Schlagwort-Archive: Politik

Die Welt in Aufruhr

Es ist einiges los in der Welt! Seit Wochen, seit Monaten schon überschlagen sich die Nachrichten mit immer neuen, nervenzerreißenden Entwicklungen in der Welt. Nach Tunesien und Ägypten begannen auch die Menschen in Libyen, Bahrain dem Jemen und einigen anderen Ländern des sog. Nahen Ostens gegen die dortigen Diktaturen aufzubegehren — leider nicht mit dem Erfolg ihrer Vorbilder. Dem japanischen AKW-Betreiber TEPCO flog das 40 Jahre alte Kernkraftwerk Fukushima I um die Ohren — eigentlich fliegt es mit seinem “schleichenden GAU” immer noch und wohl noch eine ganze Weile — und hier in Deutschland laviert die Politik, weil sie ihre schönen Landtagswahlen von diesen Äußerlichkeiten manipuliert sieht.

Die Nachrichten sind voll, übervoll! Es reicht schon nicht mehr, dass der Brennpunkt im Anschluss an die Tagesschau im Ersten obligatorisch wird, hin und wieder wird nun auch die Tagesschau selbst um fünf Minuten verlängert; Sport, Wetter und Finanznachrichten sind uns eben immer noch wichtig und fordern  dementsprechend ihren Platz. Googelt man bspw. Bahrain und Proteste, erhält man derzeit als erste Info, dass der Saisonstart der Formel 1 gefährdet ist. Haben wir eigentlich keine anderen Sorgen als Düsenjäger auf Rädern, die im Kreis um die Wette fahren? Nein, haben wir offenbar nicht. Eingelullt von Wohlstand und weitreichender Sicherheit vor Naturkatastrophen wie in Japan, Birma und Thailand, vor Terrorismus und neuerdings auch wieder vor dem Islam, avancieren das ferne Leid zu aufregender Abendunterhaltung — die man sich wahlweise auch in Häppchenform per Twitter auf das Mobiltelefon abonnieren kann — und vielerlei Demonstrationen und Kundgebungen, die uns ein Gefühl von Gemeinschaft versprechend bei blauem Himmel und frühlingshaftem Sonnenschein vor die Tür und auf die Straße locken.

Machen wir uns nichts vor, Moral ist in. Wir sind auf dem besten Weg in die Utopie der Metamorphosis-Gesellschaft, einem ausnahmsweise Hoffnung gebendem Gesellschaftsentwurf, in dem sich die gemeinschaftliche Verantwortung wirklich lohnen wird. Und diese Verantwortung Aller ist wohl auch nötig, wenn wir unseren blauen Planeten noch ein bisschen bewohnen, uns nicht vorzeitig abschaffen wollen.

Auch wenn ich selbst mit dem esoterischen Schlag Rüdiger Dahlkes nicht viel anfangen kann, finde ich seinen Text, der die Lage unserer Welt, unseres Planeten zum Thema hat, wirklich lesenswert. Auch wenn es mit Sicherheit nicht “Mutter Erde” ist, die uns — wie einstmals der allmächtige Vater — Sintfluten (heute Tsunamis) und Seuchen (heute Pandemien) schickt, ist doch was dran, dass viele der Naturkatastrophen im Abendprogramm hausgemacht sind und entsprechend was getan werden kann.

Die Welt im Aufruhr

Japan – durch Hiroshima längst Mahnmal für den Atombomben-Wahnsinn, wird nun wohl durch Fukushima auch zum Mahnmal für den Atomreaktor-Wahnsinn. 6 Tage nachdem Erde und Meer sich aufgebäumt haben, sind 3 Blöcke von Fukushima explodiert, ein vierter brennt – alle sind außer Kontrolle. Genau das, was laut Experten und (un)verantwortlichen Atom-Politikern unmöglich ist.

Die Strahlung in den Kontrollräumen ist so hoch, dass das meiste Personal abgezogen werden musste. Die Macher überlassen die Reaktoren, die Japaner und möglicherweise die Welt ihrem Schicksal.

Fünf Tage nach dem schrecklichen Erdbeben mit folgendem Tsunami hat Fukushima die Illusion von sicheren Atomkraftwerken wohl auch für jene Atombefürwortern beendet, die Tschernobyl einfach verschlafen haben wie viele Christdemokraten dieser Welt. Wenn so etwas in Japan möglich ist, einem der höchstentwickelten Industrieländer, dann ist es überall möglich!

Letztlich scheitert in Fukushima alles am Stromausfall. Gegen Stromausfall aber sind europäische Atomkraftwerke keineswegs besser gesichert. Seit 6 Tagen erleben wir mit, wie unkontrollierbar und wie unbeherrschbar die Situation in einem Land wie Japan ist, wie würde so etwas in Drittweltländern aussehen, in die Atomanlangen so großzügig verkauft wurden?

Von der japanischen Regierung kamen die für Regierungen üblichen Beschwichtigungen. Anfangs sagte Regierungschef Kan, es gäbe keine Gefahr, eine Stunde später wurde der Atomnotstand ausgerufen, und Schlag auf Schlag der Evakuierungsradius ausgeweitet. Jetzt wartet alles hilflos und Kan beschwerte sich öffentlich über die Missinformation durch die Betreiberfirma.

Erschütternd auch die Reaktion der deutschen Atom-Parteien CDU und FDP. Sie haben noch immer nicht begriffen. Dabei kann jeder die Bilder der Unbeherrschbarkeit und Hilflosigkeit sehen. Die Atomkanzlerin will ihre ohne Not heraufbeschworene Laufzeitverlängerung der Atommeiler nur aussetzen, bis die Sicherheitslage geklärt sei – und wohl die Landtagswahlen überstanden sind. Letzteres glaubt – laut Fernsehumfrage – die Mehrheit der Deutschen.

Jetzt soll also die Sicherheit Vorrang haben, was war denn bisher um Gottes Willen? Selten hat ein Politiker so offen und unabsichtlich die bittere Wahrheit eingestanden.

Wer nach diesen 6 Tagen nicht begriffen hat, dass Atomtechnologie unbeherrschbar ist, wird es wohl nie mehr schaffen. Er ist eigentlich nur zu bedauern. Tragisch wenn so jemand Regierungschef eines großen Landes ist.

Das Moratorium, das heißt die Aussetzung der Laufzeitveränderung für drei Monate ist sogar für CDU-Wähler durchschaubar einer der peinlichsten politischen Schachzüge einer (Un)Verantwortlichen zum Zwecke des Machterhalts.

Was mag es bedeuten, wenn der baden-württembergische CDU- Ministerpräsident Mappus, als glühender Anhänger der Kernkraft gerade noch für deutlich längere Laufzeitverlängerungen als die beschlossenen eingetreten, der der Industrie sogar einen uralten Atommeiler mit Steuergeldern abkaufte, wodurch er Besitzer, Betreiber und Kontrolleur in einem wurde, zwei Wochen vor seinem erwarteten wohlverdienten Wahldebakel zu einer Neubewertung ansetzt und nun die Sicherheit der Bevölkerung ganz neu entdeckt?

Was ist von Parteien zu halten, die gestern noch damit drohten, bei schnellem Ausstieg würden uns die Lichter ausgehen, und die jetzt flugs – aus offensichtlich wahltaktischen Gründen – auf 8 Atommeiler verzichten können. Wenn auch nur für 3 Monate – danach gehen dann wohl die Interessen der (un)verantwortlichen Industrie wieder vor die Sicherheit der Bevölkerung…

Wenn in den kommenden 3 Monaten die Lichter an bleiben sollten, was vermutet werden darf, warum sollten sie denn dann danach ausgehen? Vielleicht geht der für so dumm verkauften Bevölkerung endlich ein Licht auf. Ein Moratorium für (Un)Verantwortliche wäre das Gebot der Stunde. Deutschland ist längst auch bei Strom Exportweltmeister. Die jetzt kurzzeitig stillgelegten Meiler machen gerade einmal 7 % des Stromes aus, nicht einmal der Anteil, der exportiert wird.

Immerhin können die Deutschen schon bald den Wahl- zum Denkzettel machen und die (Un)Verantwortlichen aus jener Verantwortung entlassen, die sie sowieso nie tragen konnten, da sie keine tragfähigen Antworten fanden. Aber reichen wird das noch nicht.

Kaum weniger peinlich sind die Aussagen der Experten aus der Atomwirtschaft. Man fühlt sich an Peter Ustinovs Ausspruch erinnert: „Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der einem erklärt, dass das technisch unmöglich sei.“ Der Chef der deutschen Atombehörde antwortet im Fernsehen schon gar nicht mehr auf Fragen der Reporter, sondern erzählt jeden Tag gebetsmühlenartig, was jeder weiß und dass man keine Fehler gemacht habe, die japanischen Reaktoren seinen eben nur bis zur Stufe 8 abgesichert gewesen und nun sei leider Stufe 9 eingetreten. Hierzulande sind Reaktoren seit 40 Jahren am Netz, die heute nicht einmal mehr in Deutschland die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Den Experten der Industrie ist nicht zu trauen, gegenüber den Professoren ist Vorsicht geboten. Der Weg zu Atombomben und Atomkraftwerken ist mit Nobelpreisen gepflastert!

Grundsätzlich ist zu fragen: Wie ist es möglich, dass wir überhaupt auf eine Technologie setzen, für die es weltweit keinen Versicherer mehr gibt, der dieses Risiko noch absichern würde. Wieso akzeptieren wir das? Wir, die wir uns zwingen lassen, jedes Moped zu versichern?

Wie kann es sein, dass wir ohne akzeptables Endlager für den Atomabfall einfach weitermachen? Nehmen Politiker wie die deutsche Atom-Kanzlerin und ihr Westerwelle Endlager wie Tschernobyl, Fukushima oder x y einfach in Kauf?

Dabei hatten sie vorher gesagt, was sie mit uns und der Welt vorhatten – und sie wurden trotzdem gewählt. Auch jetzt sagen sie es wieder, für drei Monate gibt es ein Moratorium, und dann – nach den Landtagswahlen – sieht man weiter…

Die Schweizer haben sich gerade erst mehrheitlich für den Ausbau eines Atomkraftwerks in der Nähe der Hauptstadt Bern entschieden. Ist das Mut oder einfach Mangel an Phantasie? Wahrscheinlich letzteres und da sei den Journalisten für die ständig wiederholten Bilder im Fernsehen gedankt, die den Mangel an Phantasie beheben. Welchen Sinn sollte es sonst haben, permanent dieselben Grausamkeiten zu übertragen, immer wieder dieselben Atomkraftwerke vor aller Augen explodieren und brennen zu lassen.

Und das scheint Wirkung zu haben, in der Schweiz verzichtet der Betreiber auf den Bau des neuen AKW bei Bern, das Schweizer Bundesamt für Energie prüft den Komplettausstieg innerhalb von Monaten. Die Schweizer haben auch eine direkte Demokratie, die Politiker wissen das und kommen wohl der gewandelten Volksmeinung nur zuvor. Unsere Politiker wissen sich dagegen ziemlich sicher vor der Bevölkerung wie sich an der schwarz-gelben Regierung zeigt, die ihre Atompolitik gegen den erklärten Willen der Mehrheit durchgezogen hat.

Die Atomkraftwerke scheitern in Fukushima an Strommangel – den sie ursprünglich beheben sollten. In Japan gehen nun die Lichter wirklich aus, dabei sollten sie gerade das verhindern, wenn man Experten und Politikern glauben schenkte.

Welche Deutung bleibt, wenn wir tiefer schauen?

Die weiblichen Elemente Erde und Wasser sind in Aufruhr und Aufstand, Mutter Erde bebt und entzieht alle Geborgenheit. Das Wasser als Seelenelement wird wild und stürmt das Land, alles mit sich in Tod und Ruin reißend. Pluto, das Prinzip der Wandlung im Steinbock zeigt uns unsere Grenzen (Saturn), unsere Hybris und unsere Machtlosigkeit. Neptun-Poseidon, der Gott des Meeres und der Erderschütterer, ist zuständig für den Tsunami – bezeichnender weise ein japanisches Wort, das “Hafenwelle” heißt, die Welle, die unsere Heimat, unseren Hafen bedroht. Freiwillig “opfern” wir heute weder Mutter Erde noch dem Meer, im Gegenteil wir pressen sie bis zum letzten aus und so holen sie sich ihre Opfer.

Andererseits kann uns diese wie jede Katastrophe auch zum Umkehrpunkt werden, genau das meint nämlich das griechische Wort. Vom Schicksal geschickt zu unserem Heil, um unsere Gier und unseren Größenwahn zu erkennen, davon zu genesen und heil zu werden. (lat. Salus = Heil) Bezüglich der Resonanz mag manchem dabei die verlogene japanische Walfangpolitik „zu wissenschaftlichen Zwecken“ einfallen oder die jährlich vom Blut unzähliger Delphine rote Bucht von Taichi, die rabiat-rücksichtslosen Fangmethoden japanischer Fischfangflotten und auch so einiges bei uns…. Auf schreckliche Art hat sich das Meer eine Verschnaufpause vor den Japanern verschafft, vielleicht und hoffentlich nutzen sie und wir diese zum Umdenken.

Angesichts der atomaren Bedrohungssituation muss man als langjähriger Atomkraftgegner aufpassen, nicht zynisch zu werden: Das ganze könnte für uns in Europa sogar gut ausgehen. Wir könnten diese Situation, die uns selbst weniger beschädigen wird, nutzen, die Atomreaktoren mitsamt den (Un)Verantwortlichen, die sie immer befürworteten und selbst jetzt nicht definitiv davon lassen wollen, endlich und endgültig loszuwerden.

Der Weltwirtschaft könnte das Elend sogar gelegener kommen also so mancher Krieg, ein Wiederaufbau Japans könnte – falls möglich – zum großen Konjunkturprogramm werden. Die deutschen Autobauer werden so traurig nicht sein, wenn die japanischen eine längere Zwangspause machen.

Das ist makaber und die wirkliche Chance wäre jetzt, generell umzudenken. Die weiblichen Elemente spielen nicht nur verrückt, wir haben die Erde und die Meere in verrückter Weise unverantwortlich und weltweit geschunden und gequält. Es ist kein Wunder, dass sie sich gegen uns stellen. Es läuft so vieles gegen den weiblichen Pol. Das jetzt endlich zu begreifen, ist unsere vielleicht letzte Chance in vieler Hinsicht. Vieles kommt in Bewegung: Weltweit versuchen Völker ihre Potentaten loszuwerden, gerade nutzen der Gewaltherrscher in Bahrein die Gunst der Stunde, um mit Hilfe von Besatzungstruppen aus Saudi Arabien und anderen befreundeten Diktaturen der Golfregion die aufbegehrende Mehrheit seines Landes niederzuknüppeln. Im Schatten der japanischen Tragödie fällt es kaum auf, wie wir die Libyer im Stich lassen – liegt es daran, dass ihr Diktator noch immer die Hand am Ölhahn hat? Einige Länder würden ihnen schon helfen wollen, aber Merkels Westerwelle, der gerade noch so photogen mit den Ägyptern geschmust hatte, wollte jetzt doch keiner Flugverbotszone über Libyen zustimmen. Aber alle Zurückhaltung wird am anstehenden Großputz wohl nichts ändern. Wir hätten so viel Stoff.

Nicht nur in den AKWs läuft so vieles schief, in den AKHs ist es nicht viel besser. Die Zustände in den allgemeinen Krankenhäusern bedürften dringend einer Sicherheitsüberprüfung, längst sind in all unseren Industrieländern die Fehler der Mediziner und die Nebenwirkungen der Pharmaka zur dritthäufigsten Todesursache geworden? Wollen und brauchen wir das wirklich?

Die WHO hielt das gesundheitliche Risiko am 4. Tag der japanischen Katastrophe für minimal. Heute, am 6. Tag hält sie eine Strahlenkatastrophe für die Welt für ausgeschlossen. Allein schon dieses Statement lässt mich vermuten, dass es diese Gefährdung gibt. Das sind dieselben Typen, die die Vogel- und Schweinegrippe-Panik im Dienste der Pharmaindustrie ermöglicht hatten. Da sitzen (un)verantwortliche Leute in Spitzenpositionen und verbreiten Unverantwortliches. Auch ihnen könnte man die Legitimation nach so vielen Fehlleistungen entziehen.

In Österreich hat die Ärztekammer nach der Veröffentlichung einer Studie, die nahe legte, dass sich schon nach 5 Jahren regelmäßigem Handytelefonieren, die Hirntumorrate verdoppelt, dafür plädiert, die Zahl der Neurochirurgen dramatisch zu erhöhen, um mit all den bevorstehenden Gehirntumoren fertig zu werden. Könnte es da nicht noch andere Konsequenzen geben?

Sollten wir mit der Gentechnologie wirklich einfach so weitermachen? Können wir es uns tatsächlich leisten, so viele Arten an Pflanzen und Tieren auszurotten zugunsten von manipulierten Einheitspflanzen und –tieren, die nur noch einen Zweck erfüllen, den Profit von wenigen zu steigern?

Ist es wirklich so harmlos, alle Bienen einfach sterben zu lassen?

Haben wir es wirklich nötig, in Tierfabriken unter unsäglichen Bedingungen Millionen Tiere bis zur Schlachtreife zu foltern, um uns mit ihrem gefolterten Fleisch auch ihre Angst und Qual einzuverleiben?

Ist es wirklich vertretbar, so locker mit dem Klima umzugehen? Sind die Inseln, die wir in der Südsee versinken lassen, nicht vielleicht Vorboten des Versinkens ganzer Kulturen? Was bleibt von der japanischen Tradition, wenn das Land unbewohnbar wird? Was bleibt von den kleinen Inseln, die wir längst opfern, ohne es so recht zur Kenntnis zu nehmen?

Was sagen uns diese Zeichen, wo ist Japan in uns? – Die gesamte moderne Welt vergeht sich am Meer und seinen Bewohnern, quält Tiere in unbeschreiblichem Ausmaß und Menschen, wenn wir an den modernen Menschenhandel denken. Niemals war Sklaverei solch ein Faktor wie heute…

Leben wir nicht alle nach der Devise „nach uns die Sintflut“? Wann hätte sich je eine Generation so an der Zukunft ihrer Kinder schuldig gemacht, ihnen solche Hypotheken hinterlassen?

Wir machen auf unsere archetypisch männliche Macher-Art das Arbeitsklima immer krankmachender, das Weltklima immer verrückter, die Erde immer unbewohnbarer…

Brauchen wir nach Tschernobyl und Fukushima noch eine dritte Todeszone? Brauchen wir noch Politiker, die solche Endlager für kurzfristige Vorteile in Kauf nehmen?

Dürfen wir uns andererseits wirklich über die Sintflut und den Aufstand der Erde beschweren? Sollten wir nicht vielleicht lieber anfangen, weitere Aufstände des mit Füßen getretenen weiblichen Pols überflüssig zu machen?

Aber wird dieses Desaster auch den Chinesen und Franzosen reichen, um von ihrer Atompolitik zu lassen? Sie haben sich so sehr darauf verlassen und alles darauf abgestellt.

Fragen wir doch einmal umgekehrt: Was soll noch passieren, was soll Mutter Erde und das Meer sich noch einfallen lassen, um uns zur Besinnung zu bringen?

Tatsächlich könnten sich bald auch die männlichen Elemente gegen uns wenden. Die weitgehend verlassenen Atomreaktoren von Fukushima könnten in ihrer Kernschmelze zu einem offenen Atomfeuer werden. Was dann?

Gorbatschow hat damals in Tschernobyl tausende Soldaten zu unfreiwilligen Helden der Sowjetunion gemacht und im Atomfeuer „verheizt“, während sie den Schutzmantel bauten. Werden sich im demokratischen Japan Soldaten finden, die sich für die Sicherheit des Landes und der Welt solcherart brutal verstrahlen lassen – als moderne Kamikaze sozusagen? Wer würde so etwas bei uns tun, wer würde sich opfern, um einen Sarkophag für außer Kontrolle geratene Kernkraftwerke zu bauen und dabei bewusst sein Leben zu lassen? Die befragte Feuerwehr in Deutschland hat schon abgewunken, die Bundeswehrsoldaten werden abwinken. Es ist auch zum Abwinken, und das sollten wir jetzt schleunigst im Hinblick auf Kernkraftwerke und ihre politischen Protagonisten tun. Das ist eine Technologie, die in ihrer letzten Konsequenz Diktatoren braucht, die Menschenleben opfern können.

In diesem jetzt leider nicht mehr undenkbaren Fall, würde es zur reinen Zeitfrage, bis auch das Luftelement zum Feind wird und der Wind Tokio zur Geisterstadt und Japan zur Toteninsel macht. Dann würden wohl auch die Chinesen und Russen durch ständige Atomwinde und –wolken in Mitleidenschaft gezogen…. Und die Welt würde langsam aber sicher verstrahlt. Dieses Endszenario ist entsetzlicher Weise aus der Filmwerkstatt Hollywoods ausgebrochen dank (un)verantwortlicher Politiker in der ganzen Welt und ihrer unbewussten Wähler.

Worauf warten wir also noch? Wir könnten jetzt im großen Stil anfangen, die Gesetze des Lebens zu verstehen und die Spielregeln zu beherzigen, wir könnten die Schatten konfrontieren – und jeder für sich und alle zusammen unsere seelische und geistige Energie auf wirkliche Lösungen richten.

Die Menschen, die Bevölkerung sind jetzt gefordert. Österreich könnte zum Modell werden. Schon vor vielen Jahren hat hier die Bevölkerung ihre (un)verantwortlichen Politiker gegen deren erklärten Willen zum Aufgeben des Atomkraftwerks Zwentendorf gezwungen und ein Verbot der Kernenergienutzung in der Verfassung erzwungen – koste es was es wolle. Der Kanzler hatte sogar noch mit Erpressung versucht, sein Atomkraftwerk zu retten und mit seinem Rücktritt gedroht. Die Menschen haben sich aber nicht erpressen lassen, sie waren entschlossen und mussten es nie bereuen. Österreichische Politiker haben bis heute nicht mal eine relevante Förderung für Photovoltaikanlagen geschafft. Es waren allein die Menschen, die schon weiter waren, so wie es sich jetzt auch in Deutschland abzeichnet, wo die Atomkanzlerin gegen eine Bevölkerung regiert, die mit absoluter Mehrheit gegen Atomkraft ist. Es ist an der Zeit, aus Verantwortungsbewusstsein die (Un)Verantwortlichen loszuwerden, zumal es so bequem mit dem Wahl- und Denkzettelsystem geht – und Zeichen zu setzen für eine Versöhnung mit Mutter Erde, mit Mutter Natur, mit dem Meer und dem weiblichen Pol. Und das könnte mit vielen kleinen Aktionen anfangen.

Würden wir nur alle Stand-by-Geräte abschalten, könnten allein in Deutschland zwei Atomkraftwerke eingespart werden.

Wir könnten auf sauberen verantwortlichen Strom umsteigen, statt die Atomstromproduzenten EON, RWE und Co. weiterwurschteln zu lassen.

Und vor allem: Strom ließe sich auf vielfältige Weise sparen.

In erneuerbare Energie wäre fast beliebig zu investieren. Es ließen sich bevorzugt erdölfreie Produkte verwenden etwa bei Putz-, Waschmitteln. Einheimische Bio-Produkte könnten Vorausdenker unterstützen. Qualität könnte generell Quantität ersetzen. Unerwünschte Zeitschriften, Kataloge lassen sich auch abbestellen statt einfach wegwerfen. Konsequente Mülltrennung spart auch Energie. Wir brauchen nicht immer das neueste Handy, oder?… ich benutze gar keines… Es ließe sich öfter und weniger einkaufen, statt in großen Mengen, die nur den Müllanfall vergrößern.

Spirituelle Aspekte könnten uns insgesamt weiterbringen. Statt das Elend nur draußen an Politikern fest zu machen – könnten wir fragen, wo ist der Westerwelle in uns, der gern bei leichten Erfolgen anderer zum Abstauben kommt, und bei den wirklich wichtigen Dingen bittende Menschen im Stich lässt. Wo haben wir eine Kanzlerin in uns, die Zeitgewinn über Entscheidungen stellt und larviert statt regiert. Gibt es auch in uns Unbelehrbarkeit, selbst bei klarer Lage.

Wir könnten viel gewinnen durch Achtsamkeit auch bei den kleinen, unbedeutend erscheinenden Dingen des Alltags. Zen in der Kunst des alltäglichen Lebens.

Dankbarkeit für das wundervolle Geschenk des Lebens auf unserer Erde und die Fragestellung: In welchen Bereichen meines Lebens kann ich mühelos auf vieles verzichten, alleine dadurch, dass ich achtsam und bewusst bin?

Die Augen lassen sich wieder für das Wunder der Schöpfung öffnen. Die Entschleunigung des Lebens kann auf vielen Ebenen helfen. Wesentliches wäre von Unwesentlichem zu unterscheiden. Sein statt Haben. Statt zu denken: Es ist ja nur ein Tropfen auf dem heißen Stein…….. Steter Tropfen höhlt den Stein! Wir können die Welt nicht verändern, wenn wir uns nicht ändern.

Ihr Ruediger Dahlke

Veröffentlicht unter Kommentar | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Zum Protest-Mem "Ist das gerecht …"

Nach den Sparbeschlüssen der schwarz-gelben Bundesregierung am Montag den 07. Juni 2010 setzte die amtierende Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder mehrere folgenreiche Kurzmitteilungen auf Twitter und Facebook ab:

22:07 Uhr: “Natürlich ist die Elterngeldstreichung für Hartz IV-Empfänger hart.”

22:11 Uhr: “Aber: Eine Familie in Hartz IV, 2 Kinder, erhält inkl. Elterngeld 1885 € vom Staat. Netto! Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?”

22:13 Uhr: “Ich habe als Abgeordnete aus voller Überzeugung der Schuldenbremse zugestimmt. Dann muss ich mich jetzt auch am Sparen beteiligen.”

Ich selbst konnte vor allem beim Lesen des letzten Satzes nur mit dem Kopf schütteln. Ich glaube zwar, dass Politikerinnen und Politiker zu ihrem Wort stehen sollten, hatte aber den Eindruck Frau Schröder würde sich in ihrem Amt ein bisschen zu ernst nehmen. Doch nicht der letzte Tweet, sondern der zweite Satz im zweiten Tweet wurde zum Aufhänger des anhaltenden Protests.

Vielleicht weil die Frage “Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?” so sehr für die rechte Außenseite der CDU steht, vielleicht aber auch, weil man sie so gut zu karikieren und mashen ist, löste Schröders Kommunikation der Sparmaßnahmen in ihrem Bereich — was wahrscheinlich mit “muss ich mich” gemeint war — einen Sturm der Entrüstung und Häme aus. (“Shitstorm” — vll. besser: Protest-Mem)

23:20 Uhr: “Eine Ministerin erhält 12.860€/Monat vom Staat + Nebenverdienste. Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?” (via @direkteaktion)

23:23 Uhr: “Würde mal sagen, @kristinakoehler wollte nur mal rausfinden, wie wie sich soziale Ächtung am eigenen Leib anfühlt. Ich nenne das Bürgernähe.” (via @zeitweise)

23:55 Uhr: “Fehlt eigentlich nur noch: “Sollen Sie doch Kuchen essen” – @kristinakoehler” (via @miezmutz)

00:49 Uhr: “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Hab ich mal irgendwo gelesen. Vermutlich bei Asterix oder in der Bravo. @kristinakoehler” (via @Vittenko)

Es lassen sich natürlich noch viel weitere Kommentare zu diesen Äußerungen finden. Allein unter dem Übertrag des Tweets von 22:11 Uhr finden sich bis jetzt 28 Kommentare und 26 “Gefällt-Mir-Feed-Backs” (Stand 12. Juni 13:55h). Dabei leider selbstverständlich nicht nur Unmutsbekundungen.

Sucht man nun aber ein paar Tage später nach der provokanten Frage im Tweet Kristina Schröders, finden sich über die Phrasensuche bei Google bereits 5.620 Treffer. Darunter einige Blogs, die sich dem Thema annahmen — bspw. MarxBlog, Fefes Blog und Spreelichter. Im MarxBlog sind mehrere Beiträge mit diversen Tweets wie diesen hier zu finden:

10.06.2010: “Ich habe 14 Tage Urlaub. Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?” (via @leibowitz)

10:06.2010: “”Ich bin Beamter, ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?” #gnhihihi :D ” (via @motorradblogger)

10:06.2010: “Ich geh’ jetzt ins Bett. Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?” (via @simoncolumbus)

Im FefeBlog wird zum mashuppen aufgerufen …

… und im Blog der Spreelichter wird ein Konterfei lanciert, was bei streitbaren Äußerungen deutscher Spitzenpolitikerinnen wie Ursula von der Layen (#Zensursula), Wolfgang Schäuble (Stasi 2.0), Karl Theodor zu Guttenberg (Ahnungslos aber betroffen) und nun auch Kristina Schröder (Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten) offenbar eine Art Netzmode ist.

Auch wenn manch Konservativer die Äußerungen Kristina Schröders für ‚wahre Worte’ hält, denke ich doch, dass es einer Familienministerin nicht sonderlich gut steht auch nur die Frage nach der Ungerechtigkeit ohne hin knapper Harz IV Sätze zu stellen. (Bei Sozialhilfe24.de könnt ihr ja mal ausrechnen, was ihr so bekommen würdet.) Was ich meine hier aber noch entdeckt zu haben, ist die Heuchelei mit der so mancher Netzbewohner nach Authentizität und schneller Information ruft, sie aber, wenn sie dann mal kommt, mit Häme und Spott versieht.

http://www.spreelichter.info/
Veröffentlicht unter Kommentar, Zivilgesellschaft | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Studentisches Engagement und die Bologna-Reform

Auf Studies Online ist kürzlich ein Artikel von Jörg Reschke und Karsten Wenzlaff aus der Publikation „Hochschulen im Wettbewerb“ von Anna Neundorf, Julian Zado und Joela Zeller (Hrsg.) erschienen. Unter dem Titel „Auswirkungen der Umstellung auf Bachelor / Master auf das freiwillige Engagement von Studierenden“ gehen die beiden Autoren der Frage nach, ob und inwieweit die Bolonga-Reform das freiwillige Engagement von Studierenden verhindert.

Wie auch die Autoren durfte ich eigene Erfahrungen mit dem studentischen Engagement während der Umstellung auf gestufte Studiengänge machen. Bezüglich des abnehmenden Engagements, das in den Projekten, an denen ich mitarbeitete, schon vor der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge eintrat, kann ich den Autoren nur zustimmen. Das (gefühlt) rückläufige Engagement der Studierenden kann nicht allein dem Bologna-Prozesses angelastet werden. Eher das Gegenteil ist der Fall. In der Bologna-Erklärung findet sich nämlich ein Passus, der die Anerkennung und Förderung freiwilligen Engagements im Sinne lebenslangen Lernens explizit ermöglicht:

“[ETCS] Punkte sollten auch außerhalb der Hochschulen, beispielsweise durch lebenslanges Lernen, erworben werden können, vorausgesetzt, sie werden durch die jeweiligen aufnehmenden Hochschulen anerkannt” (Bologna- Erklärung).

Wie auch Reschke und Wenzlaff nahelegen, scheint es eher die Umsetzung der Bologna-Reform an deutschen Hochschulen zu sein, die studentisches Engagement in- und außerhalb der Hochschule zu ersticken droht. Der allgegenwärtige Ökonomisierungszwang gepaart mit dem Missverstehen kompetenzorientierter Lehre und ausgeprägter Veränderungsresistenz der Institution Hochschule führen zu immer enger gestrickten Semesterplänen und immer weniger Platz für das Humboldt’sche Ideal der zweckfreien Bildung.

Die Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland beschreibt Uni-Bluff-Autor Wolf Wagner treffend mit „Bologna ohne Bologna“ und führt aus, dass es bei den laufenden Hochschulreformen keineswegs um die europaweite Vergleichbarkeit von Studienleistungen geht. Vielmehr geht es um den Erhalt und Ausbau des professoralen Einflusses und die omnipräsente Aufstiegsfunktion innerhalb des Hochschulsystems.

Reschke und Wenzlaff schreiben, dass der Start der Bologna-Reform in Deutschland mit einer Neuorientierung der Hochschulen verbunden war und dies auch weitere Reformen im tertiären Bildungssektor beflügelte. So wurden neben der Bologna-Reform Land auf Land ab nicht nur Studienbeiträge eingeführt und Studiengänge weitgehend verschult sondern auch die demokratischen Mitspracherechte der Studierenden beschnitten. Letzteres steht für mich in einem eklatanten Wiederspruch zu einer gezielten Engagementförderung im Rahmen der Hochschule. Freiwilliges Engagement – in welcher Form auch immer – scheint mir an deutschen Hochschulen kaum ein Thema zu sein.

Sinnvoll wäre es aber. Im freiwilligen Engagement werden wichtige Soft Skills erlernt und eingeübt, die in der Arbeitswelt der Hochschulabsolventinnen und -absolventen als unbedingte Voraussetzung für beruflichen Erfolg gelten. Schlagworte wie „Teamfähigkeit“, „Sicherheit in Kommunikation und Auftreten“ sowie „Selbstorganisationskompetenz“ beschreiben nur einige wenige Fähigkeiten, die in Stellenausschreibungen immer wieder eingefordert werden. Angesichts der möglichen Chancenverbesserung für Studienabgängerinnen und -abgänger, müsste es doch aber im ureigenen Interesse der Hochschulen liegen, ihren Studierenden nach dem erfolgreichen Uni-Abschluss auch beruflich eine Perspektive bieten zu können.

So schlüssig diese Argumentation klingen mag, so sehr gehören derartige Überlegungen an deutschen Hochschulen immer noch zur Avantgarde. (Meint also es gibt glänzende Ausnahmen!) Mit tatkräftiger Unterstützung der für „freie Bildung“ demonstrierenden Studies, wird eher versucht sich von Zweck-, Arbeitsmarkt- und Berufsorientierung zu distanzierten. Und das trotz entsprechender Regelungen im deutschen Hochschulrahmengesetz:

„Die Studiengänge führen in der Regel zu einem berufsqualifizierenden Abschluss“ (§10 I Satz 1 HRG).

Vor allem die Universitäten – schreibt Wagner im Uni-Bluff (2007) – sehen sich allein der Forschung verpflichtet. Die bietet nämlich die wirklichen Aufstiegs- und Reputationschancen. Mit dem Lehren dagegen ist kaum ein Blumentopf zu gewinnen. Deutlich zeigt sich das Missverhältnis zwischen Aufstiegs- und problemlösender Funktion der Hochschule für Wagner in der methodisch überwiegend mangelhaften Lehre. Wenn überhaupt Interesse am Lernen der Studies besteht, dann werden die Seminare oft mit so viel Stoff überfrachtet, dass bestehendes Interesse am Thema unter dem viel zu hohen Workload begraben wird.

Sicherlich: Ein Stück weit Pedanterie ist muss sein. Um sich mit Themen wissenschaftlich auseinander setzen zu können, braucht es nebst exakten Methoden, gehörigem Vorwissen und einem ganzen Haufen gelesener Bücher auch kritischer Fragen und der Zeit für Reflexion. Doch den Studies das Vorwissen im Regal-Lern-Prinzip einzutrichtern und sie aufzufordern zu Hause noch einmal darüber nachzudenken, ist mitnichten die Aufgabe der Lehrenden. Im Sinne des Humboldt’schen Bildungsideals ist es ihre Aufgabe das Interesse am Thema zu wecken und den Bildungswilligen die richtigen Werkzeuge an die Hand zu geben.

Ein so formuliertes Ideal der zweckfreien Bildung entwickelt auch Wagner in einer neuen Publikation über die Zukunft deutscher Hochschulen, die sicherlich noch in der ersten Hälfte dieses Jahres erscheinen wird. Es widerspricht in keinster Weise der Anerkennung und Förderung freiwilligen Engagements. Mit der Forderung Interesse zu Wecken, dass über die schulische Doppelstunde hinaus reicht, wird sogar das eingefordert, was für freiwilliges Engagement notwendige Voraussetzungen sind: Freiheit (es auch nicht zu tun), Chancengleichheit (es verstehn zu können), Solidarität (Hilfe und Unterstützung untereinander) und Gerechtigkeit (in der Bewertung) (siehe Enquete-Kommission „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland“ S. 281). Werte übrigens, die sich auf den Bannern der Studierendenproteste wiederfanden.

Das studentische Engagement innerhalb und außerhalb der Hochschule ist nach meinem Dafürhalten also durch aus förderungs- und anekennungswürdig. Nicht nur, dass in der gemeinnützigen Tätigkeit mit anderen wichtige Fähigkeiten für das spätere Berufsleben gesammelt werden; es werden auch grundlegende Werte unseres gesellschaftlichen Miteinanders inkorporiert, die sonst im arbeitsweltlichen Konkurrenzkampf all zu leicht vergessen werden.

Kritikerinnen und Kritikern, die meinen, dass nur ein besonders hohes Niveau der Abstraktion und Weltferne dem Humboldt’schen Bildungsideal gerecht werde und freiwilliges Engagement dafür überhaupt nicht geeignet sei, will ich hier zum Schluss noch ein Zitat Wilhelm von Humboldts mit auf den Weg geben. Es stammt aus Humboldts „Theorien der Bildung des Menschen“ und fasst pointiert zusammen, was der deutsche Bildungsreformer über Umfang und die Beschaffenheit dessen schrieb, woran sich auch heute noch Studierende bilden.

„Was also der Mensch nothwendig braucht, ist bloss ein Gegenstand, der die Wechselwirkung seiner Empfänglichkeit mit seiner Selbstthätigkeit möglich mache“ (sic!).

Ich vermute, dass sich „bloss ein Gegenstand“ bestimmt finden lässt, wenn mir nur entsprechende Zeit und Möglichkeit für die ‘Wechselwirkung mit der Welt’ gelassen wird – beispielsweise im freiwilligen Engagement.

Veröffentlicht unter Kommentar, Zivilgesellschaft | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar