Hannes JähnertHannes Jähnert ist Engagementblogger und Freizeitforscher — er befasst sich mit dem Online-Volunteering, dem Freiwilligenmanagement und aktuellen Wandlungsprozessen in der Zivilgesellschaft. Zu seinen Schwerpunktthemen hat er seit 2009 zahlreiche Artikel in unterscheidlichen Fachzeitschriften und Newslettern veröffentlicht. Er tritt auf Tagungen, Konferenzen und Kongressen als Referent auf und leitet Workshops und Seminare.

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Die Anfänge

Wie viele anderen Menschen auch war Hannes schon immer irgendwie engageiert. Zuerst bei den Sommerwanderungen, später im Jugendclub und im Studiecafé. Im Rückblick keine einzigartigen Engagements und doch besondere Gelegenheiten, sich abseites des ‘Als-Ob’ der Schule auszuprobieren.

Im Studium in Erfurt hatte es Hannes nicht schwer. Er brachte Nebenjob, Engagement und Studium gut zusammen. Mutmaßlich lag das daran, dass er noch vier Jahre auf Diplom studieren konnte. In Wahrheit aber ging bei Hannes irgendwie alles ineinander über: Seine Arbeitszeit als Tresenkraft im Theaterfoyer verbrachte er zuweilen damit, die feinen Unterschiede von Pierre Bourdieu zu ergründen, gemeinsam einem Prof. strickte er als Café-Sprecher die Möglichkeit, Scheine bzw. ECTS Credit-Points im Engagement zu erwerben und ins Studium brachte er stets das ein, was ihn interessierte.

So kam es dann auch, dass Hannes seine Diplomarbeit über Motivationsstrategien zum freiwilligen Online-Engagement schrieb. Das Online-Engagement hatte er durch den Wegzug aus seiner Heimatstadt zum Studium entdeckt: Zuerst lieferte er regelmäßig Content für die Webseite seines Jugendclubs, später moderierte er einen Chatraum. Das Interesse für die Motivationsstrategien rüherte vor allem von seiner Beschäftigung mit Mihaly Csikszentmihalys Flow-Erleben und einem früheren Hang zu Ego-Shootern wie Counter Strike, zu denen Hannes in einem seiner Medien-Seminare sogar den Workshop  “Flow im Spiel” organisierte.

Die Qualifikation

Mit seiner Diplomarbeit zum Online-Volunteering hatte Hannes (s)eine Nische gefunden. Es gab seiner Zeit niemanden sonst in Deutschland, der sich mit diesem Thema befasste! Und so wurde er bald als ‘Experte — oder sogar ‘Pionier’ — für das Online-Volunteering betitelt.

Wenngleich Hannes mit dem Experten-Titel nicht viel anfangen kann und sich lieber als ‘Engagementblogger’ bezeichnet, richtete er sich in den letzten Jahren gut ein: Neben seinem Masterstudium absolvierte er eine Weiterbildung zum Freiwilligenmanager, schrieb einige Beiträge für Fachzeitschriften und ließ sich zu Workshops und Konferenzen im In- und Ausland einladen. Er sammelte Erfahrungen und Erkenntnisse, mit denen er wiederum in seinem Studium punktete. So reichte er z.B. eine Hausarbeit über das Freiwilligenmanagement im Hauptseminar Bildungsmanagement ein und beforschte gemeinsam mit einer Kommilitonin die Berliner SocialBar, die er regelmäßig besucht.

Aus eben diesem Forschungsprojekt, das sich eigentlich um den Wissenstransfer aus der SocialBar drehte, ergab sich das Thema für Hannes’ Masterarbeit: Einstiegserfahrungen in die Social Media Szene — Ansätze einer empirisch begründeten Theorie posttraditionaler Vergemeinschaftung. 

Auf die ‘Social Media Szene’ sind Hannes und seine Kommilitonin durch ein Büchlein gekommen, dass seit Hannes’ Zeit in Erfurt in seinem Regal verstaubte. Mit dem Leben in Szenen hatte er sich bereits beschäftigt; seiner Zeit war es die Szene der Gamer, heute ist es eben die der sozial-digitalen Natives.

Der Berufseinstieg

Nach dem Abschluss seines Masterstudiums wollte Hannes gern in der Nische Engagement und Internet Berufserfahrung sammeln. Außerhalb der Hochschule boten sich dafür aber kaum Möglichkeiten. Und die Möglichkeiten, die sich boten, stellten sich auf wundersame Weise als nicht praktikabel heraus — für die Trainee-Stelle in einem vielversprechenden Projekt jedenfalls wäre ein anderes Profil notwendig gewesen…

So schlug Hannes einen anderen Weg ein: 2012 begann er als Referent zur Förderung sozialen Ehrenamts beim Bundesverband des Deutschen Roten Kreuzes. Ein österreicher Blogger-Kollege hatte Hannes’ Interesse an der Rotkreuz-Bewegung geweckt. Ausgestattet mit guten Zeugnissen und Konferenz-Kontakten war der Weg ins DRK-Generalsekretariats dann nicht schwer. In zahllosen Arbeitskreisen und -tagungen sammelt Hannes seither Verbandserfahrung in der Engagementförderung, der Jugendhilfe sowie den In- und Auslandsfreiwilligendiensten. Seit Anfang 2017 organisiert er als Referent für soziale Innovation & Digitalisierung das Innovationslabor des DRK und begleitet im Job und nebenher zahlreiche Projekte zum Online-Volunteering — dem Engagement im und über das Internet.

Hannes Jähnert wurde 1983 geboren und ist über den zweiten Bildungsweg zuerst an die Fachhochschule Erfurt und anschließend an die Technische Universität Berlin gekommen. Im Sommer 2012 trat er eine Stelle als Referent zur Förderung sozialen Ehrenamts im Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes an. Zwischenzeitlich vertat er dort für sieben Monate den Referenent für die Grundlagen der Jugenhilfe und koordinierte von Anfang 2014 bis Ende 2016 den weltwärtsQualitätsverbund des DRK. Heute organisiert er als Referent für soziale Innovation & Digitalisierung das Innovationslabor des DRK.

Nach seinem Realschulabschluss begann Hannes 1999 eine Lehre zum Bäckergesellen, die er 2002 erfolgreich abschloss. Anschließend absolvierte er seinen Grundwehrdienst bei der Deutschen Bundesmarine im Versorgungsdienst (als ‘Smutje’ stationiert auf der Fregatte Rheinland-Pfalz). Bevor Hannes Jähnert von 2004 bis 2005 in seiner Heimatstadt Gera die Fachhochschulreife nachholte, arbeitete er fünf Monate als Boulanger in Marseille (Süd-Frankreich).

Die Schwerpunkte in seinem Studium der Sozialen Arbeit in Erfurt legte Hannes Jähnert auf  Kultur, Bildung, Genderstudies und Einsatzmöglichkeiten neuer Medien in der Sozialen Arbeit. Während seines Studiums begleitete er mehrere Hochschulprojekte und Seminare. Unter anderem assitierte er Prof. Dr. C. Rentmeister im Seminar „Mit Handy und Online – Jugendarbeit mit dem Mobiltelefon“, begleitete einen Studierendenaustausch mit der Jamia Millia Islamia New Delhi und brachte sich in die Überarbeitung und Neuauflage des Bestsellers “Uni-Angst und Uni-Bluff” von Prof. Dr. W. Wagner, sowie dessen Buch “Tatort Universität” ein. Den Diplomstudiengang Soziale Arbeit schloss Hannes Jähnert im August 2009 mit “Sehr gut” (1,0) ab. Das Thema seiner Diplomarbeit war „Motivationsstrategien zum freiwilligen Online-Engagement“.

In seinem anschließenden Masterstudiengang “Bildungswissenschaft – Organisation und Beratung” an der TU Berlin konzentrierte sich Hannes Jähnert auf Theorien und Methoden der empirischen Sozialforschung. Von 2009 bis 2012 begleitete er unter anderem die zwei Forschungsprojekte “Wissenstransfer aus der SocialBar” und “Scrum for Science – Empirische Prozesssteuerung in der Wissenschaft”. Das Thema seiner Masterarbeit war die posttraditionale Vergemeinschaftung im Schnittfeld von neuen Medien und sozialen Themen (“Social Media Szene”). Der Titel der Arbeit lautete: “Einstiegserfahrungen in die Social Media Szene. Ansätze einer empirisch begründeten Theorie posttraditionaler Vergemeinschaftung”. Den Masterstudiengang schloss Hannes Jähnert im Juni 2012 mit “Sehr gut” (1,3) ab.

Neben dem Studium arbeitete Hannes Jähnert freiberuflich unter anderem für die Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland, das betterplace LAB und zahlreiche Einzelauftraggeber. Auch neben seiner jetzigen Referententätigkeit beim Bundesverband des Deutschen Roten Kreuzes bietet er Workshops und Seminare zum freiwilligem Engagement, dem Online- und Micro-Volunteering sowie dem Social Media Einsatz in zivilgesellschaftlichen Organisationen. Seit 2009 veröffentlicht Hannes Jähnert regelmäßig Artikel und hält Vorträge über seine Schwerpunktthemen (eine vollständige Liste findet sich auf der Seite “Arbeit”).

tabellarischer Lebenslauf
Hannes Jähnert M.A. | telefon: 030 80929687 | mailto : hjaehnert@gmx.de
 
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