{"id":1970,"date":"2012-08-01T10:23:21","date_gmt":"2012-08-01T10:23:21","guid":{"rendered":"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/?p=1970"},"modified":"2012-08-01T10:23:21","modified_gmt":"2012-08-01T10:23:21","slug":"jugend-in-der-zivilgesellschaft-ein-blick-in-die-sonderauswertung-des-freiwilligensurvey-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/2012\/08\/01\/jugend-in-der-zivilgesellschaft-ein-blick-in-die-sonderauswertung-des-freiwilligensurvey-2009\/","title":{"rendered":"Jugend in der Zivilgesellschaft: ein Blick in die Sonderauswertung des Freiwilligensurvey 2009"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/bst\/hs.xsl\/publikationen_112488.htm\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Cover &quot;Jugend in Zivilgesellschaft&quot;\" src=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/bst\/de\/img\/publikationen\/1_430_rdax_180x255.jpg\" alt=\"Cover &quot;Jugend in Zivilgesellschaft&quot;\" width=\"208\" height=\"295\" \/><\/a>Im Auftrag der <a title=\"Webseite der Bertelsmann Stiftung \" href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bertelsmann Stiftung<\/a> hat Sibylle Picot die aktuellen Daten des akutellen Freiwilligensurveys zu Jugend in der Zivilgesellschaft ausgewertet. Im Vordergrund stand die Frage, <em>\u201ewie stark Jugendliche eine Rolle in der Zivilgesellschaft wahrnehmen\u201c <\/em>(Picot 2012: 13 | <a title=\"Zusammenfassung der Studie Jugend in der Zivilgesellschaft (PDF)\" href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/bst\/de\/media\/xcms_bst_dms_33702_33705_2.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kurzstudie<\/a>). M\u00f6glich geworden ist diese \u2013 im Vergleich zur vorletzten Erhebungswelle des Freiwilligensurveys 2004 (<a title=\"Freiwilligensurvey 2004 (PDF)\" href=\"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/literatur\/Freiwilligensurvey_2004-lang.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Picot 2005: 202<\/a>) differenziertere Untersuchung \u2013 durch die Finanzierung der Bertelsmann Stiftung sowie die der Generali Zukunftsfonts. Durch die Aufstockung der Stichprobe junger Menschen (14-24 Jahre) um 1000 Interviews durch die BS und die Aufstockung der Gesamtstichprobe (&gt;14 Jahre) um weitere 1000 Interviews durch die Generali ergab sich eine belastbare Stichprobe von 2.815 jungen Menschen, auf deren Grundlage verschiedene statistische Verfahren gerechnet werden konnten.<br \/>\nDie Studie ist in sechs Teile untergliedert, in denen auf unterschiedliche Teilaspekte zivilgesellschaftlicher Aktivit\u00e4t junger Menschen eingegangen wird. Interessante Befunde, die sich nicht ohnehin schon aus dem Hauptbericht des letzten Freiwilligensurveys h\u00e4tten lesen lassen k\u00f6nnen, liefert die Studie in beinahe jedem dieser Kapitel.<\/p>\n<ol>\n<li>\u00a0<em>\u201eAktivit\u00e4t und freiwilliges Engagement Jugendlicher im Zeitverlauf\u201c, <\/em><\/li>\n<li><em>\u201eWo und wie engagieren sich Jugendliche\u201c<\/em><\/li>\n<li><em>\u201eEngagement und Lebenslagen Jugendlicher im Wandel\u201c <\/em><\/li>\n<li><em>\u201eErkl\u00e4rungsfaktoren f\u00fcr Engagement im Zusammenhang\u201c <\/em><\/li>\n<li><em>\u201eMotivation und Wertehintergrund des Engagements Jugendlicher\u201c<\/em><\/li>\n<li><em>\u201eStrukturen des Engagements Jugendlicher\u201c <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<h1>Sporadisches Freiwilligenengagement?!<\/h1>\n<p>In Abschnitt 1.3 des ersten Kapitels finden sich zun\u00e4chst empirische Belege daf\u00fcr, dass junge Menschen zwar insgesamt weniger Zeit f\u00fcr das Engagement aufwenden als fr\u00fcher, sich in ihrer zeitaufw\u00e4ndigsten Freiwilligent\u00e4tigkeit vom bundesdeutschen Durchschnitt aber kaum unterscheiden. \u00dcber die H\u00e4lfte (64%) der engagierten 14 bis 24-j\u00e4hrigen wenden bis zu 20 Stunden im Monat f\u00fcr ihre zeitaufw\u00e4ndigste T\u00e4tigkeit auf (Engagierte Insgesamt: 68% | Picot 2012: 28). Dass Sibylle Picot daraus allerdings den Schluss zieht, <em>\u201ef\u00fcr die Fl\u00fcchtigkeit oder zeitliche Unverbindlichkeit findet sich auch im dritten Freiwilligensurvey kein Beleg\u201c <\/em>(ebd. 29f.), kann ohne den Kontext etwas in die Irre f\u00fchren.<br \/>\nPicot untersucht hier nur die engagierten Jugendlichen, nicht jene noch nicht engagierten Interessierten. Die Feststellung also, jugendliches Engagement sei genauso wenig unverbindlich und fluid wie das Engagement anderer Altersgruppen, steht demnach nicht im Widerspruch zur These der Notwendigkeit neuer Wegen zum freiwilligen Engagement. Sie muss eigentlich als Beleg daf\u00fcr angesehen werden. Sibylle Picot zeigt hier eigentlich die starke Bindungskraft freiwilligen Engagements auf. Hei\u00dft also: Landen junge Menschen einmal im Engagement, verwenden Sie beinahe gleich viel Zeit darauf wie \u00e4ltere Freiwillige. <em>\u201eF\u00fcr die engagierten Jugendlichen ist ihr Engagement in aller Regel eine feste Gr\u00f6\u00dfe\u201c <\/em>(Picot 2012: 31).<\/p>\n<h1>G8 und Ganztagsschule \u2013 St\u00f6rfaktoren f\u00fcr freiwilliges Engagement?!<\/h1>\n<p>Mit der Frage nach der Zeitkonkurrenz, in der jugendliches Engagement steht, besch\u00e4ftigt sich Picot im Abschnitt 3.1. (ebd.: 69ff.). Hier finden sich m.W. das erste Mal empirisch belastbare Belege f\u00fcr die auch von mir angenommenen negativen Auswirkungen der Ganztagsschule wie auch des G8-Abiturs auf das freiwillige Engagement junger Menschen. Zwar hat sich die Engagementquote der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler insgesamt nicht nennenswert ver\u00e4ndert, doch verwendet diese Gruppe heute wesentlich weniger Zeit auf ihr Engagement als fr\u00fcher. Zudem zeigt ein Blick auf die unterschiedlichen Gruppen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, dass sich Haupt- und Realsch\u00fcler wesentlich seltener freiwillig engagieren als Gymnasiasten (27% versus 47%), was angesichts der weithin bekannten Abh\u00e4ngigkeit freiwilligen Engagements vom Bildungsstatus nicht \u00fcberrascht. Unter den unterschiedlichen Gruppen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zeigt sich nun aber auch, dass sich G8-Abiturienten wie auch Ganztagssch\u00fcler ebenfalls weniger freiwillig engagieren als ihre Altersgenossen in G9 und Halbtagsschule (G8 zu G9: 41% zu 51%; Halbtags- zu Ganztagsschule: 39% zu 31%).<br \/>\nNun d\u00fcrfen aber auch diese offensichtlich negativen Auswirkungen nicht \u00fcberbewertet werden. Zwar sind Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die von der Schule zeitlich st\u00e4rker in Anspruch genommen werden, deutlich seltener in einem Freiwilligenengagement, doch beziehen sich diese Daten auf ganz Deutschland und werden dementsprechend von den Quoten aus den alten Bundesl\u00e4ndern dominiert. <em>\u201eIm Osten, wo das G8 schon l\u00e4nger besteht, l\u00e4sst sich \u2013 bei geringeren Fallzahlen \u2013 dieser Effekt [geringeres Engagement Anm. H.J.] nicht nachweisen\u201c<\/em> (Picot 2012: 71). So ist also zu vermuten, dass sich mit der Zeit auch im Westen Deutschlands ein Arrangement zwischen Schule und Freiwilligenengagement finden lassen wird.<\/p>\n<h1>N\u00fctzliche Engagementprofile junger Menschen?!<\/h1>\n<p>Als ganz besonders Interessant empfand ich die Engagementprofile junger Menschen nach zehn T\u00e4tigkeitsfeldern (Picot 2012: 55ff.). Besonders f\u00fcr das Freiwilligenmanagement sind diese Profile interessant, weil sie dem Leser bzw. der Leserin vor Augen f\u00fchren, wie die jeweilige Zielgruppe eigentlich strukturiert ist \u2013 hei\u00dft auch, welche Ma\u00dfnahmen sich zur Werbung Freiwilliger eignen. Jugendliche Freiwillige im Sozial- und Gesundheitsbereich sind bspw. \u00fcberwiegend weiblich (55%), haben \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig einen niedrigen bis mittleren Bildungsstatus und investieren weit mehr Zeit als der Durchschnitt aller Engagierter. Wer f\u00fcr diesen Bereich also Freiwillige sucht, ist mit der Kommunikation in nerdigen Kan\u00e4len wie Twitter und\/oder ellenlangen Blogtexten auf dem Holzweg. Viel eher d\u00fcrfte sich diese Zielgruppe direkt in der Schule oder \u00fcber virale Medien (z.B. Videos) ansprechen lassen.<br \/>\nViel wichtiger als die Ansprache dieser Zielgruppe scheinen allerdings die Organisation und das Management ihrer Freiwilligenarbeit. Zum einen hei\u00dft weibliche \u00dcberrepr\u00e4sentanz nicht, dass sich M\u00e4nner f\u00fcr ein Engagement im Sozial-, Gesundheits- und Pflegebereich nicht ansprechen lassen \u2013 immerhin 45% der Engagierten sind m\u00e4nnlich. Hier m\u00fcssen Freiwilligenmanagerinnen und -manager eine gewisse Geschlechtersensibilit\u00e4t an den Tag legen und \u201aweibliche\u2018 wie auch \u201am\u00e4nnliche\u2019 Engagementangebote formulieren. Der Bildungsstatus, die \u00fcberdurchschnittliche Zeitinvestition sowie die Tatsache, dass sich Engagierte im Sozial-, Gesundheits- und Pflegebereich nur selten in F\u00fchrungs- und Leitungsfunktionen engagieren (Picot 2012: 60), verweist zudem auf einen eher dienstleistenden Charakter dieses Engagements. Angesichts des Verh\u00e4ltnisses zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen im Sozial- und Gesundheitsbereich (<a href=\"http:\/\/www.fjnsb.org\/jahrgaenge\/2011heft3?page=4\">Krimmer\/Priemer 2012: 109<\/a>) sollte insbesondere Letzteres zwar nicht \u00fcberbewertet werden, doch scheint <a href=\"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/2009\/04\/30\/zum-volunteer-classification-modell\/\">die Volunteer-Classification<\/a> der derzeit in diesem Bereich Engagierten klar.<\/p>\n<h1>Mitgliedschaft, Bildungsstatus, Idealismus und Herkunft?!<\/h1>\n<p>Mit einer Regressionsanalyse \u2013 einem statistischen Verfahren, bei dem ermittelt wird, welche unabh\u00e4ngigen Variablen (bspw. Bildung, Geschlecht, Sozialstatus usw.) eine abh\u00e4ngige Variable (in diesem Fall freiwilliges Engagement) erkl\u00e4ren \u2013 zeigt Sibylle Picot, dass sich jugendliches Engagement in der Hauptsache aus Mitgliedschaft und Bildungsstatus erkl\u00e4rt (ebd. 2012: 99). Die unabh\u00e4ngige Variable Mitgliedschaft in zivilgesellschaftlichen Assoziationen kann insofern wenig \u00fcberraschen, als das dies eine der grundlegenden Annahmen des Freiwilligensurveys ist: Nur wer im Interview angibt, zivilgesellschaftlich aktiv zu sein (bspw. im Verein) wird im Folgenden seinem nach freiwilligem Engagement oder Ehrenamt gefragt. Und auch die Bedeutung des Bildungsstatus \u00fcberrascht nicht. Diese kultur-strukturelle Variable (vgl. dazu <a href=\"https:\/\/hannes-jaehnert.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/literatur\/Freiwilligensurvey_2004-lang.pdf\">Gensicke\/Picot\/Geiss 2005: 88ff.<\/a>) meint schlie\u00dflich nicht nur Schulbildung, sondern \u2013 wie PISA zeigt, vor allem in Deutschland \u2013 auch \u201ageerbtes\u2018 kulturelles und soziales Kapital.<br \/>\nAuch wenig \u00fcberrascht, dass sich die Wertorientierung des Idealismus \u2013 meint: <em>\u201edie Wertsch\u00e4tzung von Kreativit\u00e4t und Fantasie, von Toleranz gegen\u00fcber anderen Meinungen sowie von sozialem Engagement (\u201aHilfe f\u00fcr Benachteiligte\u2018), politischem Engagement und Umweltbewusstsein\u201c<\/em> (Picot 2012: 98) \u2013 deutlich positiv auf das Engagement auswirkt. Insbesondere im selbst organisierten Engagement f\u00fcr andere, im Engagement in Jugendgruppen und -initiativen, braucht es erfahrungsgem\u00e4\u00df einigen Idealismus und Toleranz gegen \u00fcber der Meinung anderer (\u00e4lterer) Menschen.<br \/>\nWas in diesem Kapitel nun allerdings \u00fcberrascht, verbirgt sich in einem Halbsatz auf Seite 94: <em>\u201e\u2026 ob man als Jugendlicher in einem westlichen oder \u00f6stlichen Bundesland zu Hause ist, [hat] praktisch keine Bedeutung mehr.\u201c <\/em>Im Gegensatz zum Engagement insgesamt, bei dem die unabh\u00e4ngige Variable \u201aneue oder alte Bundesl\u00e4nder\u2018 noch wirkt, ist die Herkunft f\u00fcr jugendliches Engagement \u2013 zumindest statistisch \u2013 gleichg\u00fcltig. Auch hier ist die Engagementf\u00f6rderung gefragt! Nur weil sich insgesamt weniger \u201aOssis\u2018 als \u201aWessis\u2018 engagieren, hei\u00dft das nicht, dass sich die Jugend in den neuen Bundesl\u00e4ndern nicht f\u00fcr ein freiwilliges Engagement ansprechen lie\u00dfe; wichtig ist es hier vor allem Gelegenheiten im lokalen Umfeld zu schaffen.<\/p>\n<h1>Maximalisten und Minimalisten \u2013 Anpackerinnen und Askten<\/h1>\n<p>Eine ebenfalls interessante Typisierung engagierter junger Menschen, die die \u00fcbliche Dreiteilung der Idealisten, der Konventionellen und der Materialisten (auch bekannt als Hedonisten) mit den Maximalisten und Minimalisten erg\u00e4nzt, findet sich in Abschnitt 5.3. Die Maximalisten unterscheiden sich dabei von den anderen Typen insofern, als das sie auff\u00e4llig h\u00e4ufig gro\u00dfe Zustimmung (bzw. bei Kontrollfragen Ablehnung) in Sachen b\u00fcrgerlicher Werte aufweisen. Die Minimalisten dagegen wirken in ihrem Antwortverhalten stark zur\u00fcckhaltend bzw. differenzierend. Beim Lesen entstand mir der Eindruck, dass es sich bei den Maximalisten um die Anpackerinnen und Anpacker handelt, denen vor allem die Gelegenheit zum Engagement gegeben werden muss. In dieser Gruppe finden sich sehr h\u00e4ufig mittlere Bildungsstatus, \u00fcberwiegend viele weibliche Befragte und ein vergleichsweise hoher Anteil von jungen Menschen mit Migrationshintergrund.<\/p>\n<blockquote><p>Hier finden sich also die aufstiegswilligen und vermutlich gut integrierten jungen Migrantinnen und Migranten, die sich in ihrer b\u00fcrgerlichen Wertorientierung nicht grunds\u00e4tzlich von der Mehrheit unterscheiden \u2013 oder nur insofern, als sie eine besonders starke Wertorientierung und wohl auch hohe Zielstrebigkeit aufweisen (Picot 2012: 114).<\/p><\/blockquote>\n<p>Bez\u00fcglich der Minimalisten beschlich mich dagegen der Eindruck, es handele sich hier um jugendliche Asketen, die so lange \u00fcber das F\u00fcr und Wider ihres Engagements nachdenken, dass, wenn sie einmal zu einer Entscheidung gekommen sind, die Gelegenheit zum anzupacken l\u00e4ngst pass\u00e9 ist. In dieser Gruppe finden sich \u00fcberwiegend m\u00e4nnliche, relativ junge, Jugendliche mit einem vergleichsweise hohen Bildungsstatus, was darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass eben aus dieser Gruppe die zuk\u00fcnftigen F\u00fchrungs- und Leitungspers\u00f6nlichkeiten mit langen Engagementbiographien rekrutiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h1>Fazit<\/h1>\n<p>Trotz des leichten R\u00fcckgangs jugendlichen Freiwilligenengagements, der im Gegensatz zum Trend insgesamt verl\u00e4uft, m\u00fcssen junge Menschen weiterhin als hochaktive Gruppe in der Zivilgesellschaft gelten. Sie sind \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig zivilgesellschaftlich aktiv und bekunden ebenso h\u00e4ufig ihre Bereitschaft zum freiwilligen Engagement. Es scheint so, als w\u00e4ren alle Voraussetzungen f\u00fcr gelingende Engagementf\u00f6rderung gegeben, doch darf nicht vergessen werden, dass jugendliches Engagement \u2013 und ganz besonders jenes Engagement der bislang \u201anur\u2018 Handlungswilligen (\u201ebestimmt\u201c Bereiten) jugendlichen \u2013 besserer Strukturierung bedarf. H\u00e4ufig fehlen schlicht die Engagementgelegenheiten im lokalen Umfeld bzw. das Wissen um die gegebenen M\u00f6glichkeiten. Insofern ist es schade, dass Sibylle Picot der Rolle des Internets im freiwilligen Engagement \u00a0nur ein sehr kurzes Kapitel widmet und dieses auch noch mit unbegr\u00fcndeten Bef\u00fcrchtungen streckt, die elektronische Kontaktpflege k\u00f6nnte zulasten der realen Sozialkontakte gehen (ebd. 2012: 50).<br \/>\nAlles in allem ist der Band zu Jugend in der Zivilgesellschaft aber sehr zu empfehlen. Neben den Engagementforscherinnen und -forschern ist der Band vor allem Interessierten aus dem Bereich der Engagementf\u00f6rderung ans Herz zu legen. Insbesondere die Typisierungen und Profile k\u00f6nnen dem Freiwilligenmanagement bei der organisationalen Ausrichtung auf neue Zielgruppen gute Dienste leisten. Die 22,- \u20ac f\u00fcr 183 Seiten verst\u00e4ndlich erkl\u00e4rter empirischer Bildungsforschung sind eine gute Investition.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat Sibylle Picot die aktuellen Daten des akutellen Freiwilligensurveys zu Jugend in der Zivilgesellschaft ausgewertet. Im Vordergrund stand die Frage, \u201ewie stark Jugendliche eine Rolle in der Zivilgesellschaft wahrnehmen\u201c (Picot 2012: 13 | Kurzstudie). 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