2>
<p>Spitzer (2006) stützt sich auf eine Studie von <a href="http://pss.sagepub.com/content/14/4/320" target="_blank">Brown et al. aus dem Jahre 2003</a>. Die Wissenschaftler!nnen von der University of Michigan untersuchten seiner Zeit 423 ältere Paare über einen Zeitraum von fünf Jahren. Beleuchtet werden sollte die Verbindungen zwischen Sterblichkeitsrate, Geben und Nehmen.</p>
<ol>
<li>Welchen Einfluss hat das instrumentelle Geben (die konkrete Hilfeleistung) und die emotionale Unterstützung (z.B. zuhören) auf die Gesundheit älterer Engagierter?</li>
<li>Welchen Einfluss hat die instrumentelle oder emotionale Unterstützung auf jene, die die Hilfe empfangen?</li>
<li>Wie lassen sich ggf. bestehende Zusammenhänge (Korrelationen) erklären?</li>
</ol>
<p>Während des Untersuchungszeitraums verstarben 134 der insgesamt 846 Personen aus der Untersuchunsgsgruppe, sodass zunächst Aussagen zu den ersten beiden Forschungsfragen gemacht werden konnten. Dabei wurden hier sowohl die Variablen körperliche und seelische Gesundheit, gesundheitsrelevante Verhaltensweisen, Einkommen und Bildungsstand sowie Stress und Krankheitsdispositionen kontrolliert &#8212; heißt: Es wurde rechnerisch ausgeschlossen, dass diese Variablen mit dem Sterben oder Leben der Untersuchten etwas zu tun haben.</p>
<p>Im Ergebnis lässt sich eine reduzierte Sterblichkeit der freiwillig Engagierten um 54% (p &lt; 0,05) und eine vermehrte Sterblichkeit von 23% (p &lt; 0,01) bei jenen, die die Hilfe empfangen nachweisen, wobei die Ausnahme bei Zweiteren die Empfängerinnen und Empfänger von emotionaler Unterstützung sind (p &lt; 0,08). Auch freiwillige Engagierte Gesprächspartner zu haben ist also förderlich für die Gesundheit. Der Grund dafür &#8212; so Spitzer:</p>
<blockquote><p>Wer in einem Netzwerk aus Menschen eingebunden ist, wer Kontakte knüpft und pflegt, kann auch und gerade dann, wenn es einmal nicht so gut um ihn steht, auf Unterstützung zählen. […] Schon lange ist bekannt, dass sich Menschen, die anderen helfen, vergleichsweise wohler fühlen und gesünder sind.</p></blockquote>
<p>In der Tat: Bereits seit den 1990er Jahren gibt es immer wieder Autorinnen und Autoren, die auf eine bessere Gesundheit jener Menschen hinweisen, die in verlässliche Netzwerke eingebunden sind &#8212; die z.B. auch jemanden haben, bei dem sie den seelischen Ballast abladen können. In der eingangs erwähnten kanadischen Studie wird angeführt, dass freiwillig Engagierte häufiger einen geregelten Tagesablauf haben, während ihres Engagements ihr Selbstbewusstsein festigen und weniger schlecht gelaunt sind.</p>
<p>Alles in allem ist das freiwillige Engagement also vor allem deshalb gesund, weil man bei der freiwilligen Arbeit mit anderen zusammenkommt, Bekanntschaften, Freundschaften und Liebschaften eingeht. Ganz undifferenziert kann man hier durch aus von sozialen Netzwerken bzw. sozialem Kapital sprechen, das eben nicht nur &#8212; wie <a title="die feinen Unterschiede von Bourdieu bei Google Books" href="http://books.google.de/books?id=bprxAAAAMAAJ&amp;q=die+feinen+unterschiede&amp;dq=die+feinen+unterschiede&amp;ei=ZUpDUc7NK-mjsQeNp4DIDA&amp;cd=1&amp;redir_esc=y" target="_blank">Pierre Bourdieu (1987: 2004)</a> schreibt &#8212; dem eigenen Vorankommen, sondern auch der Gesundheit zuträglich ist. Wirken dürfte hier außerdem, dass freiwillig Engagierte kulturelles Kapital (z.B. Sozial- und Gremienkompetenzen) akkumulieren und deshalb nicht an der delierativen Funktionsweise westlicher Demokratien verzweifeln.</p>
<p>Die Argumentation für die These, Ehrenamt mache gesund, ist bestechend &#8212; bei Spitzer noch ein bisschen mehr als hier bei mir. Und doch ist Vorsicht geboten. Statistisch weisen Brown et al. nur Korrelationen nach &#8212; ein Phänomen und ein anderes stehen in einer (mehr oder weniger) starken Wechselwirkung zueinander. Die Kausalität zwischen diesen Phänomenen aber &#8212; die Wirkungsrichtung &#8212; wird konstruiert und kann durchaus falsch sein.</p>
<p>Mit der <a title="Kultursensibilität mit der Flip-Flop-Technik -- Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2012/05/16/kultursensibilitat-via-flip-flop-technik/" target="_blank">Flip-Flop-Technik</a> hatte ich hier im Blog schon einmal eine Methode vorgestellt, mit der man Scheinkorrelationen auf die Schliche kommen kann. Da es sich hier aber nicht um eine Scheinkorrelation handelt &#8212; die Wechselwirkungen zwischen Ehrenamt und Gesundheitszustand ist (anders als bei Bahnschranken und Zugdurchfahrten) ja in der Tat anzunehmen &#8211;, muss eine andere Methode benutzt werden, die ich <em>Übertragung</em> nennen will. Übertragen werden soll der argumentative Umweg über die sozialen Netzwerke auf die These<em> „Ehrenamt macht reich</em>“.</p>
<h2>Ehrenamt macht reich.</h2>
<p>Ehrenamt ist zunächst einmal eine freiwillige und unentgeltliche Arbeit. Aufwandsentschädigungeng (auch pauschale) sind zwar üblich, machen aber sicherlich nicht reich. Ganz im Gegenteil: Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale in Verbindung mit Minijobs auf 400 EURO-Basis werden mithin als Vehikel für ausbeuterische Beschäftigungsverhältnissen benutzt. Und doch besteht ganz offensichtlich ein Zusammenhang zwischen Haushaltseinkommen und freiwilligem Engagement.</p>
<ul>
<li>Der deutsche <a title="Freiwilligensurvey 2009" href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/3._20Freiwilligensurvey-Hauptbericht,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank">Freiwilligensurvey</a> zeigt, dass freiwillig Engagierte häufiger eine Arbeit haben als nicht Engagierte (Gesincke/Geiss 2010: 22). Der Unterschied in den Quoten ist am größten zwischen ALG II Empfängern und Teilzeitbeschäftigten (unter 35 Wochenstunden Arbeitszeit).</li>
<li>Eine <a title="Lohnt sich ein ehrenamtliches Engagement?" href="http://www.benevolat-fr.ch/fileadmin/Documents/Documentation/engagement.pdf" target="_blank">Auswertung des Schweizer Haushaltspanels</a> zeigt, dass freiwillig Engagierte im Durchschnitt über 3.000 Franken im Jahr mehr verdienen als nicht Engagierte (Schlapbach 2009: 38f.). Der Unterschied zwischen engagierten nicht nicht engagierten Vollzeitbschäftigten fällt mit mehr als 9.000 Franken Unterschied im Jahreseinkommen noch deutlicher aus.</li>
</ul>
<p>Auch ohne an dieser Stelle eine statistische abgesicherte Beweisführung vorlegen zu können, ist anzunehmen, dass es sich hier um eine hoch signifikante Korrelation zwischen freiwilligem Engagement, Berufstätigkeit und Haushaltseinkommen handelt. Eine Korrelation übrigens, die wie bei Brown et al. sehr wahrscheinlich auch noch bestehen bleibt, wenn potentiell intervenierende Variablen wie Bildung oder Gesundheitszustand kontrolliert werden. Zur Erinnerung: Bis zu dieser Stelle sprechen wir lediglich vom Auftreten zweier Phänomene zur gleichen Zeit. Nun gilt es die Kausalität nach obigem Vorbild zu konstruieren.</p>
<p>Zunächst sei der Einwand ausgeräumt, nicht freiwilliges Engagement führe zu einem guten Job und einem höheren Einkommen, sondern ein höheres Einkommen und der gute Job führe zu freiwilligem Engagement. Es scheint ja durchaus plausibel, dass man sich freiwilliges Engagement leisten können muss. Allerdings nehmen gut bezahlte Jobs ziemlich viel Zeit in Anspruch und lassen entsprechend weniger Raum für freiwilliges Engagement. Im oben zitierten Freiwilligensurvey zeigt sich ja auch, dass Teilzeitbeschäftigte etwas mehr engagiert sind als Vollzeitbeschäftigte. Dementsprechend liegt die Vermutung nahe, dass sich die Teilzeitbeschäftigten noch auf dem Weg zu ihrem gut bezahlten Vollzeitjob befinden und dabei (richtiger Weise) auf freiwilliges Engagement setzen.</p>
<p>Es ist bekannt und bereits vielfach untersucht: Freiwillige knüpfen in ihrem Engagement Netzwerke aus &#8216;nützlichen&#8217; Bekanntschaften, was man durch aus als Akkumulation sozialen Kapitals bezeichnen kann. Weiterhin erwerben Freiwillige in ihrem Engagement verschiedenste Kompetenzen, die sich wiederum als kulturelles Kapital fassen lassen. Beides, sowohl kulturelles wie auch soziales Kapital können in gewissem Maße in ökonomisches Kapital überführt werden (<a title="ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital (PDF)" href="http://unirot.blogsport.de/images/bourdieukapital.pdf" target="_blank">dazu Bourdieu 1983</a>). Über Netzwerke aus Bekannten werden z.B. Jobs (auch gute) vermittelt und Teamfähigkeit, guter Umgangston und dergleichen sind nützlich, um im Berufsleben voran und die Karriereleiter nach oben zu kommen.</p>
<h2>Was bleibt?</h2>
<p>Es scheint durchaus als ließe sich die Argumentationslogik von <em>Ehrenamt macht gesund</em> auf <em>Ehrenamt macht reich</em> übertragen. Das freiwillige Engagement als Lernort verstanden, kann für jene, die darauf aus sind, ein Ort sein, an dem die wesentlichen Voraussetzungen für ein langes Leben und ein hohes Einkommen zu schaffen sind. Insofern stimmen die niedrigen Engagementquoten der Twens (vor allem der weiblichen) bedenklich. Starten diese doch gerade erst ins Berufsleben und könnten über ein freiwilliges Engagement noch bessere Voraussetzungen für ein hohes Ein- bzw. ein gutes Familienauskommen schaffen, was schließlich auch mehrfach positive Effekte für die Gesellschaft hätte: Junge Menschen kämen ins Engagement und zahlten später mehr Steuern.</p>
<p>Nun gilt aber nicht für alle Menschen gleicher Maßen, dass freiwilliges Engagement reich macht &#8212; genauso wenig wie es positive Wirkung auf aller Menschen Gesundheit hat. Arme, ausgegrenzte, benachteiligte Menschen, Menschen mit Bildungsdefiziten wie auch (junge) Menschen aus prekären Elternhäusern &#8212; das lässt sich auch aus dem zitierten Aufsatz von Pierre Bourdieu lesen &#8212; verfügen nicht über das <em>„inkorporierte Kapital“,</em> das für die Übertragung von (intentional Erworbenen) kulturellem und sozialen auf ökonomisches Kapital vonnöten wäre. Ebenso dürfte es sich mit der Gesundheit verhalten. Wer eigentlich keine Lust hat, sich zu engagieren, es aber trotzdem tut, weil&#8217;s der Arzt gesagt hat, wird sicher nicht glücklich und damit auch nicht gesund.</p>
<p><em><strong>tl;dr:</strong> Traue keiner Kausalität, die du nicht selber kontruiert hast. </em></p>

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</ol></p>
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		<title>Freiwilliges Engagement mit Behinderung &#8212; Repräsentativ-Umfrage von Aktion Mensch</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Feb 2013 11:39:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>foulder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anlässlich des Relaunches ihrer Freiwilligendatenbank beauftragte Aktion Mensch die INNOFACT AG Ende letzten Jahres mit einer Repräsentativumfrage zum freiwilligen Engagement in Deutschland.* Ende Januar wurden ausgewählte Ergebnisse aus dieser Umfrage in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Nun gibt es ja schon einige &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/02/24/freiwilliges-engagement-mit-behinderung-reprasentativ-umfrage-von-aktion-mensch/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss'>

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				<content:encoded><![CDATA[
<p>Anlässlich des Relaunches ihrer <a title="Freiwilligendatenbank von Aktion Mensch" href="http://www.Freiwilligendatenbank.de" target="_blank">Freiwilligendatenbank</a> beauftragte Aktion Mensch die <a title="Webseite der INNOFACT AG" href="http://www.innofact.de/" target="_blank">INNOFACT AG</a> Ende letzten Jahres mit einer Repräsentativumfrage zum freiwilligen Engagement in Deutschland.* Ende Januar wurden ausgewählte Ergebnisse aus dieser Umfrage in einer <a title="Pressemitteilung zur INNOFACT-Umfrage bei Aktion Mensch" href="https://www.aktion-mensch.de/presse/pressemitteilungen/detail.php?id=1675" target="_blank">Pressemitteilung</a> veröffentlicht. Nun gibt es ja schon <a title="Online-Bibliothek hier im Blog - Abschnitt #1 Engagementstudien" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/literatur/#engagementstudien" target="_blank">einige Umfragen und Studien zum Thema freiwilliges Engagement</a> in Deutschland &#8212; im Grunde mit immer ähnlichen Ergebnissen: Die Bereitschaft zur Übernahme eines freiwilligen Engagements hängt eng mit Bildungsgrad und Einkommen sowie mit der Reichweite persönlicher Netzwerke und zur Verfügung stehender Freizeit zusammen, wobei letzteres weniger einer statische Rechnung (faktisch wenig Zeit = kein Engagement) denn eine <a title="Online-Volunteering: Engagement für busy people?! Beitrag hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2012/02/07/online-volunteering-engagement-fur-busy-people/" target="_blank">Prioritätenfrage</a> ist (Zeit hat, wer sich Zeit nimmt). Was die INNOFACT -Umfrage von Aktion Mensch aber besonders macht, ist, dass hier Menschen mit Behinderungen explizit als Untersuchungsgruppe aufgenommen wurden. Grund genug also einmal einen vertieften Blick in die Befunde der Umfrage zum freiwiligen Engagement von Menschen mit Behinderungen zu werfen, die mir Aktion Mensch für diesen Beitrag dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat.</p>
<h2>Grundgesamtheit &amp; Methodik</h2>
<p>Die Erhebung ist repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung mit Internetzugang zwischen 18 und 65 Jahren. Im Rahmen einer Online-Erhebung im Dezember 2012 wurden 1.047 Personen in diesem Alter befragt, wobei die Stichprobe nach der Alterststruktur und Geschlechterverteilung in der Bundesrepublik <a title="Wikipedia Artikel zum Lemma Quotenstichprobe" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quotenstichprobe" target="_blank">quotiert</a> wurde. Heißt also: Die Befragten wurden nicht vollkommen zufällig ausgewählt, sondern die Stichprobe so zusammengesetzt, dass gleich viele Männer und Frauen befragt wurden, deren Alter sich gemäß der aktuellen Demographie auf die vier gebildeten Altersgruppen (18-29, 30-39, 40-49, 50-65) verteilte; das Altersmittel der Befragten dürfte bei etwa 45 Jahren liegen.</p>
<h3>#Behinderungen</h3>
<p>Zur Methodik der Befragung ist zum einen bemerkenswert, dass zwar nach Behinderungen gefragt, diese aber offenbar nicht weiter qualifiziert wurden. Die gerade 128 Befragten mit Behinderungen (12% der Stichprobe) müssen demnach nicht zwingend zu den knapp 12% der statistisch erfassten Menschen mit Behinderungen in Deutschland gehören, wie es die Pressemitteilung von Aktion Mensch nahe legt. Und auch wenn dem so wäre, ist Behinderung nicht gleich Behinderung: Zu vermuten ist, dass körperliche Handicaps bei der Übernahme eines freiwilligen Engagements weniger eine Rolle spielen als seelische Krankheiten oder Lern- und Leseschwierigkeiten. Gleiches gilt für amputierte Gliedmaßen und Querschnittslähmung oder Trisomie 21 und Autismus.</p>
<p>Dass hier nicht weiter in die Tiefe gegangen werden konnte, ist sicher der knapp bemessenen Stichprobe geschuldet; knapp über 1.000 Befragte bilden die übliche Untergrenze bei bevölkerungsrepräsentativen Umfragen. Würde auf der Grundlage von 128 befragten Menschen mit Behinderungen zusätzlich zu Alter, Einkommen, Bildung usw. noch nach Art der Behinderung differenziert, blieben kaum aussagekräftige Fallzahlen übrig. Schon die vorgenommenen Differenzierung führen die Stichprobe an die Grenzen ihrer Aussagekraft, weshalb hier im Folgenden den Prozentwerten die Fallzahlen beigestellt werden.</p>
<h3>#Freiwilligenarbeit</h3>
<p>Weiterhin bemerkenswert ist die Frage nach dem freiwilligen Engagement. Es ist bekannt, dass sowohl die Frageformulierung als auch der Kontext, in dem die Frage gestellt wird, erhebliche Auswirkungen auf die Höhe der Ergebnisse hat. Die Engagementquote (tatsächliches Engagement derzeit) fällt in der Befragung mit 22% relativ niedrig aus. Das kann unterschiedliche Ursachen haben: Einerseits war das freiwillige Engagement in dieser Umfrage <em>das </em>Schwerpunktthema, was vermuten lässt, dass die Frage danach keine beiläufige zu Freizeitbeschäftigungen (wie z.B. in der <a title="Webseite zur Generali Altersstudie 2013" href="http://www.generali-altersstudie.de" target="_blank">Generali Altersstudie 2013</a>) oder zur politischen Partizipation (bspw. <a title="Webseite zur ALLBUS-Studie von 2002" href="http://www.gesis.org/allbus/studienprofile/2002/" target="_blank">ALBUS-Studie von 2002</a>) war, was die Quote i.d.R. erhöht. Andererseits deutet auch die Frageformulierung darauf hin, dass hier eher das klassische Ehrenamt denn die sporadische Mitarbeit abgefragt wurde.</p>
<blockquote><p>Engagieren Sie sich im Rahmen eines Ehrenamtes oder Freiwilligendienstes &#8212; also ohne Bezahlung &#8212; in Vereinen, Organisationen, Gruppen oder öffentlichen Einrichtungen?</p></blockquote>
<p>Bereits die explizite Verwendung (politisch) besetzter Begriffe wie <em>„Ehrenamt“ </em>und <em>„Freiwilligendienst“ </em>dürfte sich in erheblichem Maße auf die Quote ausgewirkt haben. Das übrige hat dann die Erwähnung von <em>„Vereinen, Organisationen, Gruppen oder öffentlichen Einrichtungen“ </em>getan, die das freiwillige Engagement noch etwas weiter in die <em>Ecke </em>institutionalisierter Tätigkeiten rückte. Alles in allem scheint hier aber ein <em>ehrlicher </em>Befund zum freiwilligen Engagement vorzuliegen und keine <em>Quotenhascherei.</em></p>
<h2>Freiwilliges Engagement von Menschen mit Behinderungen</h2>
<p>Wie ist es nun also bestellt um das freiwillige Engagement von Menschen mit Behinderungen? In der Umfrage von Aktion Mensch wurden zum freiwilligen Engagement unterschiedliche Antwortmöglichkeiten vorgegeben, die Aussagen über <em>Engagementpotential</em>, <em>freiwilliges Engagement</em> und <em>Ablehnung freiwilligen Engagements </em>möglich machen:</p>
<ol>
<li>Ja, ich habe mich in der Vergangenheit ehrenamtlich bzw. freiwillig engagiert.</li>
<li>Ja, ich engagiere mich derzeit ehrenamtlich bzw. freiwillig.</li>
<li>Ja, ich will mich im neuen Jahr 2013 ehrenamtlich bzw. freiwillig engagieren und weiß auch schon wie und wo.</li>
<li>Ja, ich will mich im neuen Jahr 2013 ehrenamtlich bzw. freiwillig engagieren, weiß aber noch nicht wie und wo.</li>
<li>Ja, ich bin grundsätzlich bereit, mich in Zukunft ehrenamtlich bzw. freiwillig zu engagieren, weiß aber noch nicht wie und wo.</li>
<li>Nein, ich kann oder möchte mich aus persönlichen (z.B. zeitlichen, organisatorischen, grundsätzlichen Gründen) nicht ehrenamtlich bzw. freiwillig engagieren</li>
</ol>
<p>Unter die Engagementpotential (insg. 64%) wurden alle Antworten gefasst, die nicht ablehnend waren (1 bis 5).  Zum Engagement (43%) dagegen wurden nur die Antworten 1 bis 3 gezählt und  die Antwortmöglichkeit Nummer 6 schließlich wurde als Ablehnung aufgenommen. Auf der Grundlage dieser Einteilung werden die vorliegenden Befunde in der Pressemitteilung von Aktion Mensch wie folgt wiedergegeben:</p>
<blockquote><p>Rund 40 Prozent der Menschen in Deutschland engagieren sich derzeit ehrenamtlich oder haben dies in der Vergangenheit getan. Weitere 25 Prozent sind bereit, sich zukünftig freiwillig für die Gesellschaft einzusetzen. Keine Rolle spielt dabei, ob der Engagierte eine Behinderung hat: Menschen mit und ohne Behinderung sind gleichermaßen ehrenamtlich aktiv und engagieren sich für ähnliche Handlungsfelder.</p></blockquote>
<p>Tatsächlich sind laut INNOFACT-Umfrage derzeit 22% der Menschen mit Behinderungen in einem freiwilligen Engagement aktiv &#8212; das sind nicht mehr und auch nicht weniger als bei der Gruppe der Menschen ohne Behinderungen (ebenfalls 22%), wobei sich deutliche Themenschwerpunkte erkennen lassen. Während das Engagement von Menschen mit Behinderungen im Sport weit hinter der Quote der Menschen ohne Behinderung zurück bleibt, liegt es im Bereich <em>„Behinderung und Teilhabe“ </em>wie auch im <em>„Gesundheitsbereich“ </em>etwas darüber.</p>
<p>Doch nicht nur im derzeitigen Engagement, auch in dessen Ablehnung unterscheiden sich Quoten von Menschen mit und ohne Behinderungen nicht wesentlich (Menschen mit Behinderung 37% Ablehnung, Menschen ohne Behinderungen 36%). Unterschiede gibt es allerdings bei der Engagementbereitschaft &#8212; der grundsätzlichen Bereitschaft (Einstellungsebene) und dem guten Vorsatz für 2013 (Handlungsebene) &#8212; sowie dem Engagement in der Vergangenheit. Während sich etwa 23% der Menschen mit Behinderungen und 16% der Menschen ohne Behinderungen in der Vergangenheit engagierten, sind umgekehrt nur 19% der Menschen mit Behinderungen und 25% der Menschen ohne Behinderungen zu zukünftigen Engagement bereit.</p>
<p>Die Differenz von jeweils 6% zeigt zunächst, dass die Zuordnung von früher Engagierten zum Engagementpotential nicht ganz einwandfrei bleiben kann. Im Wesentlichen dürften sich diese Werte damit erklären lassen, dass viele der Menschen mit Behinderungen (zu 80% über 40 Jahre alt) ihr freiwilliges Engagement wegen vorhandener Barrieren bzw. zunehmender Schwierigkeiten aufgeben mussten und sich bislang nicht wieder auf die Suche nach neuen Gelegenheiten gemacht haben. Dies wiederum dürfte mit erwarteten Barrieren und Schwierigkeiten im freiwilligen Engagement einher gehen. Es ist zumindest nachvollziehbar, dass sich Menschen, die vor allem im öffentlichen Raum immer wieder von Barrieren behindert werden, keine besondere Barrierefreiheit im freiwilligen Engagement &#8212; das ja per Definition im öffentlichen Raum geleistet wird &#8212; erwarten und dazu neigen entsprechenden Belastungen zu vermeiden.</p>
<p>Indizien, die für diese Erklärung sprechen, findet sich unter der Frage nach den persönlichen Gründen, die gegen ein freiwilliges Engagement sprechen. In vielen der abgefragten Gründe unterscheiden sich die Angaben von Menschen mit und ohne Behinderungen nicht wesentlich. Umso mehr fallen hier die beiden Negativ-Peaks &#8212; mit mehr als 10% Abweichung zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen &#8212; auf:</p>
<ul>
<li>„<em>Ich möchte mich nicht emotional belasten“ </em>(49% Nichtengagierte mit Behinderungen, 38% Nichtengagierte ohne Behinderungen),</li>
<li>„<em>Ich fühle mich körperlich nicht den Anstrengungen eines Ehrenamtes gewachsen“ </em>(77% Nichtengagierte mit Behinderungen, 28% Nichtengagierte ohne Behinderungen),</li>
</ul>
<p>Etwas unter der Schwelle von 10% Abweichung liegt außerdem die auf informelles Engagement abzielende Antwortmöglichkeit <em>„Ich möchte mich nur für Menschen aus meiner Familie / Freundeskreis engagieren“</em> (44% Nichtengagierte mit Behinderungen, 35% Nichtengagierte ohne Behinderungen). Hier kann einerseits vermutet werden, dass von Freunden und Familie ein gewohnter Umgang mit den jeweiligen Handicaps erwartet wird und andererseits die vorhandene Barrieren bekannt sind und leichter umgangen werden können als im öffentlichen Raum.</p>
<p>Insgesamt zeigt sich, dass das Engagementpotential bei Menschen mit Behinderungen durch aus vorhanden ist. Das betrifft nicht unbedingt die Angaben von grundsätzlicher Bereitschaft oder guten Vorsätzen &#8212; wie gesagt, hier bleiben die Wert hinter denen von Menschen ohne Behinderungen zurück &#8212; sondern der deutlich seltener angegebene Hinderungsgrund <em>Zeit</em> (38% der Befragen mit Behinderung haben keine Zeit für ein freiwilliges Engagment ggü. 65% der Befragten ohne Behinderungen) swie der ermittelte Bildungsgrad. Knapp ein Drittel der 128 Befragten mit Behinderungen (32% | total 41 Befragte) hat eine höhere Schule (ohne ohne Gymnasium) besucht. Über zwei Fünftel der Befragten mit Behinderungen (42% | total 54 Befragte) haben Abitur (19% | total 25 Befragte) oder ein bereits abgeschlossenes Hochschulstudium (23% | total 29 Befragte). Ausgehend davon, dass eben diese Bildungsgrade (mittlere Reife, Berufsschulabschluss, Abitur und Hochschulabschluss) im freiwilligen Engagement recht häufig vertreten sind, ist davon auszugehen, dass die strukturellen Voraussetzungen für das freiwillige Engagement von Menschen mit Behinderungen eigentlich gut sind.</p>
<p>Gegenteiliges legt die weit unterdurchschnittliche Einbindung von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt (37% voll-, 15% teilzeitbeschäftigt und 11% z.Zt. Arbeitslos | total 47 Befragte in Voll-, 19 in Teilzeitbeschäftigung und 13 z.Zt. Arbeitslos) sowie die geringe Zahl von Vollzeitstudienerden (3% | total 4 Befragte) und das ehr niedrige Haushalteinkommen nahe. 44% der Menschen mit Behinderungen haben ein Haushaltseinkommen von weniger als 1.500,- € im Monat. Es entsteht hier der Eindruck, dass Menschen mit Behinderungen in der Schule zwar die gleichen Bildungszertifikate erlangen können, daraus aber weniger <em>Kapital </em>zu schlagen vermögen als Menschen ohne Behinderungen, was wiederum auf vorhandene Barrieren und (mind. latent wirkende) Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Raum schließen lässt.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Die INNOFACT-Umfrage von Aktion Mensch zeigt, dass die  Voraussetzungen für das freiwillige Engagement von Menschen mit Behinderungen prinzipiell günstig sind, im öffentlichen Raum aber nicht in gleicher Weise wirken wie bei Menschen ohne Behinderungen. Insofern kann hier durchaus von <em>freiwilligem Engagement mit Behinderungen </em>gesprochen werden. Im öffentlichen Raum bestehen vielerlei Barrieren, die sich bei Weitem nicht nur auf defekte Fahrstühle, Treppen und Stufen oder fehlende Blindenleitstreifen und -signale beschränken lassen. Im öffentlichen Raum werden Menschen mit Handicaps auch mit <em>Barrieren in den Köpfen</em> konfrontiert, die den Einzelnen mit Sicherheit einige Geduld und viel Humor abverlangen. Dass die Engagementquote von Menschen mit Behinderungen dennoch mit der der Menschen ohne Behinderungen gleichauf liegt, zeigt, dass sich viele diesen Herausforderungen stellen und auch einen Mehrwert im Engagement <em>für die eigene Sache</em> sehen. Dass sich allerdings viele der älteren Menschen mit Behinderungen lieber ins Private zurückziehen, ist vor diesem Hintergrund durchaus nachvollziehbar.</p>
<p>Was bedeuten diese Befunde für die Engagementförderung? Sicherlich müssen einerseits, passende Engagementgelegenheiten geschaffen werden, die Menschen mit Behinderungen (wieder) mit Freiwilligenorganisationen in Kontakt bringen, das <a title="Online-Volunteering -- barrierefreies Engagement? Beitrag im BBE-Newsletter" href="http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2012/09/nl17_jaehnert.pdf" target="_blank">Online- und Micro-Volunteering ist hier sicherlich eine Möglichkeit</a>. Zwar scheint der Zugang zu den Bereichen <em>„Behinderung und Teilhabe“</em> sowie <em>„Gesundheit“ </em>für Menschen mit Behinderungen schon vorhanden, doch ist das in anderen Bereichen, wie z.B. <em>„Sport und Bewegung“ </em>ist das<em> </em>nicht der Fall. Dies sicherlich nicht nur, weil es im Sport (noch) keine Engagementangebote für Menschen mit Behinderungen gibt, sondern auch, weil Menschen mit Behinderungen im Sport keine Engagementgelegenheiten vermuten.</p>
<p><strong>tl;dr:</strong> <em>Ein erster Blick auf das freiwillige Engagement von Menschen mit Behinderungen zeigt stoffliche wie mentale Barrieren dort, wo man sie auch vermutet. </em></p>
<p><span style="font-size: small;">* <span style="font-size: x-small;">Eigentlich waren es zwei Erhebungen. Eine für die gesamte Bundesrepublik und eine für die einzelnen Bundesländer. Ich beziehe mich hier nur auf die erste.</span></span></p>

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		<title>Der Verein ist tot – es lebe der Verein</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Feb 2013 20:27:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der eingetragene Verein ist die Organisationsform freiwilligen Engagements. Rund 40% der Freiwilligenarbeit in Deutschland wird in Vereinen geleistet. Über 580.000 davon gibt es hierzulande bereits &#8212; Tendenz steigend. Jeder zweite Deutsche ist Mitglied in mindestens einem Verein; Doppel- und Mehrfachmitgliedschaften &#8230; <a href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2013/02/19/der-verein-ist-tot-es-lebe-der-verein/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp-related-rss yarpp-related-none'>

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<p>Der eingetragene Verein ist <em>die </em>Organisationsform freiwilligen Engagements. Rund 40% der Freiwilligenarbeit in Deutschland wird in Vereinen geleistet. Über 580.000 davon gibt es hierzulande bereits &#8212; Tendenz steigend. Jeder zweite Deutsche ist Mitglied in mindestens einem Verein; Doppel- und Mehrfachmitgliedschaften sind keine Seltenheit. Der Verein steht nicht nur für eine Rechtsform. Er steht synonym für unterschiedlich verfasste Organisation mit jeweils starkem lokalen Bezug &#8212; Organisationen, in der man zusammen kommt, sich austauscht und miteinander klüngelt. Die deutsche Vereinsmeierei ist weltberühmt! Schade nur, dass es damit zu Ende geht. Das zumindest könnte man meinen, wenn man die Expertise von Annette Zimmer zum <a title="Erster Engagementbericht als Drucksache des Bundestages" href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Engagement/Pdf-Anlagen/engagementbericht-langfassung,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank">ersten Engagementbericht</a> der Bundesregierung liest. Zimmer sieht eine unaufhaltsame Professionalisierung und Verbetriebswirtschaftung des Vereinswesens voranschreiten, die die für Gemeinschaft und Zivilgesellschaft einstmals so wichtigen Institutionen bis zur Unkenntlichkeit entstellt.</p>
<blockquote><p>Der Business Talk hat längst Einzug gehalten in die Welt der Vereine, die eigentlich keine mehr sind, sondern Initiativen, Projekte, NGOs und Sozialunternehmen, die professionell geführt, ihre Anliegen werbewirksam vermarkten und sich über Events, Kampagnen und Verkäufe von Merchandise finanzieren (Zimmer 2012: 586).</p></blockquote>
<p>Die zentralen Charakteristika des Vereins &#8212; die freiwillige Assoziation, das finanzielle und zeitliche Engagement der Mitglieder und der damit einher gehende geringe Grad an Professionalisierung &#8212; kommen ihm zusehends abhanden. Damit ist mit einiger Sicherheit davon auszugehen, „<em>dass der Verein sein Alleinstellungsmerkmal für die lokale Organisation gemeinschaftlicher Aktivitäten verliert“ </em>(Zimmer 2012: 584), dass er in nicht all zu ferner Zukunft einfach nicht mehr im Stande sein wird, eine nennenswerte Zahl von aktiven Mitgliedern aus dem Gemeinwesen an sich zu binden.</p>
<p>Als Ursachen für den Untergang des Vereins geraten schnell die allerorts beschriebenen Individualisierungs- und Pluralisierungstendenzen moderner Gegenwartsgesellschaften in Verdacht. Mit Individualisierung und Pluralisierung werden zwei ineinander verwobene Entwicklungslinien moderner Gegenwartsgesellschaften beschrieben, deren <em>„inneren Zusammenhang“</em> Hartmut Rosa im Begriff der <em>„Beschleunigung“</em> gefunden hat: <em>„Mengenzunahme pro Zeiteinheit“ </em>(Rosa 2005: 115).</p>
<blockquote><p>Man ist nicht mehr Bäcker, Konservativer oder Katholik per se, sondern stets nur &#8216;im Moment&#8217; und für tendenziell schrumpfende Gegenwartsperioden von nicht vorhersagbarer Dauer; man war etwas anderes und wird (möglicherweise) jemand anderer sein (ebd.: 364).</p></blockquote>
<p>Heißt also, man hat die Wahl und entscheidet sich (möglicherweise) jemand anderes zu werden oder etwas anderes zu wählen. Diese <em>neue Freiheit </em>aber kann schwerlich als Grund für die schwächelnde Bindungsfähigkeit von Vereinen herangezogen werden. Nur, weil wir jetzt selbst entscheiden (können), wann wir was sein wollen, heißt das ja nicht, dass der Verein um die Ecke automatisch keine Option mehr darstellt. Er stellt dann keine Option mehr dar, wenn er gegen die &#8216;Konkurrenz<em>&#8216; </em>nicht mehr bestehen kann.</p>
<p><em>Konkurrenz! </em>Das<em> </em>ist der Schlüsselbegriff zu einer aufschlussreichen <a title="Wikipedia Artikel zum Lemma Vivisektion" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vivisektion" target="_blank">Vivisektion</a> des Vereins. Zunächst hat der Verein sich nämlich durch seinen atemberaubenden Erfolg seit dem letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts gepaart mit seiner erstaunlichen Unfähigkeit zur Kooperation selbst die Fressfeinde gezüchtet, mit denen er sich nun im Konkurrenzkampf um Mitglieder, Kunden und Freiwillige sieht. Einen Konkurrenzkampf, den er über die Professionalisierung und Dienstleistungsorientierung zu gewinnen glaubt: Marketing zur Kunden- wahlweise auch Spendenakquise, klare Profits für die Mitgliedergewinnung und Freiwilligenmanagement zur Verwaltung der Humanressourcen &#8212; von unprofessioneller Vereinsmeierei keine Spur.</p>
<p>Nun kennen wir freilich das Resultat des Konkurrenzkampfes auf einem freien Markt: Die <a title="Wikipedia Artikel zum Lemma Unsichtbare Hand" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unsichtbare_Hand" target="_blank">unsichtbare Hand des Adam Smith</a> schiebt Mittel, Chancen und Ressourcen von denen, die wenig haben, zu denen, die mehr investieren können &#8212; <a title="Wikipedia Artikel zum Lemma Matthäus-Effekt" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Matth%C3%A4us-Effekt" target="_blank">Matthäus</a> lässt grüßen. Es erwachsen schlagkräftige Akteure, die sich soweit professionalisieren, dass sie gar nicht mehr an freiwilliger Assoziation &#8212; an Mitgliedern &#8212; interessiert sind. In diesen <em>„Moralunternehmen“ </em>haben Unterstützer eine klare Rolle: Sie spenden Geld, Zeit oder Aufmerksamkeit, mitbestimmen dürfen sie nicht. Längerfristige Bindung wird nicht mehr verlangt und ist auch gar nicht mehr sinnvoll. Man vertraut darauf, dass man jeden Spender, jeden Freiwilligen und jeden Interessierten auch wieder gewinnen kann &#8212; man nennt das <em>„Warmakquise“</em>.</p>
<p>Alles in allem folgten die Vereine &#8212; große wie kleine &#8212; der Wirtschaftslogik des Marktes. Sie versuchten stets besser, schneller, attraktiver zu sein als die andern und vergaßen darüber ihre eigentlichen Alleinstellungsmerkmale, die sie vor einer noch bissigeren Konkurrenz schützen: Wirtschaftsunternehmen. Kein Tante-Emma-Laden hätte es in früheren Tagen gewagt, sich mit der ansässigen Sozialstation zu vergleichen. Heute sind das alles <a title="Beitrag zum Social Entrepreneurship hier im Blog" href="http://hannes-jaehnert.de/wordpress/2011/08/26/sozialunternehmernnen-fur-den-dritten-sektor-%E2%80%93-warum-brauchen-wir-sie-und-wo-sollen-sie-herkommen/" target="_blank">Social Entrepreneurs</a>, die (mehr oder weniger) professionell um die Gunst der Kundschaft werben. Wenn ich heute wiederholt und ohne ausgepfiffen zu werden, sagen kann, freiwilliges Engagement wäre nicht mehr als eine Option der Freizeitgestaltung, die neben vielen anderen steht, dann ist das für mich Beweis genug, dass sich die einstmals so selbstbewussten Zentren der lokalen Zivilgesellschaft form- und farblos ins Konglomerat proprietärer Vergemeinschaftungsangebote einfügen.</p>
<p>Der Verein als lokal verankerte Institution der Vergemeinschaftung geht also seinem Ende entgegen, ganz tot zu kriegen ist er aber nicht. Als Rechtsform &#8212; meint in seiner nackten Gestalt &#8212; überlebt er allen Sturm. Einfacher &#8212; billiger &#8212; ist eine steuerbegünstigte juristische Person nicht zu bekommen. Es fragt sich nur, mit was die nackte Gestalt des Vereins in Zukunft bekleidet wird. Annette Zimmer zufolge vollzieht sich Protest und Aufbegehren &#8212; ja, auch die Vereinsmeierei war einst eine Form des Protestes und des Aufbegehrens &#8212; heute ohne Organisation; nur koordiniert über das Internet.</p>
<blockquote><p>Aber Proteste sind in der Regel kurzfristig. Sie konstituieren keine dauerhaften und belastbaren sozialen Beziehungen, die notwendig sind als Unterpfand einer langfristig angelegten Veränderung (ebd. 2012: 586).</p></blockquote>
<p>In der Tat, der kurzfristige Protest &#8212; wie auch immer er koordiniert wurde &#8212; hat noch nie weit geführt. Dass aber für langfristige Veränderungen <em>„dauerhafte und belastbare soziale Beziehungen“ </em>notwendig sind, da bin ich mir nicht sicher. Zumindest die Dauerhaftigkeit zweifle ich an. Aus den <em><a title="Marc Grannovetter: The stregth of weak ties (PDF)" href="http://sociology.stanford.edu/people/mgranovetter/documents/granstrengthweakties.pdf" target="_blank">„weak ties“</a>, </em>die sich über das Social Web spinnen lassen, können sehr schnell belastbare Netze zusammengezogen werden, die dann eine kurze Weile energisch und äußerst kraftvoll für oder gegen etwas eintreten. Solche Phänomene ziehen ihre Kraft gerade aus dem Sporadischen: Ihre Aktionen haben immer Event-Charakter und kommen <em>wie aus dem Nichts.</em> <a title="Wikipedia Artikel zum Lemma Shitstorm" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shitstorm" target="_blank">Shitstorms</a> und <a title="Wikipedia Artikel zum Lemma Internet-Phänomen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internet-Mem" target="_blank">Internet-Mems</a> werden neben einer derart organisierten Zivilgesellschaft lächerlich kleinkariert, hedonistisch und richtungslos wirken, geben aber schon heute einen Vorgeschmack auf die Durchschlagskraft der neuen Vereine. Vereine mit klaren moralischem Impetus, die sich als lauernde Watchdogs mit Biss verstehen und nicht kläffende Köter sein wollen, die jedem hinter her wetzen, der eine rote Jacke trägt.</p>
<p><strong>tl;dr:</strong> <em>Der Verein hat als Organisationseinheit der Zivilgesellschaft noch lange nicht ausgedient.</em></p>

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