{"id":1905,"date":"2012-06-01T12:53:23","date_gmt":"2012-06-01T12:53:23","guid":{"rendered":"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/?p=1905"},"modified":"2012-06-01T12:53:23","modified_gmt":"2012-06-01T12:53:23","slug":"zukunft-des-freiwilligen-engagements-teil-3-der-return-on-engagement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/2012\/06\/01\/zukunft-des-freiwilligen-engagements-teil-3-der-return-on-engagement\/","title":{"rendered":"Zukunft des freiwilligen Engagements Teil 3: \u201eder Return on Engagement\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Anhand der Studien Hartmut Rosas zur Beschleunigung in der Moderne habe ich in den letzten beiden Teilen meiner Reihe zur Zukunft des freiwilligen Engagements (<a title=\"Zukunft des freiwilligen Engagements, der Reihe erster Teil zu &quot;Beschleunigung&quot;\" href=\"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/2012\/05\/15\/die-zukunft-des-freiwilligen-engagements-teil-1-%E2%80%9Ebeschleunigung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eBeschleunigung\u201c<\/a> &amp; <a title=\"Zukunft des freiwilligen Engagements, der Reihe zweiter Teil zu &quot;kostenlosem Engagement&quot;\" href=\"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/2012\/05\/24\/die-zukunft-des-freiwilligen-engagements-teil-2-%E2%80%9Ekostenloses-engagement\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201ekostenloses Engagement\u201c<\/a>) gezeigt, dass die Kosten f\u00fcr ein Engagement seitens der Freiwilligenorganisationen dem postmodernen <em>homo oeconomicus <\/em>immer noch viel zu hoch zu sein scheinen. Die Angabe, <em>keine Zeit (mehr) f\u00fcr ein freiwilliges Engagement <\/em>zu haben (bspw. <a title=\"Langfassung Freiwilligensurvey 2009 (PDF)\" href=\"http:\/\/www.bmfsfj.de\/RedaktionBMFSFJ\/Broschuerenstelle\/Pdf-Anlagen\/3._20Freiwilligensurvey-Hauptbericht,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gensicke\/Geiss 2010: 143ff.<\/a>), hat sich im Zuge der Betrachtung als Symptom der Beschleunigung herausgestellt. Nicht etwa, weil das Freizeitbudget des postmodernen Menschen tats\u00e4chlich schrumpfen w\u00fcrde (eher Gegenteiliges ist der Fall) &#8212; viel eher ist es die aus der gesellschaftlichen Beschleunigung<em> <\/em>resultierende <em>gef\u00fchlte Zeitnot, <\/em>die uns die Entscheidung f\u00fcr ein stetes Ehrenamt schwer werden l\u00e4sst.<br \/>\nWie Ulrich Beck in seinem Konzept der <a title=\"Wikipediaartikel zum Lemma Risikogesellschaft\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Risikogesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Risikogesellschaft<\/a> festh\u00e4lt, beinhaltet die Entscheidung <em>f\u00fcr<\/em> eine Handlungsoption immer auch die, <em>gegen<\/em> alle anderen. W\u00e4hrend ich bspw. an diesem Text arbeite, verfolge ich nicht die Tweets und Statusmeldungen meiner Netzwerkkontakte und laufe somit Gefahr, eine \u201awichtige\u2018 Meldung (vll. ein Jobangebot) zu verpassen. Um dieses Risiko zu minimieren und dennoch sein produktiv zu k\u00f6nnen, \u00fcbe ich mich in dem, was man allgemein als <em>Multitasking<\/em> bezeichnet: Ich mache kurze Schreibpausen und schaue bei Twitter und Facebook vorbei bzw.\u00a0 achte auf die Alert-Mails (automatische Benachrichtigungen via E-Mail), die mich als <em>Zeitsparmaschinen<\/em>, als die ich sie eingerichtet habe, paradoxer Weise zeitlich stark beanspruchen. Durch diese ablenkenden Ausfl\u00fcge brauche ich immer wieder einige Zeit, um in den Schreibfluss zu kommen, was die Arbeit am Text in die L\u00e4nge zieht. Da das Surfen im Social Web und das Schreiben dieses Textes im Grunde zwei unterschiedliche T\u00e4tigkeits- und Erlebnissph\u00e4ren darstellen und am Ende des Tages von mir auch als solche erinnert werden (<em>\u201eKurz-Kurz-Muster\u201c<\/em>), wird mich heute Abend wohl das Gef\u00fchl beschleichen, eine halbe Ewigkeit f\u00fcr diese paar Seiten Text gebraucht zu haben, woraus wiederum ein gewisser Nachholbedarf dessen erw\u00e4chst, was ich m\u00f6glicher Weise verpasst habe. Da der Tag aber nur 24 Stunden hat, bleibt mir schlussendlich das Gef\u00fchl, keine Zeit mehr f\u00fcr das zu haben, was ich eigentlich gern tun w\u00fcrde, weil ich zuerst tue, was ich glaube, tun zu m\u00fcssen: Einen Text schreiben und gleichzeitig auf dem Laufenden bleiben.<br \/>\nWas Sascha Lobo in seiner Kolumne <em>die Mensch-Maschine <\/em>k\u00fcrzlich als <a title=\"Die Mensch-Maschine &quot;Prokrastination&quot;\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/sascha-lobos-kolumne-ueber-prokrastination-und-aufschiebeverhalten-a-835639.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prokrastination<\/a> bezeichnete, stellt sich hier als etwas dar, das Rosa (2005: 297) in Anschluss an Niklas Luhmann als <em>Temporalisierung von Komplexit\u00e4t <\/em>bezeichnet: Der postmoderne Mensch registriert seine Handlungsoptionen und w\u00e4gt sie nach Machbarkeit ab. Er (oder sie) entscheidet sich schlie\u00dflich f\u00fcr das, was <em>momentan <\/em>m\u00f6glich erscheint und schiebt alles andere auf. Eben deshalb, so habe ich im ersten Teil dieser Reihe gezeigt, sieht der postmoderne Mensch eher Fern und surft im Social Web, als dass er (oder sie) sich ehrenamtlich engagieren w\u00fcrde.<br \/>\nIm zweiten Teil dieser Reihe habe ich demgem\u00e4\u00df die M\u00f6glichkeiten betont, freiwilliges Engagement friktionslos zu gestalten &#8212; hei\u00dft, die Kosten, die Engagierte mit einem Ehrenamt verbinden, soweit zu senken, dass der <em>Return on Engagement <\/em>\u00fcberwiegt und die Handlungsoption Ehrenamt als \u201adie beste\u2018 Wahl erscheint. Als problematisch hat sich dabei herausgestellt, dass die <em>Returnversprechungen \u201eSpa\u00df haben\u201c, \u201eWirkungsmacht\u201c, \u201eneue Leute kennen lernen\u201c <\/em>usw. viel zu abstrakt sind, als dass das Ehrenamt mit ihnen \u201avermarktet\u2018 werden k\u00f6nnte. Und auch die diskursive Hervorhebung der Wichtigkeit bzw. des gesellschaftlichen Nutzens freiwilligen Engagements anhand krisenhafter Erscheinungen unserer Zeit, die <a title=\"B\u00fcrgerengagement zwischen staatlicher Steuerung und zivilgesellschaftlicher Selbstorganisation - Daniela Neumann\" href=\"http:\/\/www.institut.maecenata.eu\/resources\/1204_op57.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Daniela Neumann<\/a> im Rahmen ihrer Dissertation untersucht, f\u00fchren nicht zum gew\u00fcnschten Ergebnis (mehr Engagierte); vielmehr scheinen sie ein hohles Echo in Gestalt <em>engagementfreundlicher Stimmung<\/em> und hoher Engagementbereitschaft zu erzeugen.<br \/>\nDie Fragen, die sich demnach hier anschlie\u00dfen lauten: Wie l\u00e4sst sich der <em>Return on Engagement <\/em>konkret erlebbar gestalten? Was m\u00fcssen Freiwilligenorganisationen tun, um die n\u00e4chste Generation der bislang vor allem Engagementwilligen jungen Erwachsenen zu erreichen? Und welche Folgen k\u00f6nnten damit verbunden sein? Bevor ich auf die letzte Frage nach den <em>m\u00f6glichen Folgen <\/em>neuen Freiwilligenengagements eingehen kann, will ich in diesem dritten Teil einen L\u00f6sungsvorschlag f\u00fcr die ersten beiden Fragen formulieren. Als These notierte ich daf\u00fcr im letzten Teil: <em>\u201eEngagementf\u00f6rderung besteht nicht darin, abstrakte Versprechungen vom Ehrenamt zu vermarkten, sondern darin, den <em>Return on Engagement <\/em>erlebbar zu machen.\u201c<\/em><\/p>\n<h1>Das gute Gef\u00fchl erlebbar machen<\/h1>\n<p>Der postmoderne <em>homo oeconomicus <\/em>ist sicherlich kein perfekter Entscheider. Angesichts der F\u00fclle und Vielfalt von Informationen, die der Mensch im sp\u00e4tmodernen Internetzeitalter tagt\u00e4glich registrieren, selektieren und verarbeiten muss, ist er (oder sie) auf vereinfachende Heuristiken angewiesen (dazu B\u00fchler 2010: 33). Das subjektive Empfinden wie auch Emotionen und mentale Modelle bilden dabei wesentliche Entscheidungsgrundlagen f\u00fcr oder gegen ein freiwilliges Engagement. Abstrakte Versprechungen von <em>\u201eSpa\u00df\u201c, \u201eWirkungsmacht\u201c <\/em>und <em>\u201eGemeinschaft\u201c <\/em>m\u00fcssen hier ins Leere laufen, weil die emotionale Verkn\u00fcpfung zu diesen Kategorien individuell verschieden ist. Was ein Sportkletterer unter Spa\u00df versteht, kann f\u00fcr den Schachspieler eine H\u00f6llenqual sein, was eine Politikerin unter Wirkungsmacht versteht, erscheint ihrer Kritikerin als Getrieben-Werden und unter Gemeinschaft resp. <em>\u201eSozialkapital<\/em>\u201c verstehen die einen \u201aVitamin B\u2018, die anderen den Garant f\u00fcr ein gutes Zusammenleben.<br \/>\nEben diese unterschiedlichen Verkn\u00fcpfungen machen das Erleben des <em>Return on Engagements <\/em>notwendig. Wie wir in der betterplace LAB Studie zum freiwilligen Engagement in Deutschland zeigten (<a href=\"http:\/\/www.betterplace-lab.org\/media\/bp_lab_FAK_webversion.pdf\">J\u00e4hnert\/Breidenbach\/Buchmann 2011: 33f.<\/a>), ist es eben dieser <em>gef\u00fchlte Return on Engagement<\/em>, der Freiwillige in ihrem Engagement motiviert und der m.E. nun auch den Schl\u00fcssel zur F\u00f6rderung freiwilligen Engagements darstellt. Insbesondere, weil Stetigkeit und Dauer eines Engagements keine zwingenden Voraussetzungen f\u00fcr das Erleben dieses <em>Returns <\/em>darstellen &#8212; im Zuge steigender Mobilit\u00e4ts- und Flexibilit\u00e4tsanforderungen ist eher vom Gegenteil auszugehen (<a href=\"http:\/\/www.herbert-quandt-stiftung.de\/files\/publikationen\/gzz\/gzz_23_freiheit_und_buergerschaftliches_engagement_web.pdf\">Petersen 2012: 60ff.<\/a>) &#8212; scheint die Beschleunigung von Freiwilligenengagements im Sinne der biographischen bzw. nun <em>situativen Passung<\/em> (\u00e1 la Fernsehen) durchaus angebracht.<br \/>\nWerner Kerschbaum, seines Zeichens stellvertretender Generalsekret\u00e4r des <a href=\"http:\/\/www.rotkreuz.at\/\">\u00f6sterreichischen Roten Kreuzes<\/a>, regte auf dem <a href=\"http:\/\/www.engagement-heute.de\/\">M\u00fcnsteraner Zukunftskongress des DRK<\/a> Ende vergangenen Jahres diesbez\u00fcglich an, Freiwilligenorganisationen metaphorisch als Flugh\u00e4fen zu verstehen, bei denen (a) ein st\u00e4ndiges Kommen und Gehen und (b) ein striktes Management herrscht. Die Flugzeuge stellen in diesem Bild die Freiwilligen, die Lotsen im Tower das Freiwilligenmanagement dar. Insbesondere der Landeanflug war f\u00fcr Kerschbaum von besonderem Interesse. Auch ich will dieses Bild hier gern \u201aausmahlen\u2018. Dabei sei allerdings darauf hingewiesen, dass die Flugzeuglandung nicht losgel\u00f6st vom lotsenden Tower (dem Freiwilligenmanagement) und dem koordinierten Abflug (Starterlaubnis) gedacht werden kann.<br \/>\nNach Hartmut Rosa ist die sp\u00e4t- oder postmoderne Identit\u00e4t eine nur noch situative (ebd. 2005: 352ff.). Die Konstruktion von Identit\u00e4t als Verkn\u00fcpfung der eigenen Vergangenheit (<em>Wer war ich?<\/em>) mit der jeweils w\u00fcnschbaren Zukunft (<em>Wer will ich sein?<\/em>) in der schrumpfenden Gegenwart des <em>In-der-Zeit-Seins<\/em> hat sich im Zuge der Modernisierung gewandelt. Wurden Identit\u00e4ten in der Fr\u00fchmoderne vor allem vor dem Hintergrund der Vergangenheit konstruiert, wurden sie in der klassischen Moderne zu einem Gestaltungsprojekt in der Lebenszeit. In der Sp\u00e4t- oder Postmoderne aber entzieht sich die Identit\u00e4tskonstruktion mehr und mehr der r\u00e4umlichen Umgebung und der materielle Struktur, sodass Identit\u00e4t zu einem Punkt zusammenschrumpft, von dem aus alle \u201aAu\u00dfenbeziehungen\u2018 gestaltet werden (ebd.: 377); Individualisierung par excellence.<br \/>\nEs ist eben dieser Punkt, auf den die postmoderne Identit\u00e4t zusammenschrumpft, der so trefflich zum Bild des Flugzeuges passt. Losgel\u00f6st von fester Struktur und ausger\u00fcstet mit erm\u00f6glichender (nicht aber erzwingender) Technik entscheiden die jeweiligen Pilotinnen und \u00a0Piloten, wann sie mit wem wie Kontakt aufnehmen und ob sie wann und wo landen. Wie Roland Hitzler (1999) bzgl. neuer Gemeinschaften von \u201eExistenzbastlern\u201c konstatiert, wird zur Landung in der Postmoderne nicht mehr verpflichtet sondern verf\u00fchrt, womit hier noch einmal die Konkurrenz angesprochen ist, der freiwilliges Engagement als eine M\u00f6glichkeit der Gestaltung frei zur Verf\u00fcgung stehender Zeit ausgesetzt ist.<br \/>\nNicht zum ersten Mal schlage ich f\u00fcr diese Verf\u00fchrung Online- und Micro-Engagements vor, die kein hohes Commitment erfordern und zeitlich wie inhaltlich sehr klar definiert sind. F\u00fcr solche Engagementangebote braucht es zwar das lotsende Management im Tower, doch noch keine Landug, keine feste Struktur (Teams, R\u00e4umlichkeiten, Material usw.). Die freie Entscheidung, rasch wieder davon zu fliegen und sich anderenorts zum Landeanflug verf\u00fchren zu lassen, bleibt erhalten, wobei der <em>Return on Engagement <\/em>zun\u00e4chst <em>ephemer<\/em> (in \u201asmall crunches\u2018), sp\u00e4ter in l\u00e4ngeren Episoden, verbunden mit fester Struktur erlebbar wird.<\/p>\n<h1>Fazit<\/h1>\n<p>Wenn die stagnierenden Engagementquoten in Deutschland Symptome der Beschleunigung in der Postmoderne sind, sind neue Wege zum freiwilligen Engagement gefragt, die nicht mehr nur biographisch sondern vielmehr situativ passen m\u00fcssen. Soll auch jenen neuorientierten Individualisten das gute Gef\u00fchl des <em>giving back <\/em>m\u00f6glich gemacht werden, m\u00fcssen die Freiwilligenengagements so an deren Lebensweise angepasst werden, dass sie mindestens als ein gute, wenn nicht gar die beste Wahl erscheinen. Freiwilliges Engagement genie\u00dft in Deutschland durchaus hohes Ansehen, die Stimmung ist gut, doch wollen die traditionell zeitlich und inhaltlich unspezifischen, meist technikfernen Engagements nicht so recht zur Lebensweise des postmodernen Menschen passen; das freiwillige Engagement und Ehrenamt scheint damit immer noch viel zu teuer. Dass vor allem jungen Erwachsenen das Erleben des <em>Returns on Engagement <\/em>verwehrt bleibt, d\u00fcrfte ihnen die Entscheidung f\u00fcr ein Ehrenamt nicht einfacher macheb. Wie soll man Handlungsoptionen gegeneinander abw\u00e4gen, wenn man kein Gef\u00fchl f\u00fcr den erwartbaren Return hat?<br \/>\nVorgeschlagen habe ich hier, Engagements so zu gestalten, dass sie in den individuellen Alltagsvollzug eingepasst werden k\u00f6nnen. Erg\u00e4nzt mit weiteren M\u00f6glichkeiten des Engagierens, die die Freiwilligen mehr und mehr einbinden, ihnen mehr Gestaltungsspielraum und Verantwortung \u00fcberlassen &#8212; so das positive Szenario &#8212; l\u00e4sst sich langfristig der Bedarf an Ehrenamtlichen f\u00fcr Leitungs- und F\u00fchrungspositionen decken. Doch auch das Negativszenario ist zu bedenken. Wenn es n\u00e4mlich zutrifft, dass unsere Zeit <em>so erlebnisreich wie erfahrungsarm <\/em>ist, ist es durchaus vorstellbar, dass es niemals zu \u201aLandung\u2018 neuer Freiwilliger kommt und der Bedarf an situativ passgenauen Micro-Engagements bis ins unermessliche steigt. Dann drohte die Stimmung unter den bereits Engagierten umschlagen, was auch sie dem Trend <em>Micro-Volunteering <\/em>folgen lie\u00dfe &#8212; mit fatalen Folgen. Die Starts am Flughafen w\u00fcrden die Langen \u00fcberwiegen; die einstmals gut gemeinte Strategie der Engagementf\u00f6rderung w\u00fcrde ins Gegenteil umschlagen und das Ende des Ehrenamts einl\u00e4uten.<br \/>\nSo schlie\u00dfe ich diesmal nicht mit einer These, sondern mit der Ank\u00fcndigung, diese zwei Szenarien das n\u00e4chste Mal gedankenexperimentell durchzuspielen. Vielleicht erweist sich das eine, das andere oder gleich alle beide als ziemlich unrealistisch &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anhand der Studien Hartmut Rosas zur Beschleunigung in der Moderne habe ich in den letzten beiden Teilen meiner Reihe zur Zukunft des freiwilligen Engagements (\u201eBeschleunigung\u201c &amp; \u201ekostenloses Engagement\u201c) gezeigt, dass die Kosten f\u00fcr ein Engagement seitens der Freiwilligenorganisationen dem postmodernen homo oeconomicus immer noch viel zu hoch zu sein scheinen. 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