{"id":1378,"date":"2011-07-02T14:27:33","date_gmt":"2011-07-02T14:27:33","guid":{"rendered":"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/?p=1378"},"modified":"2011-07-02T14:27:33","modified_gmt":"2011-07-02T14:27:33","slug":"zur-diskussion-der-social-media-policy-fur-die-caritas-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/2011\/07\/02\/zur-diskussion-der-social-media-policy-fur-die-caritas-deutschland\/","title":{"rendered":"Zur Diskussion der Social Media Policy f\u00fcr die Caritas Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem <a title=\"Weblog der Caritas Webfamilie\" href=\"http:\/\/blog.caritas-webfamilie.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weblog der Caritas Webfamilie<\/a> wird aktuell und noch bis zum 15. Juli 2011 der Entwurf eines Leitfadens f\u00fcr den Umgang mit den Sozialen Medien des Web 2.0 diskutiert. Der <a title=\"Entwurf eines Leitfadens f\u00fcr den Umgang mit den Sozialen Medien des Web 2.0  der Caritas\" href=\"http:\/\/blog.caritas-webfamilie.de\/2011\/05\/27\/social-media-leitfaden-fuer-caritas-entwurf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Entwurf dieser Social Media Policy<\/a> (kurz SMP) stammt von Marc Boos, dem hauptverantwortlichen Online-Redakteur des Deutschen Caritasverbandes und soll ab Herbst 2011 f\u00fcr die rechtlich eigenst\u00e4ndigen Tr\u00e4ger als Vorlage f\u00fcr deren SMPs dienen. Die Caritas will sich damit den Anforderungen und Erwartungen stellen, die sich aus der allt\u00e4glichen Netzkommunikation ihrer freiwillig, ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden ergeben.<br \/>\nM.E. ist es l\u00f6blich und unterst\u00fctzenswert, dass sich die Caritas als erster Dachverband der deutschen Wohlfahrtspflege mit der Diskussion zu diesem Thema aus der Deckung traut. Zwar d\u00fcrften die meisten Verantwortlichen wissen, dass sie in Zeiten omnipr\u00e4senter Social Media Kommunikation durch Wegschauen die Reputation ihrer jeweiligen Organisation fahrl\u00e4ssig gef\u00e4hrden, doch blieb der \u00f6ffentliche Dialog \u00fcber den Umgang mit diesen Herausforderungen bis jetzt aus. Dabei ist genau dieser dringend n\u00f6tig. Interne Papiere reichen nicht aus! Durch die \u201eFlatterr\u00e4nder\u201c zivilgesellschaftlicher Organisationen &#8212; also die unklare Grenzziehung zwischen Innen und Au\u00dfen, die durch die Arbeit mit Freiwilligen entsteht &#8212; muss ein weitreichender Konsens \u00fcber den Umgang mit neuen Medien angestrebt werden. Ein Konsens, den auch jene mittragen, die sich nur sporadisch f\u00fcr die Ziele der jeweiligen Organisation einsetzen &#8212; jene Stakeholder, die der jeweiligen Administration h\u00e4ufig noch nicht einmal gegenw\u00e4rtig sind.<\/p>\n<h1><strong>Zum Social Media Leitfaden f\u00fcr die Caritas<\/strong><\/h1>\n<p>Der zu Diskussion stehende Entwurf einer SMP f\u00fcr die Caritas ist \u00fcbersichtlich aufgebaut. In den ersten drei Abschnitten werden grunds\u00e4tzliche Aussagen zum Social Media Engagement der Caritas formuliert. Sie sollen den einzelnen Tr\u00e4gern helfen, die Sachlage einsch\u00e4tzen und eigene Online-Aktionen strategisch planen zu k\u00f6nnen. Die anschlie\u00dfenden Ausf\u00fchrungen werden als Empfehlungen f\u00fcr Freiwillige sowie ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingef\u00fchrt. Sie umfassen den \u201eLeitfaden f\u00fcr die Nutzung Sozialer Medien f\u00fcr die Caritas in Deutschland\u201c in einer Lang- und einer Kurzfassung.<\/p>\n<h2>Zum ersten Teil &#8212; \u201egrunds\u00e4tzliche Aussagen\u201c<\/h2>\n<p>Am Beginn des ersten Teils zu Grunds\u00e4tzlichem steht die \u00dcberschrift \u201eBegriffskl\u00e4rung\u201c, der der anschlie\u00dfende Text nur bedingt gerecht wird. Was hier \u00fcber die \u201esozialen Medien im Internet\u201c zu lesen ist, mag richtig sein, gibt aber nur eine vage Vorstellung der technischen wie kulturellen Neuerungen, auf die mit der vorliegenden SMP reagiert werden soll. Ziel sollte es aber viel mehr sein, ein m\u00f6glichst klares Bild des Gegenstandes zu zeichnen. Die Frage ist: <em>Was ist Social Media &#8212; was sind Soziale Medien?\u201c <\/em>Die eindeutige Kl\u00e4rung dieser Frage ist tats\u00e4chlich von gro\u00dfer Bedeutung. Einerseits steckt sie die Reichweite des Leitfadens ab, andererseits kann sie noch unerfahrenen Nutzerinnen und Nutzern eine Vorstellung von den M\u00f6glichkeiten geben, die ihnen Social Media bietet.<br \/>\nDie Begriffskl\u00e4rung im vorgeschlagenen Text ist auff\u00e4llig neutral berichtend formuliert. Sie stellt dar, was Menschen den Beobachtungen des Autors zu folge mit oder \u00fcber die Sozialen Medien im Internet tun. Zentrale Aspekte von Social Media wie Netzwerk- und Geschmacks-Cluster, user generated content, usability, produsing, kostenfreie und st\u00e4ndige Verf\u00fcgbarkeit oder das hohe Gewicht pers\u00f6nlicher Empfehlungen fallen &#8212; wenn \u00fcberhaupt &#8212; beil\u00e4ufig. Dabei entsteht leicht der Eindruck es handle sich um eine Darstellung \u201afremder Welten und Lebensformen\u2018, mit der die Leserin oder der Leser zun\u00e4chst \u00fcberhaupt nichts zu tun hat. Viele der heutigen wie zuk\u00fcnftigen Leser!nnen haben sicherlich auch nichts mit Social Media zu tun, doch wenn es eben auch das Anliegen der SMP ist, neue F\u00fcrsprecherinnen und F\u00fcrsprecher als Kommunikator!nnen in den Social-Networks des Internets zu gewinnen &#8212; ihnen auch den Einstieg zu erleichtern &#8212; ist das gezeichnete Bild etwas unproduktiv. Um an dieser Stelle eine Anregung zu geben, schlage ich vor, die Leserinnen und Leser mit in die Darstellung einzubeziehen:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Wir <\/em>tauschen uns in offenen Gruppen <em>auch <\/em>\u00fcber das Internet aus. <em>Wir <\/em>kn\u00fcpfen neue Kontakte auf Grund \u00e4hnlicher Interessen usw.<\/li>\n<li>Als Internetnutzerinnen und -nutzer sind <em>wir <\/em>auch zu Medienproduzierenden geworden. <em>Unsere Rolle <\/em>ist nicht mehr nur auf die blo\u00dfe Aufnahme der Inhalte und Meinungen anderer reduziert.<\/li>\n<li>Es ist <em>f\u00fcr uns <\/em>sehr einfach geworden <em>unsere eigene <\/em>Meinung im Internet zu sagen und <em>unsere eigenen<\/em> Inhalte online zu verbreiten etc. pp.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Des Weiteren schlage ich die Einf\u00fchrung einer griffigen Definition des Mediengenres Social Media vor. So kann \u00fcber die Anregung zum Social Media Gebrauch auch eine klare Abgrenzung zu anderen Medienformaten m\u00f6glich gemacht und das Bild des Gegenstandes gesch\u00e4rft werden. Als Beispiel sei hier die Social Media Definition von Stefan M\u00fcnker genannt: Ihm zu folge ist der terminus technicus \u201eSocial Media\u201c oder zu Deutsch \u201eSoziale Medien\u201c zun\u00e4chst ein Eigenname (deshalb auch mit gro\u00dfem \u201eS\u201c), der eine besondere Form medialer Umgebungen beschreibt. Des Weiteren ist den Sozialen Medien des Internets eine spezifische Eigenschaft gemein: Sie entstehen erst im gemeinsamen Gebrauch (vgl. <a title=\"Informationen von Suhrkamp zum Essay &quot;Emergenz digitaler \u00d6ffentlichkeit&quot;\" href=\"http:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/emergenz_digitaler_oeffentlichkeiten-stefan_muenker_26026.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnker 2009: 10<\/a>).<br \/>\nDer zweite Teil der Einf\u00fchrung zum Engagement der Caritas in Sozialen Medien beschreibt grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegungen, die dem Einstieg in Social Media vorangestellt werden sollen. Dabei wird zun\u00e4chst festgestellt, dass die Verbreitung Sozialer Medien mehr als nur ein Hype ist. Erneut wird auf die Erwartungen der Menschen hingewiesen, die sich aus deren Netz-Kommunikation ergeben und auf die die Caritas mit ihrer SMP reagieren will. \u00dcberdies wird hier &#8212; wenngleich etwas umst\u00e4ndlich &#8212; erstmals ein konkreter Nutzen der Social Media Kommunikation f\u00fcr die Caritas festgehalten:<\/p>\n<blockquote><p>Wer in sozialen Medien lediglich Pressemeldungen verbreitet, bringt sich um die Chance sich mit unterschiedlichen Personen \u00fcber die Dinge auszutauschen, die gut laufen oder verbessert werden k\u00f6nnen. Soziale Medien machen Partizipation und Teilhabe \u00fcber einen neuen Kanal m\u00f6glich.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die \u00dcberlegungen, die den jeweiligen Social Media Aktivit\u00e4ten vorausgehen sollen, sind gut verst\u00e4ndlich in vier Punkte aufgeteilt: Plan, Zeit, Dialogbereitschaft und Personen. Ihre Aneinanderreihung legt zun\u00e4chst eine deduktive Schrittfolge nahe, was den Einstieg in die Soziale Medien durchaus erleichtern k\u00f6nnte. Bei n\u00e4herer Betrachtung ist diese Ordnung allerdings nicht durchzuhalten. Zum einen betreffen die Punkte Zeit und Personen ein und dieselbe Dimension &#8212; n\u00e4mlich die der Ressourcen &#8212; zum anderen m\u00fcsste die Dialogbereitschaft in einer Ordnung vom Allgemeinen zum Speziellen an erster Stelle stehen. Ohne die Bereitschaft zum Engagement in Sozialen Medien, die die Dialogbereitschaft per Definition voraussetzt\u00a0 (s.o), braucht es weder einen Plan noch irgendwelche zeitlichen oder personellen Ressourcen.<br \/>\nInhaltlich sind die Punkte zu Planung und personelle Ressourcen sehr gut ausgef\u00fchrt. Besonders die (expliziten oder impliziten) Verweise auf die generelle Planbarkeit scheinbar chaotischer Social Media Kommunikation wie deren Pausenlosigkeit sind wichtige Punkte, die unbedingt zu bedenken sind. F\u00fcr die Punkte Zeit und Dialogbereitschaft allerdings schlage ich jeweils noch eine Erg\u00e4nzung bzw. Richtigstellung vor:<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"83\" valign=\"top\">Zeit<\/td>\n<td width=\"531\" valign=\"top\">Wird in den Vor\u00fcberlegungen darauf hingewiesen, dass Social Media   Zeit braucht, ist es nat\u00fcrlich sehr sinnvoll herauszustellen, dass f\u00fcr ein Social   Media Engagement ein stetes zeitliches Investment eingeplant werden muss.   Zus\u00e4tzlich sollte an dieser Stelle aber auch darauf hingewiesen werden, dass   der Aufbau von Netzwerkressourcen \u00fcber das Internet, die die Caritas gern nutzen   w\u00fcrde (s.o.), ebenso zeitintensiv ist. Dem Schritt in Facebook, Twitter &amp;   Co folgt nicht augenblicklich der lebendige Dialog, sondern der m\u00fchsame   Aufbau einer engagierten Community.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\" valign=\"top\">Dialogbereitschaft<\/td>\n<td width=\"531\" valign=\"top\">Auch der Hinweis auf die Dialogbereitschaft, die \u00fcber die   herk\u00f6mmliche Pressemeldung hinaus geht, ist wichtig. Das damit aber   Deutungshoheit und Steuerbarkeit \u00f6ffentlicher Diskurse verloren geht, ist ein   streitbarer Hinweis. Es sind ja gerade die Organisationen, die sich nicht in   Sozialen Medien engagieren, die die Kontrolle \u00fcber die Deutung ihrer corporativen   \u00c4u\u00dferungen abgeben (s.o). Ob \u00fcberhaupt und wenn ja wie eine Meldung der   Pressestelle \u00f6ffentlich diskutiert wird, kann in Zeiten von Social Media nur von   jenen gesteuert werden, die am \u00f6ffentlichen Dialog aktiv teilnehmen &#8212; sich also   auch der Kommunikationsr\u00e4ume Sozialer Medien bedienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der dritte Abschnitt zu den grunds\u00e4tzlichen Aussagen bzgl. des Social Media Engagements der Caritas betrifft die Vernetzung und Zusammenarbeit der lokalen, regionalen und bundesweiten Pr\u00e4senzebenen. Der Hinweis auf die R\u00fcckbindung an die jeweilige Ebene ist dabei sehr sinnvoll. Zielgruppen lokaler Einrichtungen sind die Menschen vor Ort und bei regionalen Verb\u00e4nden die Menschen in der Region. Die Pr\u00e4senzen der Bundesebene sollen wegen ihrer gro\u00dfen Reichweite dagegen Ort f\u00fcr \u201eBest of[s] der Caritas-Arbeit\u201c sein. Der hier enthaltene Verweis auf die gr\u00f6\u00dfere Reichweite der bundesweiten Social Media Aktivit\u00e4ten ist zun\u00e4chst allerdings weniger ein Fakt als vielmehr eine Wunschvorstellung. Bezieht man die Relation zur Gr\u00f6\u00dfe der Zielgruppe ein &#8212; und das ist im Sinne der angedachten R\u00fcckbindung nur sinnvoll &#8212; d\u00fcrfte der <a title=\"Facebook-Account von Caritas Berlin\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/caritas.erzbistum.berlin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">regionale Caritasverband Berlin mit seinem Facebook-Engagement<\/a> reichweitenst\u00e4rker sein als der <a title=\"Facebook-Seite von Caritas Deutschland\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/caritas.deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesverband<\/a>. Die Reichweite der jeweiligen Social Media Aktivit\u00e4ten d\u00fcrfte auch in Zukunft mehr von der jeweiligen Region als der Ebene im f\u00f6deralen System abh\u00e4ngen (vgl. dazu Internetnutzung nach Regionen im <a title=\"Website zum (N)Online-Atlas der Initiative D21\" href=\"http:\/\/www.nonliner-atlas.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">[N]Onliner-Atlas<\/a>).<\/p>\n<h2>Zum zweiten Teil &#8212; Empfehlungen f\u00fcr Ehren- und Hauptamtliche<\/h2>\n<p>Zu Beginn des zweiten Teils, dem Social Media Leitfaden f\u00fcr freiwillig und hauptamtlich Mitarbeitende der Caritas, wird das Anliegen der Social Media Aktivit\u00e4ten und deren ausgemachter Nutzen noch einmal deutlich formuliert: Freiwillige und Hauptamtliche sollen mit ihrer privaten Social Media Kommunikation glaubw\u00fcrdige Botschafterinnen und Botschafter f\u00fcr die Ziele der Caritas sein. Das Habermas\u2019sche Prinzip der Aufnahme und Kondensation von Anliegen und Bed\u00fcrfnissen, die sich in den privaten Lebensbereichen der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger finden, wird hier auf den Kopf gestellt. Die Freiwilligen Unterst\u00fctzerinnen und Unterst\u00fctzer sind es nun, die die Anliegen und Bed\u00fcrfnisse der zivilgesellschaftlichen Organisation als glaubw\u00fcrdige Botschafterinnen und Botschafter in die \u00d6ffentlichkeit tragen sollen. Zwar bedeutet das nicht die Aufhebung des Habermas\u2019schen Vernetzungsimpetus, doch stellt es eine klare Instrumentalisierung privater Social Media Kommunikation dar. Auf diesen wichtigen Punkt, der m.E. in jeder SMP angelegt ist, will ich sp\u00e4ter noch einmal zur\u00fcckkommen. Zun\u00e4chst die Punkte im Einzelnen:<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"158\" valign=\"top\">Eigene Verantwortung<\/td>\n<td width=\"456\" valign=\"top\">Die private Social   Media Kommunikation liegt immer in der Verantwortung der Einzelnen.   Dementsprechend sind die Hinweise auf die eigene Entscheidung wie auch die   Tipps zu Privatsph\u00e4re und rechtlichen Aspekten an dieser Stelle mehr als angebracht.   Erg\u00e4nzend k\u00f6nnte an dieser Stelle noch auf weitere Ausf\u00fchrungen zu Datenschutz,   Pers\u00f6nlichkeitsrecht und Copyright verlinkt werden. In der SMP selbst w\u00fcrden   sie wohl den Rahmen sprengen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"158\" valign=\"top\">Offizielle Sprecher   und eigene Meinung<\/td>\n<td width=\"456\" valign=\"top\">Auch der Hinweis auf   die offiziellen Sprecherinnen und Sprecher der einzelnen Tr\u00e4ger und Verb\u00e4nde   ist wichtig. Nicht wenige Organisationen sehen sich schlie\u00dflich mit nicht   abgestimmten Webauftritten in den div. Social Networks konfrontiert und bisweilen   \u00fcberfordert. Durch die neutral angelegten Weiterleitungsfunktionen in den Sozialen   Medien (Sharing) \u00a0ist die Trennung   zwischen eigener Meinung und offizieller Stellungnahme aber nicht immer ganz   klar aufrecht zu erhalten. Dem kann bspw. mit einem Verweis in den Userinformationen   oder dem Impressum abgeholfen werden ( \u201eDie \u00c4u\u00dferungen in diesem Kanal   entsprechen meiner eigenen Meinung\u201c)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"158\" valign=\"top\">Netiquette<\/td>\n<td width=\"456\" valign=\"top\">Der in den drei   Punkten zur Frage, was in soziale Netzwerke geh\u00f6rt, enthaltene Aufruf, entspricht   der oben angesprochenen und weiter unten noch diskutierten Instrumentalisierung   privater Social Media Kommunikation. Freiwillige und Hauptamtliche werden   explizit dazu aufgefordert sich einzumischen und \u201eauf die offiziellen Seiten   der Caritas im Netz [zu] verweisen\u201c. Zus\u00e4tzlich finden sich auch Hinweise auf   m\u00f6glichst konstruktive Kritik, Authentizit\u00e4t und <em>no goes <\/em>der Netzkommunikation. Diese k\u00f6nnten m.E. noch weiter   ausgebaut werden. Eine wichtige Erg\u00e4nzungen k\u00f6nnte hier bspw. der Hinweis auf   die Personen \u201ahinter den Accounts\u2018 sein. Desweiteren wird auch auf den   besonderen Schutz von Interna sowie den potentiellen Kontrollverlust trotz umfassenden   Profilschutzes verwiesen. Auch hier w\u00e4re ein Verweis (Link) auf die angesprochenen   Datenschutzrichtlinien angebracht, zumal Freiwillige diesen nur sehr   unverbindlich mit ihrer Engagementvereinbarung zustimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"158\" valign=\"top\">Zeit f\u00fcr Social Media<\/td>\n<td width=\"456\" valign=\"top\">Der Punkt zur Frage \u201eWann   kann ich online sein?\u201c betrifft vor allem hauptamtlich Mitarbeitende. F\u00fcr sie   ist die Nutzung von Social Media w\u00e4hrend der Arbeitszeit auf die Verbesserung   ihrer Arbeit zu begrenzen und nicht auf private Plauderei auszudehnen. Das   ist insofern schwierig, als dass weiter oben zu lesen ist, dass bei der   Social Media Kommunikation als Mitarbeiter!n der Caritas die Grenzen zwischen   Beruf und Privatleben verschwimmen und muss deshalb f\u00fcr den Einzelfall ausgehandelt   werden (betrifft sicherlich auch den Punkt Eigenverantwortlichkeit)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"158\" valign=\"top\">Fragen und Anregungen<\/td>\n<td width=\"456\" valign=\"top\">F\u00fcr Fragen und   Anregungen zum Aus- und Umbau der Social Media Aktivit\u00e4ten, die im Hinblick   auf die sich beschleunigende Entwicklung in diesem Gebiet nur sinnvoll ist,   werden Kolleginnen und Kollegen sowie Verantwortliche der \u00d6ffentlichkeitsarbeit   genannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die angef\u00fchrten Punkte werden im anschlie\u00dfenden Abschnitt in acht Punkten zusammen gefasst. Der Hinweis aus einem meiner fr\u00fcheren Seminar zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit im Internet sei hier weitergegeben: Die abgedruckte Zusammenfassung der SMP f\u00fcr den t\u00e4glichen Gebrauch sollte die Gr\u00f6\u00dfe einer Spielkarte nicht \u00fcberschreiten. Besonders f\u00fcr den Einstieg ist diese Gr\u00f6\u00dfe sinnvoll, da sie sowohl am Bildschirmrand, in der Hosentasche oder der Pinnwand im B\u00fcro ihren Platz findet. Dabei ist es noch nicht einmal n\u00f6tig, das Mitarbeitende den Inhalt der Karte im Einzelnen nachlesen, die Pr\u00e4senz reicht aus, um daran zu erinnern, dass es Regeln f\u00fcr die private Social Media Kommunikation als Freiwilliger oder Hauptamtliche der Caritas gibt.<br \/>\nDamit ist zu dem generelleren Kritikpunkt \u00fcbergeleitet, der nicht nur die SMP der Caritas betrifft, hier aber sicherlich ber\u00fccksichtigt werden kann. Auch dieser Punkt stammt aus einem meiner Seminare zu Social Media im freiwilligen Engagement, in dem eine Teilnehmende kritisierte, dass mit einer SMP die Rollenverteilung zwischen freiwillig und hauptamtlich Mitarbeitenden der \u00d6ffentlichkeitsarbeit und anderen Funktionsbereichen innerhalb der Organisation verschwimmen. Die hier verwischte Trennsch\u00e4rfe von Verantwortungen f\u00fchrt besonders in der Freiwilligenarbeit zu einem heiklen Problem, dass nicht allein mit dem Verweis auf die Querschnittsaufgabe \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Medienpr\u00e4senz aufgel\u00f6st werden kann: Einerseits werden die privaten Social Media Aktivit\u00e4ten f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit genutzt, andererseits wird die Verantwortung daf\u00fcr vollends an die jeweiligen Freiwilligen oder Hauptamtlichen abgegben. F\u00fcr das Engagement in Sozialen Medien kann der oder die Einzelne hier eigentlich nur bestraft werden. Denn wer es richtig macht, f\u00e4llt nicht auf und wird nicht belohnt. Wer dagegen einen Fehler macht ist selber schuld und verliert im ung\u00fcnstigsten Fall seine Anstellung. Das ist nicht unbedingt fair.<br \/>\nReagiert werden k\u00f6nnte auf dieses Problem mit Hinweisen und Tipps zur Absicherung, die besonders f\u00fcr Einsteigerinnen und Einsteiger hilfreich sein k\u00f6nnten:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Tandemprinzip<\/em>: Jeder und jede (egal ob erfahren oder nicht) hat innerhalb der Organisation einen vertraulichen Peer, mit dem oder der eventuelle Schwierigkeiten besprochen werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><em>Vier-Augen-Prinzip<\/em>: Bei Unsicherheiten gilt, den n\u00e4chste Kollegen \/ die n\u00e4chste Kollegin einen Blick auf die Angelegenheit werfen zu lassen.<\/li>\n<li><em>Zentrale Ansprechpartner!nnen<\/em>: F\u00fcr explizit rechtliche oder technische Fragen k\u00f6nnen sich Ansprechpartnerinnen und -partner innerhalb der Organisation bezahlt machen.<\/li>\n<li><em>Freiwillige Schulungen und Workshops<\/em>: Unter Anleitung erfahrener User (das sind mithin Freiwillige, Praktikant!nnen oder Azubis) k\u00f6nnen Einsteigerinnen und Einsteiger eigene Accounts aufsetzen und erfahren, wie die einzelnen Systeme (YouTube, Flickr, Facebook, Twitter usf.) funktionieren und gebraucht werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<h1><strong>Abschlie\u00dfende Bemerkung<\/strong><\/h1>\n<p>Auch wenn sich die nun vorliegende Kritik an der SMP der Caritas hier und da etwas rau lesen sollte, will ich noch einmal unterstreichen, dass ich die \u00f6ffentliche Diskussion um den Umgang mit den Herausforderungen, die sich aus der allt\u00e4glichen Social Media Kommunikation ergeben, f\u00fcr sehr <span style=\"text-decoration: underline;\">wichtig und unterst\u00fctzenswert<\/span> erachte. Eine SMP sollte f\u00fcr alle Unterst\u00fctzerinnen und Unterst\u00fctzer einer Organisation gelten und muss deshalb auf breitem Konsens fu\u00dfen. \u00dcberdies m\u00fcssen mit ihr auch diejenigen angesprochen werden, die erst in Zukunft zu den Nutzerinnen und Nutzern Sozialer Medien geh\u00f6ren werden, was Freiwillige und Hauptamtliche aller Funktionsbereiche gleicherma\u00dfen betrifft. Sprache und Schreibstil, auf die ich hier mehrfach eingegangen bin, sind m.E. die besten Mittel daf\u00fcr. Demgem\u00e4\u00df ist unbedingt darauf zu achten, jede Aussage auf alle m\u00f6glichen Unterst\u00fctzerinnen und Unterst\u00fctzer zu beziehen und so eine inklusive Social Media Policy zu entwerfen, die sich auch an sporadische Unterst\u00fctzerinnen und Unterst\u00fctzer richtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Weblog der Caritas Webfamilie wird aktuell und noch bis zum 15. 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