Schlagwort-Archive: HOV

Rezension des Praxiskompendiums zum Management von Online-Volunteers — Gastbeitrag von Lisa Schürmann

Lisa Schürmann arbeitet seit 2009 beim Deutschen Weltgebetstagskomitee und hat sich das Praxiskompendium zum Management von Online-Volunteers angeschaut. Bei ihrer Arbeit als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortet sie u.a. die redaktionelle Betreuung der Bildungsmaterialien, mit denen sich die in der Weltgebetstagsbewegung engagierten Frauen in den Gemeinden auf das jeweilige Schwerpunktland und den Gottesdienst vorbereiten. Da wir bei der Arbeit an unserem Praxiskompendium auch auf die engagierte Mitarbeit unseres Grafikers und Online-Volunteers Herbert Schmidt bauen konnten, liegt auch für Lisa das Thema Online-Volunteering recht nahe. Im Rahmen ihrer Masterarbeit beschäftig sich Lisa überdies mit Kampagnen anlässlich des „Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011“ wobei es auch Ansatzpunkte für die webbasierte Einbindung Freiwilliger gibt. In ihrer Rezension merkt Lisa an, dass mehr Beispiele für das Online-Volunteering gut gewesen wären und eine Entwicklungsprognose der Online-Freiwilligenarbeit fehlt. Kritikpunkte, die wir natürlich gern aufnehmen.

Im Laufe des Jahres 2011, dem „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit“, wurde in Tagungsbeiträgen sowie in wissenschaftlichen und journalistischen Artikeln immer wieder auf Trends im Bereich „Freiwilligentätigkeit in Deutschland“ hingewiesen, die so schon seit einiger Zeit diskutiert werden: Sei es die Tatsache, dass Menschen mobiler sind und häufiger den Arbeitsplatz und damit auch den Wohnort wechseln. Sei es, dass gerade jüngere Menschen sich – auch aus o.g. Gründen – lieber gezielt für zeitlich befristete Projekte engagieren, als eine Jahre- (oder gar Jahrzehnte-) lange „Ehrenamtskarriere“ in ihrem Heimatort anzustreben. Sei es, dass – wie u.a. der Freiwilligensurvey (1999, 2004, 2009) gezeigt hat – große Bevölkerungsgruppen, z.B. Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit Behinderungen, im „freiwilligen Engagement“ unterrepräsentiert sind. Und sei es schließlich, dass die Internetnutzung allgemein, wie auch die der Freiwilligen in Deutschland merklich angestiegen ist (von 44% 2004 auf 59% 2009, siehe Freiwilligensurvey).

Umso erstaunlicher ist es, dass – trotz dieser Entwicklungen – die Online-Freiwilligenarbeit in Deutschland noch „in den Kinderschuhen steckt“. Online-Freiwilligenarbeit („Online-Volunteering“) meint dabei ein freiwilliges Engagement, dass in Zusammenarbeit mit anderen teilweise oder vollständig über das Internet geleistet wird. In der fachlichen Diskussion wird dieser Bereich erst zaghaft wahrgenommen. Menschen, die sich bereits engagieren oder noch engagieren möchten, und v.a. Organisationen, die mit Freiwilligen arbeiten, haben häufig nicht einmal von Online-Volunteering gehört. Oft gibt es gar kein Bewusstsein darüber, was für spannende Projekte und zukunftsträchtige Potentiale sich dahinter verbergen.

Damit sich das ändert, dafür liefert das Handbuch „Management von Online-Volunteers“ einen wichtigen Beitrag. In der von der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland (fjs e.V.) herausgegeben Broschüre bieten Hannes Jähnert und Lisa Dittrich auf über 50 Seiten einen Einstieg in das Thema Online-Volunteering in Deutschland.

Das erste Schwerpunkt-Kapitel „Grundlagen“ beginnt mit einem Blick auf die Herausforderungen für Freiwilligenorganisationen in Deutschland und skizziert Chancen von Online-Volunteering. Schnell kommen Jähnert und Dittrich auf die Vorurteile und Ängste gegenüber diesem Tätigkeitsfeld zu sprechen: Wie glaubwürdig kann das „virtuelle“ gegenseitige Kennenlernen zwischen Organisation und am Engagement Interessierten sein? Können sich auch weniger technikaffine Menschen online engagieren? Ist das Internet gar ein rechtsfreier Raum, ohne Absprachen und Regeln? Es ist sicher sinnvoll, gleich zu Beginn mit diesen „Mythen“ aufzuräumen: Schließlich wird das Handbuch für viele seiner Leser/innen die erste intensivere Auseinandersetzung mit Online-Volunteering sein. Besonders gelungen sind die drei Praxisbeispiele (u.a. das Mentoring-Programm „CyberMentor“ für junge Frauen), bei denen an konkreten Projekten mögliche Arbeitsfelder für Online-Engagierte skizziert werden. Weiterführende Links zu anderen „Vorzeige-Projekten“ wären wünschenswert.

Einen zweiten Schwerpunkt widmet das Handbuch dem Bereich Freiwilligen-Management. Welche Arbeitsbereiche im Online-Volunteering denkbar sind und wie Freiwilligeneinsätze über das Internet geplant, gestaltet und evaluiert werden können, sind Fragen, die auch in der „klassischen“ Zusammenarbeit mit Freiwilligen vertrauten Frauen und Männern in den Köpfen schwirren. Das Handbuch fasst die einzelnen Schritte sehr anschaulich zusammen und geht gleich „an Ort und Stelle“ auf mögliche Stolpersteine ein. Aufgelockert werden die übersichtlich gelayouteten Textabschnitte durch visuelle Beispiele, etwa eine Muster-Anzeige „Online-Freiwillige gesucht!“.

Dass das Handbuch dem „Barrierefreien Online-Engagement“ seinen dritten Hauptschwerpunkt widmet, ist v.a. deswegen bemerkenswert, als hier Menschen mit Behinderungen nicht etwa schwammig als neue „Trendzielgruppe“ ausgemacht werden. Vielmehr wird konkret gezeigt, wie ernst gemeinte barrierefreie Engagementangebote aussehen können.

Auf eine Prognose, wie das Online-Engagement die Freiwilligentätigkeit in Deutschland verändern kann, verzichten die Autor/innen des Handbuches. Das ist insofern schade, als Einsätze von Online-Engagierten ganz sicher Auswirkungen auf das Innenleben der Freiwilligenorganisationen haben werden, z.B. in Bezug auf Transparenz oder auf ein Agieren „auf Augenhöhe“ von Hauptamtlichen und Freiwilligen. So ist zu hoffen, dass möglichst viele Leser/innen sich nach der Lektüre von „Management von Online-Volunteers“ an die Umsetzung eines professionellen Angebots für Online-Freiwillige machen. Das Handbuch bietet dafür einen guten, praxistauglichen Leitfaden. Bei der Überarbeitung für eine zweite Auflage werden die Autor/innen dann hoffentlich auf eine breitere Online-Engagement-Landschaft in Deutschland blicken können und vielleicht schon ein erstes Fazit wagen, wie sich die Engagement-Landschaft durch das Online-Engagement verändert hat.

Veröffentlicht unter Online-Freiwilligenarbeit | Verschlagwortet mit , , | 5 Kommentare

Katja Brendel zum Praxisiskompendium “Management von Online-Volunteers”

Katja Brendel vom Berliner Stützrad e.V. arbeitet seit 2007 als Landeskoordinatorn im Projekt wellcome und hat sich unser Praxiskompendium zum Management von Online-Volunteers angeschaut. Aus der Perspektive einer Freiwilligenmanagerin unterstreicht sie in ihrer Rezension vor allem den voranschreitenden Wandel im freiwilligen Engagement und die Notwendigkeit, Freiwilligenorganisationen dafür zu rüsten. Katja weist darauf hin, dass der notwendigen Anerkennungskultur schon im “klassischen” Engagement  mithin zu wenig Beachtung geschenkt wird. Durch die Unsichtbarkeit (physische Abwesenheit) der Freiwilligen beim Online-Engagement stellt aber genau das eine der größten Herausforderungen für das Management von Online-Volunteers dar. Für die nächste Auflage mahnt Katja vor allem mehr Praxisbeispiele und eine kritischere Auseinandersetzung mit der Monetarisierungsdebatte an.  Kritik die ich mir natürlich gern annehme.

Bürgerschaftliches Engagement ist vielfältig. Aktuell existieren in Deutschland über 250.000 gemeinnützige Vereine, Stiftungen und Initiativen, die einen substanziellen Beitrag zum Gemeinwesen und Gemeinwohl leisten. Die Spannbreite reicht von großen Gewerkschaften über Umweltschutz- und Bürgerrechtsbewegungen bis hin zu lokalen Sportvereinen, Bürgerstiftungen oder sozialen Einrichtungen. Die Mehrheit dieser Organisationen arbeitet dabei zumindest teilweise mit Freiwilligen zusammen. Dabei geschieht dies nicht voraussetzungslos und ist auch kein Selbstläufer, sondern es bedarf eines professionellen Freiwilligenmanagements in den Organisationen, welche das Tun der Freiwilligen koordiniert und gute Rahmenbedingungen schafft.

Mehr als jeder Dritte ab 14 Jahren übt in Deutschland freiwillig oder ehrenamtlich eine Tätigkeit aus. Dabei unterliegt auch das freiwillige Engagement einem Wandel. Während traditionell eher längerfristige Verpflichtungen damit verbunden wurden, so ist heute ein Trend zu einem zeitlich befristeten, eher projektbezogenem Engagement zu erkennen.

Darüber hinaus ist ein weiterer Trend zu erkennen, der bislang jedoch noch vergleichsweise wenig beachtet wurde: freiwilliges Engagement über das Internet.

Mit diesem Thema setzen sich Hannes Jähnert und Lisa Dittrich in ihrem Handbuch „Management von Online-Volunteers“ auseinander, welches gerade von der Akademie für Ehrenamtlichkeit herausgegeben wurde.

In der knapp 60seitigen Broschüre  setzen sie sich mit Mythen und Vorbehalten zum Online-Freiwilligenarbeit auseinander, die ihrer Meinung dazu geführt haben, dass diese Engagementform in Deutschland – im Gegensatz zur USA oder Kanada – noch vergleichsweise wenig beachtet wird.

Einführend wird festgestellt, dass – und das gilt für jede Form freiwilligen Engagements – klare Leitlinien in einer Organisation zur Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen bestehen müssen. Nur auf dieser Basis lässt sich eine gewinnbringende und zufriedenstellende Zusammenarbeit herstellen. Dabei sollte das steigende Bedürfnis von freiwillig Engagierten nach Offenheit (i.S. der organisationalen Entscheidung mit Freiwilligen zusammen zu arbeiten als auch deren Belange in die Öffentlichkeit zu tragen), Transparenz (i.S. klarer Kommunikations- und Entscheidungswege, klare Zielformulierungen und Policys für alle Mitarbeiter/innen), Responsivität (i.S. unmittelbarer und authentischer Rückmeldungen) und Integration (i.S. laufender Anpassung der Organisation an Wünsche, Bedürfnisse und Ansprüche der Engagierten) beachtet werden. Diese vier Punkte werden daraufhin als Grundvoraussetzungen guter Organisation herausgestellt.

Anschließend werden die Aufgabenbereiche des Freiwilligenmanagements (Definition der Zielgruppe, Klärung der Engagementbereiche, Erarbeitung von Engagementangeboten, Werbung von Ehrenamtlichen, Führen von Erstgesprächen, Treffen von Engagementvereinbarungen, Bindung und Wertschätzung) erläutert, wobei hierbei immer der Frage nachgespürt wird, welche Besonderheiten zu beachten sind, wenn es sich um Online-Freiwillige handelt.

Da diese eben gerade nicht vor Ort in der Organisation tätig sind, ergeben sich einige spezifische Herausforderungen für das Freiwilligenmanagement insbesondere die Bereiche Kommunikation, Einbindung und Wertschätzung betreffend.

Stellen dies schon in “klassischen” Engagementbereichen von Freiwilligen mitunter Organisationen vor Herausforderungen, so wird dies im Kontext von Online-Engagement noch dadurch erschwert, dass die Freiwilligen unsichtbarer sind, da nicht vor Ort und im face-to-face-Kontakt. Ihre Belange und berechtigen Anliegen dennoch stets zu beachten und mitzubedenken ist eine wesentliche Aufgabe des Freiwilligenmanagements.

Wäre das Handbuch keine Drucksache sondern ein Onlinetext, so würde man sich an dieser Stelle über Links zu guten Beispielen freuen.

Für Organisationen, die die Einbindung von Online-Freiwilligen planen, dürften zudem die Ausführungen zum Nutzen von Social Media Policys nützlich sein. Diese werden als sinnvolles Werkzeug, welches neben einer klaren Engagementvereinbarung die Rechte und Pflichten beider Seiten regelt, empfohlen. Dabei haben derartige Policys natürlich nicht nur für die Freiwilligen Geltung, sondern auch für Hauptamtliche Mitarbeiter/innen der Organisation.

Ausgesprochen hilfreich sind im Kontext der Nutzung des Web2.0 auch die Hinweise zu rechtlichen Fragen u.a. Datenschutz, Persönlichkeitsrechte, Copyright.

Die Diskussion um die Monetarisierung freiwilligen Engagements wird dagegen nur ganz knapp angerissen. Dies ist wohl auch nicht abschließend gemeint, sondern wohl eher als Aufforderung zu verstehen, sich in die entsprechende Debatte einzubringen.

Last but not least ist den Autor/innen für die Ausführungen zu den Chancen von Online-Volunteering für Menschen mit besonderen Bedarfen zu danken. Das freiwillige Engagement via Internet stellt eine große Chance dar, mehr Menschen mit Behinderungen bürgerschaftliches Engagement zu ermöglichen. Hierfür gilt es die Voraussetzungen weiter zu verbessern.

Veröffentlicht unter Kommentar, Online-Freiwilligenarbeit | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Waltaud und Gerd Placke zum Praxiskompendium “Management von Online-Volunteers”

Waltraud Placke, die die meines Wissens erste deutsche Diplomarbeit zum Thema Online-Volunteering hier in Berlin schrieb und Dr. Gerd Placke, seinerseits Manager des Projektes “Corporate Social Responsibility” der Bertelsmann Stiftung, haben sich das Praxiskompendium zum Management von Online-Volunteers angeschaut und ihre Rezension heute geschickt. Gern veröffentliche ich sie hier im Volltext.

Von der allgemeinen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, gibt es in den letzten Jahren einen erstaunlichen Wandel innerhalb des bürgerschaftlichen Engagements. Neue Aktivitäten und Engagementformen entstehen – vielfach abseits der wohlfahrtsverbandlichen Strukturen. Neue gesellschaftliche Herausforderungen sind durch moderne Engagementansätze zu meistern, auf die die offizielle Politik (vor allem das Familienministeriums der Bundesregierung) keine adäquaten Antworten findet, weil mit deren alten Instrumenten und Vorgehensweisen eben keine neue Vernetzung gelingen kann.

Besonders betrifft dies ein Thema, das in der Bundesrepublik abseits der allgemeinen Rhetorik ebenso kaum jemand erkannt hat: Wie verändert sich das bürgerschaftliche Engagement, wenn die neuen Medien in Bälde von jedermann so selbstverständlich bedient werden, wie in den letzten dreißig Jahren die Fernbedienung des Fernsehers? Auf der analytischen Ebene ist schon jetzt zu konstatieren, dass der viel beschworene „Strukturwandel des Ehrenamts“ (Beher/Liebig/Rauschenbach 2000) eine neue Dichte erreicht und Online-Volunteering damit letztlich mehr als ein „Trend“ ist, wie Thomas Kegel in seinem Vorwort zu der Broschüre schreibt. Denn während man bislang freiwilliges Engagement stets als das direkte Gegenüber von aktiven Unterstützern und Menschen resp. Organisationen mit Unterstützungsbedarf verstand, wird immer deutlicher, dass das Internet den Unterstützungsmöglichkeiten eine neue Dimension hinzufügt: Die Unterstützung ohne direkten physischen Kontakt – ja bisweilen ohne sich überhaupt kennenzulernen. Das Internet ermöglicht die örtliche Entgrenzung des Engagements: Beispielsweise könnten Menschen aus Mexiko anonym einer Organisation aus Bad Kissingen eine Übersetzung eines Textes ins Spanische liefern. Ein intensiveres Nachdenken über ein solches Phänomen, das heute im Internet täglich unzählige Male bereits passiert, verdeutlicht, wie komplex ein Management sich darstellt, dass sich diese globale Ressource systematisch zu Nutze machen will.

Die Autoren des Handbuchs „Management von Online-Volunteers“ leisten in dieser Hinsicht Pionierarbeit für den deutschen Sprachraum. Mit dieser Publikation liegt die erste hiesige Veröffentlichung vor, die ausführlicher darlegt, wie man Freiwillige für die Tätigkeiten im Netz gewinnen kann, ihnen interessante Aufgaben gibt, systematisch begleitet und vor allen Dingen seine eigene Organisation gezielt auf diese Arbeit vorbereitet. In einem besonderen Kapitel wird auf barrierefreies Online-Engagement eingegangen: Wie kann man so niederschwellig wie eben möglich nicht mobile Menschen, für die in manchen Fällen Online-Engagement die einzige Möglichkeit darstellt, kein Objekt sondern Subjekt von Engagement zu sein, einbeziehen.

Diese Veröffentlichung ist also sehr verdienstvoll. Ohne diese Dimension direkt anzusprechen, ist sie der Anfang zu ausführlicheren Studien, wie sich der Organisationswandel im Wohlfahrtssektor weiter zu vollziehen hat, will er nicht abgehängt werden von gesellschaftlichen Entwicklungen. Denn eines ist klar, Nichtregierungsorganisationen sind schon lange auf dem Weg Social Media Instrumente in die tägliche Arbeit zu integrieren. Leider scheint den Wohlfahrtsverbänden immer mehr der innovative Impuls abhanden gekommen zu sein, sonst müssten sie eigentlich im Internet aktiver sein. Aber sie überlassen das Feld solchen Menschen wie Hannes Jähnert, Lisa Dittrich und wenigen anderen, die leider (noch) keine Durchschlagskraft haben. Auf diese Weise werden sich viele Verantwortlichen nicht vor Augen führen können, dass sich das Freiwilligenmangement bereits auf den Weg von einem partnerschaftlichen zu einem partizipativen Management begeben hat und dabei die bisherigen Maßgaben des fairen Umgangs mit aktiven Menschen transzendiert. Wenn es denn so kommen sollte, dass Organisationen ihren Freiwilligen immer mehr ermöglichen müssen „Ihr eigenes Ding zu machen“, dann müssen sich letztlich nicht die Freiwilligen an die Vorgaben der Organisationen halten, sondern umgekehrt die Organisationen ihr Interesse auf eine Weise modellieren, dass es mit den partizipativen Ambitionen der Aktiven übereinstimmt. Dann ist eine Wohlfahrtsorganisation nicht mehr als ein Stützpunkt für Engagement: Facebook macht dies uns bereits jetzt vor, denn vermutlich ist Facebook schon heute die größte Engagement-Plattform Deutschlands.

Veröffentlicht unter Kommentar, Online-Freiwilligenarbeit | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare